Gräfin Sophie von Wessex feiert heute ihren 56. Geburtstag. Lange Zeit wurde die Frau von Prinz Edward zu Unrecht verkannt. Doch nun mausert sich die ehemalige PR-Fachfrau zu einer der wichtigsten Stützen im britischen Königshaus.

Sophie von Wessex
Von der Tochter eines Autoreifenverkäufers zum Liebling der Monarchie: Sophie von Wessex hat in den vergangenen Jahren eine enorme Wandlung hingelegt. © picture alliance / Photoshot | –

Sophie Rhys-Jones wird die Frau von Prinz Edward

Ihr Start ins royale Leben war nicht einfach. Als Sophie Ryhs-Jones die Freundin von Prinz Edward wurde, musste sich die Tochter eines Autoreifenhändlers vieles gefallen lassen. Immer wieder gab es Spekulationen, dass der jüngste Sohn der Queen in Wahrheit homosexuell ist. Ihre Beziehung sei nur ein Ablenkungsmanöver für die Presse – hieß es.

Erst mit dem Tag ihrer Hochzeit am 19. Juni 1999 verstummten die Gerüchte. Gräfin Sophie wurde als „die neue Diana“ umjubelt. Die optischen Ähnlichkeiten und ihre zurückhaltende Art erinnerten viele an die verstorbene Königin der Herzen.

Sophie Rhys-Jones
Die Verlobung von Sophie und Edward räumt mit den Gerüchten auf.
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Ein Skandal sorgt für Unmut im Königshaus

Im britischen Königshaus wurde Gräfin Sophie zwar herzlich aufgenommen, doch eine tragende Rolle wurde ihr nicht zugetragen. War es die Angst, dass wieder eine schöne junge Frau zu viel Einfluss erlangt? Oder sollte die PR-Expertin den anderen Royals nicht die Show stehlen? In den ersten Jahren absolvierte die Schwiegertochter von Queen Elizabeth auffallend wenige Termine.

Im April 2001 dann der Skandal: Pikante Tonbandaufnahmen von Sophie gerieten an die Öffentlichkeit. Ein Reporter der „News of The World“ hatte sich als arabischer Scheich verkleidet, um der Gräfin intime Geständnisse zu entlocken. Sein Plan ging auf. Die Gräfin lästerte über Tony Blair und dessen Frau Cherie, die Queen nannte sie „The old dear“ (Deutsch: „Das alte Tantchen“. „Sophie-Gate“ blieb nicht ohne Folgen. Die Gräfin entschuldigte sich bei allen Beteiligten und musste ihren Job in einer PR-Firma an den Nagel hängen.

Zwischen Tränen und Mutterglück

Nach dem Skandal konzentrierte sich die Gräfin vermehrt auf das Privatleben. Prinz Edward und sie träumten davon, eine Familie zu gründen. Im Dezember 2001 dann der Schock: Sophie erlitt eine Eileiterschwangerschaft. Nur mit Glück überlebte die Britn. „Jeder, der etwas darüber weiß, dürfte wissen, dass das so ziemlich das Schmerzhafteste ist, was man sich vorstellen kann“, sagte sie später.

2003 erwartete Sophie wieder ein Baby, doch auch diese Schwangerschaft verlief nicht ohne Komplikationen. Wegen einer vorzeitigen Plazentalösung musste ihr Kind per Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Beide verloren bei der Geburt viel Blut, doch überlebten. Wie bei vielen Frühchen waren die Augen von Louise noch nicht vollkommen entwickelt und sie litt unter starkem Schielen. Erst eine Operation konnte das Handicap beheben.

Am 17. Dezember 2007 wurde Sophie noch einmal Mutter: Sohn James wurde geboren und machte das Glück perfekt.

Nach langem Warten wurden Edward und seine Frau endlich Eltern. Tochter Louise ist ihr ganzer Stolz.
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Sie findet ihren Platz im Königshaus

Das Image von Sophie wandelte sich nach der Geburt ihrer Kinder. Sie wurde zusehends als liebevolle Ehefrau und fürsorgende Mutter wahrgenommen. „Meine Kinder gehen auf eine normale Schule, sie übernachten bei Nachbarn, am Wochenende machen wir Ausflüge“, offenbarte die Blondine in einem Interview mit der „Sunday Times“. „Klar ist es nicht normal, dass die Großmutter meiner Kinder in einem Schloss wohnt, aber wenn James und Louise sie besuchen, ist sie schlicht Granny.“ Mir ihrer bescheidenen und bodenständigen Art kann die Britin beim Volk punkten.

Auch für die „Firma“ wird sie wichtiger. Inzwischen ist sie Schirmherrin von 81 Organisationen und Stiftungen wie den Blind Veterans UK, The Queen Elizabeth Diamond Jubilee Trust und Toronto General Hospital. Doch trotz ihres Engagements wurde ihre Arbeit zunächst nicht wirklich wahrgenommen. Die Schlagzeilen wurden von den ersten Plätzen der Thronfolge beherrscht. Queen Elizabeth, Prinz Charles, Prinz Harry, Prinz William und Herzogin Kate zierten die Titelseiten, Sophies Arbeit wurde nur mit einer Randnotiz bemerkt.

Sophie beklagte sich deswegen nicht. Die Britin weiß, welche Rolle sie im Königshaus zu erfüllen hat. Sie soll die Königin und ihre Thronfolger unterstützen, ihnen aber nicht das Rampenlicht streitig machen. Persönliche Eitelkeiten sind da fehl am Platz. Es heißt, Queen Elizabeth schätzt ihre Schwiegertochter wegen dieser Qualitäten besonders. Beide sollen ein enges Vertrauensverhältnis haben.

Die Zukunft von Gräfin Sophie

Nach dem Rückzug von Herzogin Meghan und Prinz Harry musste sich das Königshaus Anfang 2020 neu aufstellen. Plötzlich fehlten zwei wichtige Repräsentanten. Zum Glück war Gräfin Sophie zur Stelle. Sie übernahm trotz Coronakrise wichtige Termine im In- und Ausland. Mit ihrem Charme eroberte sie die Herzen der Menschen im Sturm.

Mit ihrem tüchtigen und herzlichen Wesen hat sich Sophie von Wessex im Königshaus unentbehrlich gemacht. „Die Gräfin ist natürlich eine unglaublich harte Arbeiterin, sehr gut mit Menschen und die Königin verehrt sie“, erklärte Adelsexpertin Angelina Levin dem „Express“ und fügte hinzu: „Ich bin sicher, dass der Prinz und die Gräfin verstärkt hervortreten werden.“

Zu ihrem Geburtstag erhielt die Gräfin auch vom Volk viele lobende Worte in den sozialen Netzwerken. Es hat gedauert, doch mit 56 Jahren erfährt Sophie endlich die Anerkennung, die sie verdient.