Maria Coventry, Gräfin von Coventry starb, weil sie noch schöner werden wollte. Sie ahnte nicht, dass in ihrer Kosmetik ein tödliches Gift schlummerte.

Maria Coventry, Gräfin von Coventry galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Für ih Aussehen nahm sie vieles in Kauf. © Gemeinfrei

Gräfin Maria war von bescheidener Herkunft

Wer schön sein will, muss leiden. Diesen Spruch kennt wohl jedes Kind. Auch Maria Coventry, Gräfin von Coventry, unternahm vieles, um noch attraktiver zu werden. Denn von Anfang an drehte sich bei der Britin alles um die Optik.

Geboren wurde sie am 15. August 1732* als Maria Gunning in der Grafschaft Huntingdonshire als Tochter irischer Eltern. Sie wuchs mit ihren sechs Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihr Aussehen war ihr einziger Trumpf. Ihre Mutter ermunterte Maria und ihre Schwester Elizabeth, es mit der Schauspielerei zu versuchen, um Geld zu verdienen.

*Je nach Quelle wird ihr Geburtsjahr auch mit 1733 angegeben

„Sie sind die hübschesten lebenden Frauen“

Die Schwestern heuerten schließlich im Londoner Theaterviertel West End an. Maria wurde innerhalb kurzer Zeit zum neuen Liebling der Gesellschaft. Für ihre Schönheit und Anmut wurde sie in ganz London bewundert. Auf einen Ball erlangte Maria die Aufmerksamkeit von Earl Harrington,  dem Lord Lieutenant of Ireland. Er war so fasziniert von der jungen Frau, dass er ihrer Mutter eine Rente zusprach.

Der Schriftsteller und Politiker Horace Walpole beschrieb die Schwestern so: „Zwei irische Mädchen ohne Vermögen, die seit den Tagen Helenas mehr Getöse machen als alle ihre Vorgängerinnen, und die zu den hübschesten lebenden Frauen erklärt werden.“

Ihr fulminanter Aufstieg in die Gesellschaft

1750 wurde Maria Gunning im St. James Palast vorgestellt. Als König George II. sie fragte, welches Schauspiel ihr am besten gefalle, antworte sie: „Königliche Beerdigungen.“ Normalerweise wäre so eine Bemerkung ein schlimmer Fauxpas gewesen, doch der König nahm es mit Humor. Mit ihrem Charme hatte die junge Schönheit sogar den Monarchen bezirzt.

Mit 19 Jahren gelang Maria der Aufstieg in höheren Kreise. Sie heiratete den zehn Jahre älteren Aristokraten George William Conventry, 6. Earl of Conventry. Gemeinsam bekam das Paar zwei Töchter und einen Sohn.

Die Adlige wollte eine weiße Haut wie Porzellan. © Gemeinfrei

Ihr Schönheitswahn wurde der Countess of Coventry zum Verhängnis

Wie viele Frauen der höheren Gesellschaft probierte auch die Maria immer neue Mittelchen aus, um noch schöner zu werden. Jeden Tag verbrachte sie Stunden, um ihr Gesicht zu bemalen. Möglicherweise war dies auch dem Umstand geschuldet, dass ihr Ehemann mit der zehn Jahre jüngeren Kurtisane Kitty Fisher anbändelte.

Es war damals üblich, sehr starke Weißmacher zu verwenden, um die Haut ebenmäßig wie Porzellan wirken zu lassen. Auch Gräfin Maria benutzte solche Mittel. Was sie nicht ahnte: Die Schminke war vergiftet! Das Produkt enthielt hohe Mengen an Arsen, Blei und Quecksilber. Die gefährlichen Substanzen gelangten in ihre Blutbahn und vergiften langsam ihren Körper.

Am 30. September 1760 starb Maria Coventry, Countess of Coventry, an einer Blutvergiftung und wurde nur 28 Jahre alt. Zehntausende sollen an ihrem Trauerzug teilgenommen haben. Bis heute gilt sie als eines der bekanntesten Kosmetik-Opfer.

Quellen: Irish Examiner, Nationaltrust, Five Minute History
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