Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia tauchen immer häufiger im Rampenlicht auf. Dahinter steckt offenbar eine ausgeklügelte PR-Strategie. Denn möglicherweise sind die Töchter von Königin Letizia und König Felipe die letzte Rettung für das spanische Königshaus.

 Königin Letizia hat ihre Töchter lange vor der Öffentlichkeit beschützt. Einige Spanier warfen ihr sogar vor, die Mädchen regelrecht abzuschotten „Die Unsichtbare“ wird Leonor genannt  © picture alliance/RoyalPress Europe
Königin Letizia hat ihre Töchter lange vor der Öffentlichkeit beschützt. Einige Spanier warfen ihr sogar vor, die Mädchen regelrecht abzuschotten „Die Unsichtbare“ wird Leonor genannt © picture alliance/RoyalPress Europe

Das spanische Königshaus steckt in der Krise

Es ist eine Entscheidung, die Königin Letizia schwergefallen sein muss. Für sie war es immer das Wichtigste, ihre Töchter so gut es geht vom Medienrummel abzuschirmen. Trotz ihrer Rolle sollten Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia eine behütete Kindheit haben.

Doch die spanische Monarchie steckt in der Krise. Die bösen Schlagzeilen um Juan Carlos, der Vorfall bei der Ostermesse und nicht zuletzt die Inhaftierung von Iñaki Urdangarín haben der Krone erheblichen Schaden zugefügt. Und mit ihrer (Eis)-Königin sind die Spanier bis heute nicht richtig warm geworden. Der spanische Adelsexperte Jaime Peñafiel riet König Felipe sogar öffentlich zur Scheidung.

Dabei bräuchte die Spanier gerade jetzt eine Königsfamilie, die Stabilität und Vertrauen vermittelt. Die Wirtschaftskrise belastet das Land sehr. In Spanien sind mehr als ein Drittel aller Jugendlichen zwischen 15 und 24 arbeitslos. Zusätzlich sorgt der Katalonien-Konflikt immer wieder für starke Unruhen und Gewaltausschreitungen.

 Prinzessin Leonor wird ihrem Vater König Felipe eines Tages auf den Thron folgen – falls die spanische Monarchie so lange überlebt.  © picture alliance/PPE
Prinzessin Leonor wird ihrem Vater König Felipe eines Tages auf den Thron folgen – falls die spanische Monarchie so lange überlebt. © picture alliance/PPE

Prinzessin Leonor und ihre Schwester sind der Joker der Monarchie

König Felipe und Königin Letizia haben offenbar nur eine Wahl: Sie müssen ihren letzten Trumpf aus dem Ärmel schütteln. Und das sind nun mal ihre hübschen Töchter. Denn die Mädchen haben schon jetzt eine verblüffende Strahlkraft. Prinzessin Leonor, die mit ihren blonden Haaren und den himmelblauen Augen aussieht wie ein Engel, ziert bereits die Titelbilder der spanischen Zeitschriften. Das „People“-Magazin bezeichnete sie jüngst als „Spaniens Disney-Prinzessin“. Sie könnte es schaffen, vor allem die jungen Menschen wieder von der Monarchie zu begeistern.

Ihre jüngere Schwester Sofia bekommt nicht ganz so viel Aufmerksamkeit. Doch die Spanier schätzen das Mädchen mit den sanften Rehaugen. Laut einer Umfrage liegt sie in Sachen Beliebtheit sogar noch vor Leonor. Denn die 12-Jährige hat eine Gabe, die vor ihr nur wenige Zweitgeborene hatten: Sie gönnt ihrer Schwester den Thron. Ohne erkennbare Eifersucht unterstützt sie Leonor und applaudiert ihr aus der zweiten Reihe. Ihre Zurückhaltung erinnert an ihre Großmutter Alt-Königin Sofia. Keine Frage: Leonor und Sofia sind das neue Dreamteam der Krone.

 Prinzessin Sofia (r.) ist bei jedem öffentlichen Termin ihrer älteren Schwester dabei. Sie scheint kein Problem damit zu haben, in ihrem Schatten zu stehen.  © picture alliance/PPE
Prinzessin Sofia (r.) ist bei jedem öffentlichen Termin ihrer älteren Schwester dabei. Sie scheint kein Problem damit zu haben, in ihrem Schatten zu stehen. © picture alliance/PPE

Spanische Kronprinzessin sorgt für Begeisterung

Um die Monarchie zu retten, müssen die Prinzessinnen nun ihre Kindheit opfern. Dieses Jahr hatten die Schwestern so viele öffentliche Auftritte wie noch nie zuvor. Am Montag hielt Prinzessin Leonor sogar eine Rede im brenzligen Katalonien. Auf offener Straße wurden Bilder von König Felipe verbrannt und Plakate mit Aufschriften wie „Tod dem Bourbonen“ oder „Barcelona wird der Albtraum von Felipe“ in die Höhe gehalten. Um die spanische Königsfamilie zu schützen, waren rund 1200 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Leonor hat ihre Aufgabe trotzdem souverän gemeistert. Ihre Rede bei den „Princess of Girona Foundation“ hielt sie auf Spanisch, Englisch, Arabisch und Katalanisch. Von der heimischen Presse bekam sie dafür viel Lob. Es scheint, als habe die spanische Monarchie wieder eine Chance – doch um welchen Preis?