Fortsetzung von: Die dunkle Seite der Monarchie: So schlimm ist es, ein Royal zu sein

Die dunkle Seite der Monarchie traf Kronprinzessin Victoria, Prinzessin Margaret und Prinz Harry ebenfalls. Auch diese Royals hatten mit den Schattenseiten der Krone zu kämpfen.

Kronprinzessin Victoria von Schweden
Kronprinzessin Victoria hat sich heute mit ihrer Rolle arrangiert. Doch jahrelang litt sie unter der Bürde der Krone. © picture alliance / IBL Schweden | Patrik Österberg / IBL Bildbyrå

Kronprinzessin Victoria litt an Magersucht

Ihr Weg zum Glück war steinig. Als junge Frau litt Kronprinzessin Victoria stark unter den hohen Anforderungen. Perfektionistisch versuchte die Thronfolgerin, es allen recht zu machen. Doch ihre Seele litt. „In diesem Moment war die Kontrolle über das Essen ein Weg für mich zu überleben“, sagte sie später in ihrem Buch. Die ganze Welt sah zu, wie Kronprinzessin Victoria immer dünner wurde. Im November 1997 gab der Palast, zu dass die Thronerbin an Magersucht erkrankt war. Schließlich machte die Schwedin eine Therapie und wurde wieder gesund.

„Es gab in meinem Leben eine Zeit, in der ich mir sehr einsam und verloren vorkam“, beschrieb Victoria diese Periode ihres Lebens später. „Als Mensch fühlte ich mich gut. Aber als Kronprinzessin befand ich mich nicht im Einklang mit mir selbst. Da kamen plötzlich Essstörungen. Mein Leben wurde damals von anderen, nur nicht von mir bestimmt. Die Kontrolle über das Essen war das Einzige, was mir noch geblieben war. Es war meine Art, mit meiner ständigen Angst umzugehen. Es ist schwer zu erklären, warum ich damals so handelte. Ich hasste meinen Anblick.“

Kronprinzessin Victoria von Schweden magersüchtig
Die Kronprinzessin magerte in kurzer Zeit erschreckend ab. Der Hof räumte schließlich ihre Magersucht ein. Königin Silvia erklärte: „Victoria ist sehr tüchtig. Das merken Menschen und erwarten sehr viel von ihr. Victoria spürte das und hungerte sich in diese Verzweiflung.“ © picture-alliance / dpa | epa Pressensbild © picture-alliance / dpa | epa Pressensbild

Prinzessin Margaret musste ihre große Liebe aufgeben

Prinzessin Margaret war in den 1950er Jahren unsterblich in Peter Townsend verliebt. Bald machten Verlobungsgerüchte die Runde. Kirche und Parlament waren jedoch gegen die Hochzeit mit dem geschiedenen Bürgerlichen.

Mit tränenerstickter Stimme verkündete die Schwester von Queen Elizabeth schließlich die Trennung im Radio: „Ich möchte, dass bekannt wird, dass ich mich entschlossen habe, Captain Peter Townsend nicht zu heiraten. Mir war bewusst, dass es mir unter dem Vorbehalt meines Verzichts auf mein Erbrecht möglich gewesen wäre, eine standesamtliche Trauung einzugehen“, erklärte Prinzessin Margaret und fügte hinzu: „In Anbetracht der Lehre der Kirche, dass die christliche Ehe untrennbar ist und ich mich meiner Pflicht gegenüber dem Commonwealth bewusst bin, habe ich beschlossen, diese Überlegungen vor andere zu stellen.“

Das Leben von Prinzessin Margaret verlief unglücklich. Ihre Ehe mit Antony Armstrong-Jones scheiterte und das Rampenlicht wurde ihr zu viel. „Ich habe so viel Privatsphäre wie in einem Goldfischglas“, klagte die Schwester der Queen einmal. Die Adlige flüchtete sich in Drogen und Alkohol. Prinzessin Margaret starb schließlich nach mehreren Schlaganfällen.

Prinz Harry hatte psychische Probleme

Der Tod von Prinzessin Diana hat bei Prinz Harry ein großes Trauma ausgelöst. Doch lange konnte er sich mit seinen Gefühlen nicht auseinandersetzen. „Nach dem Tod meiner Mutter habe ich 20 Jahre lang alle Emotionen weggesperrt“, offenbarte der Royal. Schließlich stand er als junger Erwachsener kurz vor dem Zusammenbruch. Erst eine Therapie konnte Prinz Harry helfen.

Doch bis heute leidet er unter den Paparazzi. „Jedes Mal, wenn ich eine Kamera sehe, jedes Mal, wenn ich einen Klick höre, jedes Mal, wenn ich einen Blitz sehe, bringt mich das direkt zurück“, gestand der Brite. Bis heute ist nicht geklärt, welche Schuld die Paparazzi am Tod von Prinzessin Diana hatten.

Immer wieder deutet Prinz Harry an, wie sehr ihn sein Leben als Royal belastet hat. Doch für seine offenen Worte erntete er nicht nur Sympathien, sondern auch Spott und Häme. Denn viele finden: Wer ein Leben als privilegierter Royal führt, muss auch die Schattenseiten ertragen. Als sei Reichtum eine Art Entschädigung für Freiheit und Privatsphäre.

Besonders übel wird Prinz Harry seit seinem Rückzug aus der Königsfamilie mitgespielt. Viele Briten werfen dem Royal Egoismus vor. Doch kann man ihm wirklich verübeln, dass er sich für ein selbstbestimmtes Leben entschieden hat? Dass er vor der dunklen Seite der Monarchie geflohen ist? Vielleicht ist es seine einzige Rettung …