Aktuell hängt der Himmel für die luxemburgischen Royals voller Geigen. Erst vor wenigen Wochen wurde der langersehnte Thronfolger Prinz Charles geboren. Doch die Zeiten waren nicht immer so rosig für die großherzogliche Familie. Großherzog Wilhelm IV. und Marie-Anne von Portugal hatten sechs Töchter, die fast allesamt schreckliche Schicksalsschläge durchleben mussten oder selbst ein tragisches Ende fanden.

Der Stolz Luxemburgs: Die sechs Töchter von Großherzog Wilhelm IV. und seiner Frau Marie-Anne.
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Großherzogin Maria-Adelheid: Sie starb entmachtet und jung

Ihr Leben war mehr als tragisch. Als Maria-Adelheid (*1894-†1924) 17 Jahre alt war, starb ihr Vater Großherzog Wilhelm IV. Weil es keinen männlichen Erben gab, wurde sie wenige Monate später mit 18 Jahren zur Großherzogin ernannt. Doch ihre Regentschaft sollte nicht lange währen. Der Erste Weltkrieg und viele politischen Krisen überschatteten ihre Herrschaft. Die Bevölkerung und politische Gegner warfen ihr Deutschenfreundlichkeit und mangelnde Vaterlandsliebe vor. Die langjährige innenpolitische Krise führte zu Unruhen im Land und wurde Maria-Adelheid zur Last gelegt. Schließlich dankte sie am 9. Januar 1919 zugunsten ihrer jüngeren Schwester Charlotte ab.

Maria-Adelheid trat schließlich einem Kloster im italienischen Modena bei. Doch ihre Psyche litt weiterhin. Die ehemalige Großherzogin wurde depressiv und immer schwächer. Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands musste sie das Klosterleben aufgeben. Schließlich begann sie in München eine Ausbildung zur Krankenschwester. Doch um ihre Gesundheit war es weiter schlecht bestellt. Sie zeigte deutliche Symptome von Paratyphus, eine mildere Form von Typhus. Es gab keine Rettung mehr. Maria-Adelheid von Luxemburg starb am 24. Januar 1924 im Alter von 29 Jahren. Sie hatte niemals geheiratet und hatte auch keine Kinder. Ob sie auch so jung gestorben wäre, wenn sie den Thron nicht hätte aufgeben müssen? Das kann wohl niemand mit Gewissheit sagen.

Großherzogin Charlotte: Sie musste ihren Sohn zu Grabe tragen

Nachdem ihre Schwester abgedankt hatte, bestieg Charlotte (*1896-1985) den Thron. Gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Felix von Bourbon-Parma sorgte sie für reichlich Nachwuchs: Sechs gemeinsame Kinder brachte ihre Ehe hervor, darunter den späteren Großherzog Jean (†2019). Doch auch in ihrem erfüllten Leben blieb Großherzogin Charlotte ein Schicksalsschlag nicht erspart: Sie musste ihr eigenes Kind zu Grabe tragen. Ihr zweitältester Sohn Prinz Charles starb schon mit 49 Jahren an einem Herzinfarkt.

Großherzogin Charlotte saß von 1919 bis 1964 auf dem luxemburgischen Thron. Sie war die Großmutter von Großherzog Henri.
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Prinzessin Hilda: Sie blieb kinderlos

Prinzessin Hilda (*1897 – †1979) war die drittälteste Tochter von Großherzog Wilhelm IV. und Marie-Anne. 1930 heiratete sie Adolph Fürst zu Schwarzenberg. Obwohl sich viele Mitglieder der großherzoglichen Familie über einen großen Kindersegen freuen durften, war Hilda kein Kind vergönnt. Sie bekam keinen Nachwuchs mit ihrem Mann.

Prinzessin Hilda blieb ohne Nachwuchs. Warum sie und ihr Mann keine Kinder hatten, ist nicht bekannt.
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Prinzessin Antonia von Luxemburg musste ins KZ

Ein schreckliches Schicksal widerfuhr auch Prinzessin Antonia. Die Luxemburgerin und ihr Mann Kronprinz Rupprecht von Bayern waren Gegner des Nazi-Regimes. 1939 mussten sie deswegen vor den Nazis ins Exil nach Italien fliehen. Von dort aus zog die Prinzessin mit ihren Kindern nach Ungarn weiter. Als die Deutschen das Land 1944 besetzten, nahmen sie Antonia und ihre Kinder gefangen genommen. Die Adlige wurde erst zunächst nach Sachsenhausen deportiert, im April 1945 dann ins Konzentrationslager Dachau verlegt. Im selben Monat konnte Prinzessin Antonia zwar befreit werden, doch ihre Gesundheit litt erheblich unter den Strapazen. Sie starb neun Jahre später im Alter von 54 Jahren.

Prinzessin Antonia und Kronprinz Rupprecht von Bayern bekannten sich gegen das Regime. Die Adlige musste deswegen ins KZ.
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Prinzessin Elisabeth: Ihre große Liebe starb bei einem Autounfall

Auch die fünfälteste der Schwestern erlebte eine Tragödie. Ihre große Liebe Prinz Ludwig Philipp von Thurn und Taxis starb mit gerade einmal 32 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Prinzessin Elisabeth (*1901- †1950) musste ihre Kinder Prinz Anselm (9) und Prinzessin Inga (damals 7) alleine großziehen. Es sollte nicht der letzte Schicksalsschlag in ihrem Leben bleiben: Auch sie musste ein Kind zu Grabe tragen. Ihr Sohn Anselm starb 1944 im Zweiten Weltkrieg.

1916 ahnten die Schwestern noch nicht, welches Schicksal sie einmal durchleben würden. Charlotte, Antonia und Hilda (hinten v.l.n.r) und Sophie, Maria-Adelheid und Prinzessin Elisabeth.
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Prinzessin Sophie: Sie erlag mit 39 Jahren einer schweren Krankheit

Ein langes Leben war auch Prinzessin Sophie (*1902 – †1941) nicht vergönnt. Die Jüngste der Schwestern starb mit gerade einmal 39 Jahren an einer Lungenentzündung. Tragisch, wie viel Leid die Prinzessinnen erleben mussten.