König Carl Gustaf ist mit vier älteren Schwestern aufgewachsen. ADELSWELT verrät mehr über die „Haga-Prinzessinnen“.

Prinzessin Margaretha, König Carl Gustaf, Prinzessin Birgitta, Prinzessin Désirée und Prinzessin Christina.
V.l.n.r.: Prinzessin Margaretha, König Carl Gustaf, Prinzessin Birgitta, Prinzessin Désirée und Prinzessin Christina. © Jonas Borg, Kungahuset.se

Prinzessin Margaretha von Schweden

Prinzessin Margaretha ist das älteste Kind von Prinzessin Sibylla (*1908-†1972) und Prinz Gustav Adolf (*1906-†1947). Sie wurde am 31. Oktober 1934 geboren. Ihr Vorname ist eine Hommage an ihre jung verstorbene Großmutter väterlicherseits – Kronprinzessin Margaret.

Obwohl sie das älteste Kind des Erbprinzen war, hatte Prinzessin Margaretha als Frau keine Chance auf den Thron. Gemeinsam mit ihren Geschwistern wuchs sie auf Schloss Haga auf, weswegen die Mädchen in der Presse den Spitznamen „Haga-Prinzessinnen“ bekamen. Sie waren fast schon so berühmt wie Popstars.

1947 traf die Familie ein schlimmer Schicksalsschlag: Gustav Adolf Erbprinz von Schweden kam mit 40 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die 12-jährige Margaretha litt sehr unter dem Tod ihres Vaters. Um dieses Trauma zu verkraften, wurde sie nach Dänemark geschickt. Dort lebte sie ein Jahr bei ihrer Tante Königin Ingrid.

Nach ihrer Schullaufbahn absolvierte die Schwedin eine Ausbildung zur Damenschneiderin und Näherin. Sie ist auch ausgebildete Ergotherapeutin. 1964 heiratete Prinzessin Margaretha den britischen Geschäftsmann John Ambler (*1924–†2008). Das Paar bekam die Kinder Sibylla (*1965), Edward (* 1966) und James (*1969). Weil ihre Ehe nicht standesgemäß war, verlor die Schwedin ihren Titel „Königliche Hoheit“. Sie erhielt jedoch vom König den Höflichkeitstitel „Prinzessin Margaretha, Mrs. Ambler“.

Die Ehe mit dem zehn Jahre älteren Geschäftsmann ging 1994 in die Brüche, eine Scheidung folgte jedoch nicht. Heute lebt Prinzessin Margaretha in Grafschaft Oxfordshire in Großbritannien. Sie nimmt keine offiziellen Aufgaben für die schwedische Königsfamilie wahr, nimmt aber an Familienfeiern teil.

Prinzessin Margaretha von Schweden
Margaretha von Schweden ist die älteste Schwester von König Carl Gustaf. © picture alliance / IBL Schweden | Karin Törnblom / IBL Bildbyrå

Prinzessin Birgitta von Schweden

Prinzessin Birgitta kam am 19. Januar 1937 zur Welt. In ihrer Kindheit fühlte sich die Zweitgeborene wie gefangen. „Wir durften nichts selbst machen. Bis zu meiner Heirat war ich weder in einem Restaurant noch in einer Disco. Wir waren nur zu Hause. Ich konnte nicht einmal telefonieren“, offenbarte sie in einem neuen Interview mit „Expressen“. „Es war, als lebe man in einem goldenen Käfig.“

Nach der Schulzeit machte sie eine Ausbildung zur Gymnastikdirektorin an der Schule für Gymnastik und Sport (GIH). 1959 lernte Birgitta in Deutschland Johann Georg von Hohenzollern (1932–2016) kennen. Am 25. Mai 1961 heiratete sie den Prinzen in Stockholm. Das Paar bekam die drei Kinder Carl Christian (geb. 1962), Désirée (geb. 1963) und Hubertus (geb. 1966). 1990 trennten sich die Eheleute, verzichtete aber ebenfalls auf eine Scheidung. Prinzessin Birgitta wanderte nach Mallorca aus, während ihr Mann weiter in München lebte.

Januar 2001 traf die Adlige ein schlimmer Schicksalsschlag: Ihr Enkel starb wenige Tage nach der Geburt. Ihr Sohn Prinz Hubertus und dessen Frau Maria waren verzweifelt. „Das Schlimmste, was ich neben dem Tod meines Vaters je erlebt habe, war, als mein Enkelsohn Lennart starb. Er wurde nur drei Tage alt. Er war nicht gesund und wir hatten gerade genug Zeit, um ihn taufen zu lassen. Dort zu stehen und meine Kinder so leiden zu sehen, war das Schlimmste, was ich je erlebt habe“, sagte Prinzessin Birgitta „Svensk Damtidning“.

