Gloria von Thurn und Taxis feiert heute ihren 60. Geburtstag. Ihre Mitarbeiter gratulieren auf besondere Weise …

 Einerseits flippig, andererseits konservativ: Gloria von Thurn und Taxis feiert heute ihren 60. Geburtstag.  © picture alliance/Geisler-Fotopress
Einerseits flippig, andererseits konservativ: Gloria von Thurn und Taxis feiert heute ihren 60. Geburtstag. © picture alliance/Geisler-Fotopress

Gloria von Thurn und Taxis hat einen besonderen Geburtstagswunsch

Nicht nur in Schweden gibt es Grund zum Feiern, auch auf Schloss St. Emmeram wird gejubelt. Gloria von Thurn und Taxis feiert heute ihren 60. Geburtstag.

Zu ihrem Ehrentag hat die dreifache Mutter einen besonderen Wunsch: Bäume. Anlässlich ihres runden Geburtstages soll im Thiergarten östlich von Regensburg ein bunter Zukunftswald entstehen. Bis zu 28 verschiedene Arten sollen gepflanzt werden. Der Grund: In einigen Jahren soll der Wald Antworten darauf geben, welche Baumarten in dem sich wandelnden Klima eine Zukunft haben. Wer der Fürstin eine Freude machen will, kann einen Setzling für 50 Euro kaufen. „Zum Dank erhalten Sie eine von Fürstin Gloria handsignierte, nummerierte Urkunde für Ihren Baum und Ihr Geschenk an Fürstin Glorias Zukunftswald“, heißt es auf der Webseite.

Das Leben der schrillen Fürstin

Fürstin Gloria wurde am 23. Februar 1960 in Stuttgart als Tochter von Graf Joachim und Gräfin Beatrix von Schönburg-Glauchau geboren. Teile ihrer Kindheit verbrachte die Adlige in Afrika, wo ihr Vater als Journalist arbeitete.

1979 lernte die 19-Jährige den 34 Jahre älteren Johannes von Thurn und Taxis kennen. Er ist sofort angetan von ihrer lebensfrohen Art. Die Hochzeit fand am 31. Mai 1980 statt. Zu dem Zeitpunkt war Gloria bereits schwanger. Dass die gläubige Katholikin Sex vor der Ehe hatte, begründete sie bei Sandra Maischberger so: „Er hat mir das damals so erklärt: Das wäre bei Bauern ähnlich, dass man guckt, ob das klappt. Der hat mich da einfach reingequatscht. Ich hatte gar nicht darüber nachgedacht, dass das nicht klappen sollte. Ich war jung, kerngesund und hatte noch nie die Pille genommen – also hopp.“

Am 28. November 1980 erblickte Tochter Maria Theresia das Licht der Welt. Die Kinder Elisabeth und Albert folgen 1982 und 1983.

Doch lange währte das gemeinsame Glück nicht. Ihr Mann „Goldi“ starb am 14. Dezember 1990 nach einer Herzoperation. Seitdem musste Gloria das in Schwierigkeiten geratene Familienunternehmen alleine führen. Berater helfen ihr, die Krise abzuwenden. Um die Erbschaftsteuer von rund 45 Millionen DM zahlen zu können, ließ sie einen Teil des Erbes versteigern. „Das Schwierige im Leben hat mich geprägt: die Krankheit meines Mannes, der Tod, die Einsamkeit, die wirtschaftlichen Probleme und die menschlichen Enttäuschungen“, sagte sie dem Zeit-Magazin.

Skandale pflastern ihren Weg

Durch ihre schrille Frisur und ihre extravaganten Outfits wurde Gloria früh zum Liebling der Regenbogenpresse. Sie wird als „Punk-Fürstin“ oder „Prinzessin TNT” bezeichnet. Sie ist eine Fürstin, die aneckt. Im Laufe ihres Lebens sorgte die 60-Jährige immer wieder für Kontroversen. „Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne“, erklärte die Fürstin 2001 in der Talkshow Friedman und erntete viel Kritik.

Auch mit ihren Äußerungen zur Homosexualität sorgte sie für Empörung. In ihrer Kolumne der Wochenzeitung „Neue Bildpost“ schrieb die dreifache Mutter: „Schwule Männer sind durch den Zeitgeist quasi geadelt worden. Sie gelten als hip, fortschrittlich und modern.“ Auf den „normalen“ Mann hingegen würde man herabsehen, weil er nur noch das Relikt aus einer längst vergangenen Zeit sei. In einer von der CSU organisierten Podiumsdiskussion sagte die Katholikin zudem: „Die Homoehe ist ein Angriff auf die klassische Familie: Vater, Mutter, Kind.“

Ihre eigenen Mitarbeiter scheinen möglicherweise eine andere Meinung zu haben. Sie gratulierten der Fürstin mit einem einem Bild von Schloss St. Emmeram, das zwei Männer mit Regenbogenfahnen (dem Symbol für Toleranz aller Lebensformen) zeigt.

Update: Wenige Stunden später wurde die Männern mit den Regenbogenfahnen entfernt.

Meine persönliche Meinung: „Bedauerlich, dass die Fürstin so denkt. Homosexualität ist schließlich nichts Unnormales oder Abstoßendes – im Gegenteil. Homosexualität ist allgegenwärtig und kommt sogar in den ,besten’ Familien vor …“

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 Hier berichtet Adelsexpertin Anika Helm
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