König Felipe in der Krise. Dem spanischen Monarchen machen nicht nur die Folgen des Coronavirus zu schaffen, sondern auch seine fallenden Sympathiewerte. Deswegen schreitet er jetzt zur Tat.

 Kein Platz für unnötige Eitelkeiten: König Felipe wendet sich mit Atemschutzmaske an die Streitkräfte und bedankt sich für ihren Einsatz. © picture alliance/MediaPunch Kein Platz für unnötige Eitelkeiten: König Felipe wendet sich mit Atemschutzmaske an die Streitkräfte und bedankt sich für ihren Einsatz. © picture alliance/MediaPunch

König Felipe zeigt sich mit Maske und Handschuhen

König Felipe packt mit an. „Endlich!“– würde wohl so mancher Spanier rufen. Denn in Zeiten der Coronakrise bemängelten manche Landsleute den fehlenden Einsatz ihres Monarchen. Während seiner Ansprache am 18. März protestierten die Spanier auf ihren Balkonen. Sie schlugen auf Töpfen und Pfannen ein, um ihren Unmut gegen das unbeliebte Königshaus kundzutun. Viele sangen das umgedichtete Lied „Corona Ciao“ – damit war jedoch nicht das Virus gemeint, sondern die Krone (spanisch für Corona). Gerade einmal 50,9 Prozent fanden seine Rede gut. Doch Felipe hat sich die Kritik offenbar zu Herzen genommen.

Mit Schutzmaske und Handschuhen besuchte der 52-Jährige am Freitag das Operationskommando (MOPS) der Retamares-Basis, dem Hauptquartier des Generalstabschefs der Verteidigung. Es ist ein ungewohntes Bild, König Felipe so zu sehen. Doch diese Sicherheitsmaßnahmen sind nun mal nötig. Vor Ort sprach König Felipe mit Verteidigungsministerin Margarita Robles und machte sich selbst ein Bild von dem unermüdlichen Einsatz der Streitkräfte, der sogenannten Fuerzas Armadas (FAS).

Obwohl er daran erinnerte, dass dies normalerweise nicht die Aufgabe der Streitkräfte ist, lobte König Felipe, dass sie „bereit sind, überall und jederzeit zu dienen, wo es notwendig ist.“ Anschließend hielt der Monarch eine Videokonferenz mit den fünf untergeordneten Teilstreitkräfte ab.

 Gemeinsam mit Verteidigungsministerin Margarita Robles besucht König Felipe das Operationskommando (MOPS) der Retamares-Basis. © picture alliance/MediaPunch Gemeinsam mit Verteidigungsministerin Margarita Robles besucht König Felipe das Operationskommando (MOPS) der Retamares-Basis. © picture alliance/MediaPunch

Schwere Bewährungsprobe für den spanischen Monarchen

Es ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Bereits am 26. März besuchte König Felipe überraschend das Feldkrankenhaus in Madrids Messezentrum. Mit Maske und Handschuhen geschützt ließ sich Felipe VI. über das Messegelände führen und die verschiedenen Bereiche des Hospitals zeigen.

Der 52-Jährige muss sich jetzt unbedingt als König beweisen. Er muss zeigen, dass er trotz der vielen Skandale im spanischen Königshaus ein verlässlicher Landesvater ist und die Nation anführen kann. Denn Spanien braucht Stärke und Hoffnung. Über 13.000 Tote und über 135.000 Infizierte gibt es im Land, auch die wirtschaftlichen Folgen sind katastrophal. Eine schwere Rezession ist vorprogrammiert.

Wenn Felipe das Ruder jetzt nicht herumreißt und wichtige Sympathiepunkte sammelt, ist das spanische Königshaus wohl bald Geschichte. Denn welcher Spanier, der selbst um seine Existenz fürchten muss, will nach so vielen Skandalen noch Steuern für die Monarchie zahlen?