Später Sieg für Delphine Boël: Nach 51 Jahren bekennt sich Albert von Belgien endlich zu seiner Vaterschaft. Doch von einem Triumph kann nicht die Rede sein.

 Es ist offiziell: Der ehemalige König von Belgien hat seine Frau Paola während ihrer Ehe betrogen und eine uneheliche Tochter gezeugt.  © picture alliance/RoyalPress Europe
Es ist offiziell: Der ehemalige König von Belgien hat seine Frau Paola während ihrer Ehe betrogen und eine uneheliche Tochter gezeugt. © picture alliance/RoyalPress Europe

Delphine Boël ist die Tochter von Albert von Belgien

Eine große Überraschung ist es nicht. Beim DNA-Test stellte sich heraus, dass Ex-König Albert tatsächlich der biologische Vater von Delphine Boël ist. Die Ähnlichkeit zu seiner Tochter war unverkennbar. Doch erst 51 Jahre später und nach jahrelangem Gerichtsprozess bekennt sich der Belgier auch offiziell zu seinem Kind.

In der offiziellen Pressemitteilung heißt es: „Obwohl es rechtliche Argumente und Einwände gibt, die zeigen, dass die gesetzliche Vaterschaft nicht unbedingt ein Spiegelbild der biologischen Vaterschaft ist, und dass das befolgte Verfahren umstritten werden kann, hat König Albert beschlossen, dieses schmerzhafte Verfahren mit gutem Gewissen zu beenden.“ Eine Erklärung, die wie eine Ohrfeige klingt.

 Seit 2013 kämpfte Delphine Boël vor Gericht, um als Tochter von Ex-König Albert anerkannt zu werden.  © picture alliance/Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa
Seit 2013 kämpfte Delphine Boël vor Gericht, um als Tochter von Ex-König Albert anerkannt zu werden. © picture alliance/Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa

Belgischer Ex-König streitet Beteiligung an Erziehung ab

Eine Wortwahl, die deutlich macht, wie sehr der Belgier immer noch mit der Sache hadert. Der Ex-König weigerte sich vehement gegen einen Vaterschaftstest, am Ende drohte ihm sogar eine Strafe von 5000 Euro am Tag. Schließlich gab der Vater von König Philippe nach.

Weiter heißt es in der Erklärung aus dem Palast: „König Albert möchte darauf hinweisen, dass er seit der Geburt von Frau Delphine Boël an keinerlei familiären, sozialen oder erzieherischen Entscheidungen über sie beteiligt war.“

Inwieweit das stimmt, ist allerdings fraglich. Laut Baronin Sybille de Sélys Longchamps hatte sie von 1966 bis 1984 eine Affäre mit Albert. In der Zeit soll sich der spätere König durchaus um das Mädchen gekümmert haben. Warum er dies nun bestreitet?

Wird seine uneheliche Tochter nun reich?

Wie geht es nun für Delphine Boël weiter? Als uneheliches Kind hat sie keinen Anspruch auf einem Platz in der Thronfolge. Dennoch müsste ihr ein Teil von Alberts Vermögen zustehen. Dies wird immerhin auf bis zu einer Milliarde Euro geschätzt. Und auch versäumte Unterhaltsverpflichtungen könnten zum Thema werden. Die Künstlerin hatte aber von Anfang an betont, dass es ihr nicht nur um Geld geht. Sie möchte als Tochter anerkannt werden. Das ist ihr gelungen. Doch die Liebe ihres biologischen Vaters bleibt offenbar unerreichbar.

Auch interessant: Royals und ihre unehelichen Kinder