König Felipe zieht Konsequenzen. Weil sein Vater Juan Carlos in einen Schmiergeld-Skandal verwickelt ist, dreht er dem ehemaligen Monarchen nun den Geldhahn zu.

 König Felipe wendet sich gegen seinen Vater Juan Carlos. Es bleibt ihm aber auch nichts anderes übrig, um weiteren Schaden von der Monarchie abzuwenden. © picture alliance / ZUMA Press König Felipe wendet sich gegen seinen Vater Juan Carlos. Es bleibt ihm aber auch nichts anderes übrig, um weiteren Schaden von der Monarchie abzuwenden. © picture alliance / ZUMA Press

Juan Carlos ist in Schmiergeld-Skandal verwickelt

Es kracht mal wieder gewaltig im spanischen Königshaus. Grund dafür sind die Vorwürfe gegen Juan Carlos. Der ehemalige Monarch soll Schmiergeld in Millionenhöhe kassiert haben. Der saudische König Abdullah bin Abdul Aziz Al Saud hat dem Spanier im Jahr 2008 angeblich 100 Millionen Euro überwiesen. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine „Provision“, die Juan Carlos erhalten hatte, nachdem spanische Firmen mit dem Bau einer Schnellbahnstrecke von Medina nach Mekka beauftragt worden waren. Wegen dieser Vorwürfe ermittelt jetzt die spanische Justiz gegen den 82-Jährigen.

Auch König Felipe soll in den Fall verstrickt sein. Laut „The Telegraph“ soll sein Name als zweiter Begünstigter einer Offshore-Stiftung auftauchen. Angeblich hat der Spanier davon jedoch nichts gewusst und distanziert sich von den Vorwürfen.

König Felipe streicht seinem Vater die Apanage

König Felipe hat nun Konsequenzen gezogen. Der Spanier hat sich dafür entschieden, Juan Carlos seine Apanage von rund 194.000 Euro jährlich zu streichen. Außerdem möchte der 52-Jährige auf sein Erbe verzichten. Seine Entscheidung begründet Felipe auch mit dem Versprechen, das er dem spanischen Volk 2014 bei seiner Inthronisierung gegen hatte. In der öffentlichen Erklärung heißt es: „Die Krone muss (…) die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ehrliches, ehrliches Verhalten beobachten und transparent, wie es ihrer institutionellen Rolle und sozialen Verantwortung entspricht (…)“

Auch wenn es König Felipe schwergefallen sein muss, mit seinem Vater zu brechen, war es die einzig richtige Entscheidung. Denn seine Aufgabe ist es, die spanische Krone zu schützen und die hat in den vergangenen Jahren schon genug Kratzer abgekommen.