Die Legende hält sich hartnäckig: Vor über 700 Jahren wurde die Fürstenfamilie von Monaco angeblich wegen einer Vergewaltigung verflucht. Doch was ist dran der Geschichte?

Fürstenfamilie Monaco
Die Fürstenfamilie kann nichts dafür, was ihr Vorfahre getan hat. Möglicherweise müssen sie aber dennoch darunter leiden.© picture alliance / dpa | Valery Hache / Pool

Grimaldi-Vorfahre wurde nach Vergewaltigung verflucht

Der Aufstieg der monegassischen Fürstenfamilie begann 1297 mit einer List. Weil Francesco Grimaldi nur eine kleine Armee zur Verfügung stand, musste sich der Adlige aus Genua etwas einfallen lassen, um die Festung von Monaco zu erobern. Seine Idee: Er verkleidete sich als friedfertiger Franziskaner-Mönch. Die Wachen fielen auf den Schwindel herein und gewährten Grimaldi und seinen Männern Einlass. Gemeinsam mit seinem Cousin Raniero Grimaldi (1267-1314) gelang es ihm schließlich die Burg zu übernehmen.

Raniero Grimaldi, auch als Rainier I. bekannt, hatte aber noch nicht genug. Er war ein Mann, der sich stets nahm, was er wollte. Bei einem Raubzug soll der Grimaldi-Vorfahre schließlich eine schöne Flämin vergewaltigt haben. Das geschundene Mädchen verhexte ihn und seine Nachfahren daraufhin. Mit den Worten „Niemals soll ein Grimaldi Glück in der Ehe finden“ verfluchte die Flämin das Liebesglück der Fürstenfamilie. So lautet zumindest die Legende.

 Raniero Grimaldi
Raniero Grimaldi vergewaltigte eine schöne Flämin, die ihn und all seine Nachfahren daraufhin verfluchte. © Public Domain

Traurige Todesfälle im monegassischen Fürstenhaus

In der Tat hat es den Anschein, als ob ein Fluch auf der monegassischen Fürstenfamilie liegen würde. Traurige Schicksalsschläge und gescheiterte Ehen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Familiengeschichte der Grimaldis. Charlotte von Monaco (1898-1977) heiratete 1920 Pierre Grimaldi, Duc de Valentinois. Sie bekamen die Kinder Prinzessin Antoinette (1920-2011) und den späteren Fürsten Rainier (1923-2005). Das Paar trennte sich 1930, drei Jahre später wurde die Ehe geschieden.

Auch ihren Kindern war in der Ehe nur ein kurzes Glück beschienen. Nach zwei Scheidungen gab Prinzessin Antoinette am 28. Juli 1983 dem Ballett-Tänzer John Gilpin das Jawort. Nur 40 Tage nach der Hochzeit traf die Tante von Fürst Albert ein schlimmer Schicksalsschlag: John Gilpin starb mir nur 53 Jahren an einem Herzanfall. Auch alle drei Kinder von Prinzessin Antoinette aus vorherigen Ehen sind mindestens einmal geschieden.

Und auch Fürst Rainier musste seine Frau unter tragischen Umständen gehen lassen. 1982 kam Fürstin Gracia Patricia mit ihrem Wagen von der Straße ab und stürzte 40 Meter in die Tiefe. Während ihre Tochter Prinzessin Stéphanie den Unfall mit ein paar Blessuren überlebte, starb Gracia Patricia einen Tag später im Krankenhaus. Die Fürstin von Monaco wurde nur 52 Jahre alt.

Fürstin Gracia Patricia und Fürst Rainier
Ein Märchen, das tragisch endete: Fürstin Gracia Patricia starb 26 Jahre nach der Hochzeit bei einem Autounfall. © dpa – Report

Prinzessin Caroline: Der Tod raubte ihr die große Liebe

Auch um das Liebesglück ihrer Kinder ist es nicht gut bestellt. Mit 21 Jahren heiratete Prinzessin Caroline den Finanzmakler Philippe Junot. Doch angeblich nahm es der französische Playboy mit der Treue nicht ganz so genau. 1980, 834 Tage nach dem Jawort, wurde ihre Ehe wieder geschieden.

Am 29. Dezember 1983 gab Prinzessin Caroline dann dem Unternehmersohn Stefano Casiraghi das Jawort. Die drei Kinder Andrea, Charlotte und Pierre machten ihr Glück perfekt. Doch am 3. Oktober 1990 kam es zur Katastrophe: Stefano Casiraghi verunglückte bei einem Offshore-Rennen. Der Italiener wurde nur 30 Jahre alt. Prinzessin Caroline war am Boden zerstört.

Am 23. Januar 1999, es war ihr 42. Geburtstag, heiratete Prinzessin Caroline dann Ernst August von Hannover. Ihre gemeinsame Tochter Prinzessin Alexandra kam am 20. Juli 1999 zur Welt. Doch auch ihre dritte Ehe steht unter keinem guten Stern. Zwar ist das Paar nicht offiziell geschieden, doch seit Jahren hat man die Eheleute nicht mehr zusammen gesehen.

Stefano Casiraghi und Prinzessin Caroline
Mit Stefano Casiraghi hatte Prinzessin Caroline endlich ihr Glück gefunden. Doch dann schlug das Schicksal grausam zu. © dpa

Prinzessin Stéphanie: Zwei schnelle Scheidungen und jede Menge Tränen

Das Liebesleben ihrer Schwester ist ebenfalls kompliziert. Am 1. Juli 1995 heiratete Prinzessin Stéphanie ihren Leibwächter Daniel Ducruet. Das Paar hatte zu dem Zeitpunkt bereits die zwei Kinder Louis und Pauline. Doch das Glück zerbrach, als Ducruet mit einer Stripperin erwischt wurde. Die Ehe wurde am 1. Oktober 1996 geschieden – 458 Tage nach dem Jawort.

Die zweite Ehe von Prinzessin Stéphanie endete ebenfalls vor dem Scheidungsrichter. Am 12. September 2003 heiratete die Monegassin den Artisten Adans Lopez Peres. Wieder gab es kein Happy End. 439 Tage später wurde das Paar geschieden.

Fürst Albert und Fürstin Charlène von Monaco
Liegt auch auf ihrer Liebe ein Fluch? Wenn es nach der Legende geht, muss die Ehe von Fürst Albert und Fürstin Charlène unweigerlich scheitern. © picture alliance / abaca

Wie steht es um die Ehe von Fürst Albert und Fürstin Charlène?

Und Fürst Albert? Das Oberhaupt der Fürstenfamilie von Monaco tat sich lange schwer bei der Wahl der richtigen Partnerin. Erst mit 53 Jahren trat der Grimaldi-Chef vor den Traualtar. Am 1. Juli 2011 heiratete er die 33-jährige Profi-Schwimmerin Charlène Wittstock. Am 10. Dezember 2014 wurden die Zwillinge Prinz Jacques und Prinzessin Gabriella geboren. Ob die Ehe von Fürst Albert und Fürstin Charlène glücklich ist? Man kann es ihnen nur wünschen, damit dieser grausame Grimaldi-Fluch endlich besiegt wird.