Prinzessin Birgitta von Schweden
Mit ihrem exzentrischen Aussehen sorgt Prinzessin Birgitta für Aufsehen. © picture alliance / dpa | Patrick van Katwijk

Prinzessin Désirée von Schweden

Als dritte Tochter erblickte Prinzessin Désirée am 2. Juni 1938 das Licht der Welt. „Hé“ wie sie als Kind genannt wurde, war ein verträumtes Kind. „Désirée war wie das Märchen selbst, voller Fantasien und Reflexionen, verträumt, humorvoll und verspielt. Irgendwie schien Désirée mit einem Fuß in einer Welt zu stehen, die über das Gewöhnliche hinausging und zu der sonst niemand Zugang hatte“, schrieb ihr Kindermädchen Ingrid „Nenne“ Björnberg in ihrem Buch.

Nach der Schule machte sie einen Abschluss als Vorschullehrerin und arbeitete vor ihrer Heirat als Vorschullehrerin. Außerdem studierte sie Textiltechnik.

In den 50er Jahren gab es Pläne, sie mit König Konstantin von Griechenland zu verheiraten, aber daraus wurde nichts. Denn Désirée liebte Greger Lewenhaupt. Doch der Tod zerstörte ihr Glück. Mit nur 22 Jahren kam Greger 1960 bei einem Skiunfall ums Leben.

1964 heiratete sie Niclas Silfverschiöld (*1934–†2017). Als König Gustaf VI Adolf fragte, welche Art von Schmuck Désirée als Hochzeitsgeschenk haben wollte, antwortete sie pragmatisch: „Ich will keinen Schmuck, ich will einen Traktor, den braucht Niclas in der Landwirtschaft.“

Infolge ihrer nicht ebenbürtigen Ehe verlor sie ebenfalls ihren Titel „Königliche Hoheit“. Das Paar bekam die Kinder Carl (*1965), Christina Louise (*1966) und Hélène (*1968). „Ich betrachte mich jetzt nur noch als Mutter und Ehefrau und lege wenig Wert darauf, Prinzessin zu sein“, sagte sie nach der Hochzeit. Prinzessin Désirée ist verwitwet und lebt dem Familienanwesen Schloss Koberg. Die Adlige ist die Patentante von Kronprinzessin Victoria.

Prinzessin Désirée von Schweden
Désirée von Schweden hätte die Königin von Griechenland werden können. © picture alliance / IBL Schweden | Karin Törnblom / IBL Bildbyrå

Prinzessin Christina von Schweden

Prinzessin Christina ist die jüngste Haga-Prinzessin. Die Schwedin wurde am 3. August 1943 geboren. Sie ist die einzige Schwester von König Carl Gustaf, die eine höhere Schuldbildung erhielt. Sie engagierte sich für das Rote Kreuz und kämpfte gegen die Verbreitung von Aids und HIV. Außerdem schrieb sie mehrere Bücher. Eines davon handelt vom Leben ihrer Großmutter Kronprinzessin Margaret (†38).

Zufrieden ist sie mit ihrem Werdegang dennoch nicht. „Ich bedauere, dass ich keine Berufsausbildung abgeschlossen habe. Ich möchte mich etwas nennen können“, sagte sie in einem Interview mit „TV4“.

Am 15. Juni 1974 heiratete sie den Bürgerlichen Tord Gösta Magnuson. Weil ihre Ehe nicht standesgemäß war, verlor auch sie den Titel „Königliche Hoheit“ und ihren Platz in der Thronfolge. Das Paar bekam drei Söhne: Carl Gustaf Victor Magnuson (*1975), Tord Oscar Frederik Magnuson (*1977) und Victor Edmund Lennart Magnuson (*1980).

Auch sie musste schwere Schicksalsschläge verkraften: 2010 wurde bei Prinzessin Christina Brustkrebs festgestellt, sechs Jahre später wurde der Königstochter dann auch noch die Diagnose Leukämie mitgeteilt.

2018 verabschiedete sich die Schwester von König Carl Gustaf in den Ruhestand. Auch ihre Krankheiten hatten Einfluss auf diese Entscheidung. „Ich habe einfach gemerkt, dass das Leben endlich ist“, erklärte die Frau von Tord Magnuson. „Ich versuche, jeden einzelnen Tag zählen zu lassen. Ich möchte mich in Zukunft nicht an so viele Dinge binden, sondern das schätzen, was ich habe und mich um die Menschen in meinem Umfeld kümmern.“

Prinzessin Christina
Prinzessin Christina war bei den Schweden immer die beliebteste „Haga-Prinzessin“. © Anna-Lena Ahlström Kungahuset.se