Kronprinzessin Victoria mobilisiert alle Kräfte, um in der Coronakrise zu helfen. Doch für ihr Engagement erntet „Prinzessin Fleißig“ auch Kritik.

 Kronprinzessin Victoria absolviert trotz Coronavirus immer noch öffentliche Termine. Einerseits ist das wichtig, um das Volk zu beruhigen. Andererseits sorgt es möglicherweise dafür, dass einige Landsleute die Pandemie nicht ernst nehmen.  © picture alliance/DPR
Kronprinzessin Victoria absolviert trotz Coronavirus immer noch öffentliche Termine. Einerseits ist das wichtig, um das Volk zu beruhigen. Andererseits sorgt es möglicherweise dafür, dass einige Landsleute die Pandemie nicht ernst nehmen. © picture alliance/DPR

Kronprinzessin Victoria hilft Obdachlosen

Kronprinzessin Victoria packt mit an. Am Montag (30. März) besuchte die Schwedin die Stockholmer Stadtmission. Dort stellte sie gemeinsam mit anderen freiwilligen Helfern Lebensmittelboxen für Obdachlose und finanziell schwächer Gestellte zusammen. Denn die Organisation kann aktuell jede helfende Hand gebrauchen.

„Viele der Freiwilligen der Stadtmission sind älter und selbst gefährdet und können daher dem Geschäft derzeit nicht helfen. Die Kronprinzessin ging daher zur Stadtmission, um zu helfen“, schreibt das schwedische Königshaus auf seiner Webseite. „Ich fühle mich wie so viele andere in der Gemeinde, dass ich etwas tun möchte, und dann fühlt es sich gut an, heute hier bei Ihnen zu sein. Es ist wichtig, dass wir, die wir die Gelegenheit haben, versuchen, einen Beitrag zu leisten und auf die Art und Weise zu helfen, wie wir können. Wir können gemeinsam etwas bewirken“, erklärte die Thronfolgerin vor Ort.

Scharfe Kritik für die schwedischen Royals

In den vergangenen Wochen absolvierte „Prinzessin Fleißig“ immer wieder Termine, um auf die Gefahr des Coronavirus aufmerksam zu machen. Für ihr Engagement erntet die Königstochter aber auch Kritik. Denn einige Menschen haben das Gefühl, dass sich Kronprinzessin Victoria einem unnötigen Risiko aussetzt.

„Die Tatsache, dass Victoria ihre Arbeit fortsetzt, wirkt sich meines Erachtens nach auf die Meinung zu ihr aus. Und ich denke nicht unbedingt, dass die Leute das positiv sehen. Schweden wird stark dafür kritisiert, dass es das Virus nicht ernst nimmt. Ich sehe viele Menschen, die sich Sorgen machen, dass eine zukünftige Königin in Gefahr ist. Besonders im europäischen royalistischen Umfeld. Die meisten, auch ich, hoffen, dass die Kronprinzessin bald zu Hause bleibt und sich um ihre eigene Gesundheit kümmert. Auf diese Weise kann sie als gutes Vorbild versuchen, die Ausbreitung zu begrenzen“, wird Adelsexperte Oskar Aanmoen von „Svesk Damtidning“ zitiert.

So reagiert das Königshaus auf die Vorwürfe

Auch die Tatsache, dass Prinz Daniel, der durch seine Nierentransplantation zur gefährdeten Risikogruppe gehört, weiter Termine wahrnimmt, bereitet vielen Untertanen Sorgen.

Im Königshaus reagierte man bereits auf die Kritik. Es werden „sorgfältige Überlegungen zum Terminplan des Kronprinzenpaars angestellt“, erklärte Informationschefin Margareta Thorgren gegenüber „Hänt“. „Das Befolgen der Empfehlungen der Behörden ist von größter Bedeutung. Daher werden die meisten Aktivitäten in der kommenden Woche digital durchgeführt.“ Und so wird „Prinzessin Fleißig“ wohl erst einmal von zu Hause arbeiten.

Nicht verpassen! Im neuen Podcast „Royales Rauschen“ plaudere ich mit meiner Kollegin Saskia Weck über das Thema „Royals in der Coronakrise“.