Maxima der Niederlande und andere Königinnen verloren ihre Schwestern durch Selbstmord. Nur Zufall oder steckt dahinter ein trauriges Phänomen?

 Von der Trauer gezeichnet, trat Königin Maxima nach dem Tod ihrer Schwester vor die Presse und bedankte sich für die Unterstützung.  © picture alliance/Albert Ph Vd Werf/RoyalPress/dpa
Von der Trauer gezeichnet, trat Königin Maxima nach dem Tod ihrer Schwester vor die Presse und bedankte sich für die Unterstützung. © picture alliance/Albert Ph Vd Werf/RoyalPress/dpa

Königin Maxima trauert um Inés Zorreguieta

Als Inés Zorreguieta im Juni 2018 starb, war die ganze Welt geschockt. Die Schwester von Königin Maxima war schließlich gerade einmal 33 Jahre alt. Schnell war klar: Es war kein natürlicher Tod. Die begeisterte Musikerin hatte sich selbst das Leben genommen. Die Argentinierin litt jahrelang unter Depressionen, Essstörungen und einer Persönlichkeitsstörung.

„Meine kleine, liebe, talentierte Schwester Inés war krank. Sie konnte keine Freude finden und sie konnte nicht genesen. Unser einziger Trost ist, dass sie endlich Ruhe gefunden hat“, erklärte Königin Maxima bei ihrem ersten öffentlichem Auftritt danach.

 Inés Zorreguieta starb am 6. Juni 2018 nach einem langen Kampf gegen Depressionen.  © dpa
Inés Zorreguieta starb am 6. Juni 2018 nach einem langen Kampf gegen Depressionen. © dpa

Schwester von Königin Sonja verübt Selbstmord

Ein Blick in die Geschichte beweist, dass es nicht das erste Mal war, dass sich die Schwester einer Königin das Leben genommen hat. Während Königin Sonja von Norwegen (damals noch Prinzessin) 1970 schwanger von allen Titelblättern strahlte, wählte auch Gry Haraldsen den Freitod. Die 46-Jährige litt ebenfalls unter schweren Depressionen.

Sonja traf der Verlust ihrer Schwester so schwer, dass sie zwei Monate später eine Fehlgeburt hatte. Die Frau von König Harald quält sich bis heute mit Schuldgefühlen. „Wie alle anderen in der Familie habe ich mich auch gefragt, ob ich mehr für Gry hätte tun können. Und die Antwort war immer dieselbe: Ja, es gibt immer mehr, was du hättest tun können“, offenbarte die Norwegerin in ihrer Biografie. 

 Königin Sonja verlor ihre Schwester ebenfalls durch Suizid. Schuldgefühle quälen sie bis heute.  © dpa
Königin Sonja verlor ihre Schwester ebenfalls durch Suizid. Schuldgefühle quälen sie bis heute. © dpa

Schwester von Königin Letizia stirbt durch Suizid

Auch die damals schwangere Kronprinzessin Letizia musste 2007 auf tragische Weise Abschied nehmen. Ihre jüngere Schwester Erika Ortiz Rocasolano (†31) litt ebenfalls unter starken Depressionen und setzte ihrem Leben mit Tabletten ein Ende. Sie hinterließ ihre damals erst sechsjährige Tochter Clara. Bis heute hat die spanische Monarchin nie öffentlich über diesen Schicksalsschlag gesprochen.

 Der Tod von Erika Ortiz Rocasolano riss Königin Letizia den Bodenunter den Füßen weg.  © dpa
Der Tod von Erika Ortiz Rocasolano riss Königin Letizia den Bodenunter den Füßen weg. © dpa

Prinzessin Margaret verzweifelte

Ist es nur ein Zufall, dass ausgerechnet die Schwestern von hochrangigen Adligen den Freitod wählten? Ein Zeichen dafür, dass die Volkskrankheit Depression jeden erwischen kann? Oder ist es für die Geschwister der Royals vielleicht besonders schwer, in ihrem Schatten zu stehen?

Prinzessin Margaret (†71) hat noch zu Lebzeiten geschildert, wie es sich anfühlte, immer mit der Queen verglichen zu werden. „Als Elizabeth und ich aufwuchsen, war schnell klar, dass sie immer die Gute und ich immer die Böse war“, erklärte die Britin einmal. Was sie auch tat, sie konnte nie an die scheinbar perfekte Königin heranreichen. Ihren Kummer betäubte sie mit Zigaretten, Drogen und Alkohol. Man könnte glauben, es war ein Art Selbstmord auf Raten. 

 Prinzessin Margaret stand ein Leben lang im Schatten ihrer Schwester Queen Elizabeth.  © picture alliance / AP Photo
Prinzessin Margaret stand ein Leben lang im Schatten ihrer Schwester Queen Elizabeth. © picture alliance / AP Photo

Bruder von Herzogin Kate kämpft mit Depressionen

Doch nicht nur Frauen im Dunstkreis der Königsfamilien kämpfen mit Depressionen. Auch der Bruder von Herzogin Kate bekannte sich Anfang des Jahres zu der Krankheit. „Jede Nacht hat mich der Schlaf umgangen“, erklärte er in einem offenen Brief in „Daily Mail“. „Am Tag schleppte ich mich zur Arbeit, wo ich mit glasigen Augen auf meinen Computer starrte und darauf wartete, dass die Stunden vorbeigingen, damit ich wieder nach Hause gehen konnte“, offenbar der Unternehmer, der sich auf Grußkarten und Geschenkverpackungen spezialisiert hat.

Inzwischen ist James Middleton auf einem guten Weg. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass er sich mit der Französin Alizee Thevenet verlobt hat.

Royals kämpfen gegen die Volkskrankheit

Lau
t der „Deutschen Depressionshilfe“ leiden in der Bundesrepublik etwa 5,3 Millionen Erwachsene an Depressionen. Eine erschreckende Zahl, die zeigt, welches Ausmaß die Krankheit inzwischen hat. Bis heute trauen sich viele Betroffene jedoch nicht, sich Hilfe zu suchen. Royals wie Herzogin Kate, Prinz William, Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen das ändern. Sie unterstützen Initiativen, die Betroffene unterstützen. Denn egal, ob Royal oder nicht – jeder Mensch, der durch Depressionen stirbt, ist einer zu viel.

Liebe/r Leser/in,
solltest du unter Depressionen leiden, dann hole dir bitte dringend Hilfe! Es ist keine Schande, um Beistand zu bitten, wenn es dir nicht gut geht. Es gibt Menschen, die dir helfen können. Bitte ruf‘ die kostenfreie Nummer der Telefonseelsorge und sprich‘ über deine Probleme:
0800-1110111 oder 0800 3344533.