Königin Silvia von Schweden hat in ihrer Kindheit unfassbares Leid gesehen. Noch heute verfolgen sie die Erinnerungen.

Königin Silvia verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Brasilien. Die Zeit in Südamerika hat sie geprägt. © Camilla Åkrans, König. Hovstaterna

Königin Silvia sah Hunger und Leid

Es waren prägende Zeiten. Von ihrem vierten bis 13. Lebensjahr wuchs Königin Silvia in Brasilien auf. Neben der unfassbaren Schönheit des Landes erlebte sie auch die Schattenseiten. Denn Armut und Kriminalität gehören genauso zu Brasilien wie der Regenwald und weiße Sandstrände.

„Wir haben in Brasilien gelebt, als ich klein war, in Sao Paulo. Meine erste Erinnerung an Armut war, als ich mit meiner Mutter in die Stadt ging und Mütter mit ihren Kindern auf der Straße betteln sah. Es hat mich verärgert und schockiert“, berichtete die 76-Jährige 2002 gegenüber „Aftonbladet“.

„Wenn ich versuche zu schlafen, kommt manchmal die Erinnerung zurück“

Vor allem eine Erinnerung verfolgt Königin Silvia bis heute. Als sie erst sieben Jahre alt war, holte sie ihr Vater Walther Sommerlath von der Schule ab. Plötzlich bemerkte das kleine Mädchen etwas Ungewöhnliches. „Es waren viele Leute auf der Straße, sie hatten sich um etwas versammelt. Mein Vater versuchte mich wegzuziehen, aber ich konnte sehen. Es war ein armer Mann, der auf der Straße gestorben war. Der Tote sei mit Zeitungen und Kerzen bedeckt gewesen“, erinnerte sich Königin Silvia.

Ihr Vater erklärte Silvia schließlich, dass der arme Mann an Cholera gestorben war. Doch sie verstand nicht, dass es sich um eine Krankheit handelte. „Ich wusste nicht, was es war, und verband Cholera mit Zeitungen. Ich hatte Angst vor Zeitungen, ich dachte, du könntest krank werden und an ihnen sterben. Dann wurde mir klar, dass es nicht so war, aber dieses Erinnerungsbild hat mich all die Jahre verfolgt. Manchmal, wenn ich versuche zu schlafen, kann die Erinnerung an den Toten auf der Straße zurückkehren, ich kann ihn vor mir sehen.“

Dieses Erlebnis hat die dreifache Mutter verändert. Heute setzt sie sich bewusst für die Schwächeren der Gesellschaft ein.

Quellen: Svensk Damtidning, Aftonbladet

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