Prinzessin Märtha Louise bricht ihr Schweigen. Zum ersten Mal spricht sie über den Rassismus, den ihr Partner Durek Verrett erleben muss. Wegen seiner Beziehung bekam das Paar sogar Morddrohungen.

Prinzessin Märtha Louise und der Schamane Durek Verrett machten ihre Liebe im Mai 2019 öffentlich.
© picture alliance/Ritzau Scanpix

Märtha Louise spricht über Rassismus

Der Tod von George Floyd hat viele Menschen tief bewegt. Der schwarze US-Amerikaner starb am 25. Mai durch Polizeigewalt. Es zeigt, wie stark die Welt noch immer von Rassismus beherrscht wird.

Auch Prinzessin Märtha Louise hat damit traurige Erfahrungen gemacht. Auf Instagram veröffentlichte die Schwester von Kronprinz Haakon nun eine bewegende Botschaft. Denn seit ihre Beziehung zu Durek Verrett, muss sich das Paar immer wieder Anfeindungen stellen. „Es ist, wie die Leute vor Durek zurückschrecken. Wie Freunde annehmen, dass er über alles lügen würde. Dass er böse ist, weil er freundlich ist. Die Worte mutierten leise und machten ihm klar, dass er keinen natürlichen Platz am Tisch hat“, berichtet die Königstochter. Leute in hohen Positionen hätten sich sogar geweigert, ihm die Hand zu geben.

Der Hass gegen das Paar gipfelte sogar in Morddrohungen. „Wir haben beide Morddrohungen erhalten, weil wir zusammen waren, und uns wurde wöchentlich gesagt, dass wir unsere Leute und Familien beschämen, weil wir zusammen sind.“

„Ich habe nicht so gehandelt, wie ich es hätte tun sollen“

Prinzessin Märtha Louise geht aber auch mit sich selbst ins Gericht. Sie gesteht Vorurteile ein. „Die Freundin von Schamane Durek zu sein, hat mir einen Crashkurs darin gegeben, wie weiße Vorherrschaft im Spiel ist und wie ich bewusst und unbewusst an schwarze Menschen gedacht und ihnen gegenüber gehandelt habe“, gab Prinzessin Märtha Louise zu.

 

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Sie habe ihre Rechte als weiße Frau stets für selbstverständlich gehalten und nicht genau hingeschaut, was Rassismus wirklich bedeuten würde. „Ich bin nicht stolz darauf, aber mir ist klar, dass ich dieses tief verwurzelte System besser verstehen muss, um Teil des Abbaus sein zu können. Als weißer Mensch muss ich wachsen, mich weiterbilden und besser werden und mich von Rassismus zu Antirassismus entwickeln“, schrieb die Norwegerin bei Instagram.

Und sie will nicht mehr tatenlos zusehen, wie ihr Lebenspartner beleidigt wird. „Bis jetzt habe ich nicht über den Rassismus gesprochen, den ich gegen meinen Freund erlebt habe. Und ich sehe jetzt, dass dies Teil des Problems ist. Ich habe nicht so gehandelt, wie ich es hätte tun sollen, aber das hört heute auf“, schwört die Tochter von König Harald und Königin Sonja. Für ihre bewegenden Worte erhielt Prinzessin Märtha Louise viel Zustimmung.