Ihr Laster wurde Erzherzogin Mathilde von Österreich zum Verhängnis. Als sie sich heimlich eine Zigarette ansteckte, kam es zu einem dramatischen Unfall.

Erzherzogin Mathilde: Eine Zigarette kostete sie ihr Leben
Erzherzogin Mathilde von Österreich sollte eigentlich Prinz Umberto von Savoyen heiraten und so Königin von Italien werden. Doch bevor es dazu kam, starb sie durch einen tragischen Unfall.
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Erzherzogin Mathilde von Österreich: Plötzlich fing ihr Kleid Feuer

Das Leben von Erzherzogin Mathilde von Österreich (1849- 1867) dauerte nur kurz. Schon mit 18 Jahren fand die Tochter von Erzherzog Albrecht (1817–1895) und Prinzessin Hildegard Luise von Bayern (1825–1864) den Tod. Schuld daran war ausgerechnet eine Zigarette.

Weil der Vater von Mathilde ihr streng verboten hatte zu rauchen, qualmte die 18-Jährige stattdessen heimlich. So auch an jenem schicksalhaften Tag am 22. Mai 1867. Kurz vor einem Theaterbesuch steckte sich die junge Frau unbeobachtet eine Zigarette in ihrem Zimmer an. Als sie plötzlich Schritte auf dem Flur hörte, versteckte Mathilde den Glimmstängel hinter ihrem Rücken. Innerhalb von wenigen Sekunden stand sie in Flammen. Denn wie es für die Mode der damaligen Zeit üblich war, wurde ihr Kleid aus indischem Musselin, der mit leicht entflammbarem Glyzerin imprägniert war, gefertigt. Rasend schnell breitete sich das Feuer aus.

Mit Verbrennungen dritten Grades an Rücken, Nacken und Armen wurde Erzherzogin Mathilde nach Schloss Hetzendorf gebracht. Doch die Verletzungen war zu stark. Am 6. Juni 1867 starb sie mit gerade einmal 18 Jahren. Sie wurde in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt.

Die wahre Todesursache wurde zunächst verschleiert

Lange war in der Öffentlichkeit unklar, wie es zu dem Feuer gekommen war. In der Wiener Presse wurden verschiedene Geschichten über den Unfall verbreitet.

Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg schrieb damals in ihrem Tagebuch: „Etwas sehr Trauriges ist in Wien geschehen: Die achtzehnjährige Erzherzogin Mathilde, Tochter des Erzherzogs Albrecht, ist halb verbrannt. Am 22. stand sie abends halb sechs Uhr an ihrem Schlafzimmerfenster und sah auf die Straße hinunter, als sie plötzlich eine entsetzliche Hitze verspürte. Sie drehte sich um und sah, daß ihr Kleid in Flammen stand […] Man kann gar nicht begreifen, wie das Unglück geschah, denn es war weder Feuer, noch Licht im Zimmer. Wahrscheinlich lag ein Zündhölzchen am Boden, auf das sie getreten sein muß.“

Inzwischen hat das Haus Habsburg aber den wahren Tathergang eingeräumt. Der Unfall wird auch auf der offiziellen Webseite der Kapuzingergruft erläutert.