Herzogin Meghan und Prinz Harry haben die Nase voll. Die frühere Schauspielerin reichte nun Klage ein. Ihr Mann veröffentlichte einen offenen Brief, um die Situation zu erklären.

 Normalerweise klagen die Mitglieder der britischen Königsfamilie nicht. Herzogin Meghan und Prinz Harry wollen sich die skrupellose Berichterstattung aber nicht länger gefallen lassen.  © picture alliance / empics
Normalerweise klagen die Mitglieder der britischen Königsfamilie nicht. Herzogin Meghan und Prinz Harry wollen sich die skrupellose Berichterstattung aber nicht länger gefallen lassen. © picture alliance / empics

Harry und Meghan verklagen „Mail on Sunday“

Herzogin Meghan und Prinz Harry sorgen für einen Paukenschlag. Die 38-Jährige hat nun nämlich Klage eingereicht. Grund dafür ist die permanente negative Berichterstattung. Das Fass zum Überlaufen brachte anscheinend jedoch ein privater Brief, den die „Mail on Sunday“ von Herzogin Meghan an ihren Vater Thomas Markle veröffentlicht hatte.

Auf der neuen Webseite des Paares „Sussex Official“ veröffentlichte Prinz Harry einen offenen Brief und erklärte die Entscheidung des Paares. Offenbar erinnert den britischen Royal die Situation an seine verstorbene Mutter Prinzessin Diana.

Prinz Harry richtet offenen Brief an Volk und Medien

In dem offenen Brief heißt es übersetzt so viel wie:

„Als Paar glauben wir an Medienfreiheit und objektive, wahrheitsgemäße Berichterstattung. Wir betrachten es als einen Eckpfeiler der Demokratie und im gegenwärtigen Zustand der Welt – auf jeder Ebene – haben wir nie mehr verantwortungsbewusste Medien gebraucht.

Leider ist meine Frau eines der jüngsten Opfer einer britischen Boulevardpresse, die Kampagnen gegen Einzelpersonen führt, ohne an die Konsequenzen zu denken – eine rücksichtslose Kampagne, die im Laufe des vergangenen Jahres, während ihrer Schwangerschaft und während wir unseren neugeborenen Sohn großzogen, eskaliert. Diese unerbittliche Propaganda kostet Menschen, insbesondere wenn sie wissentlich falsch und böswillig ist, und obwohl wir weiterhin ein tapferes Gesicht zeigen – wie so viele von Ihnen es nachvollziehen können -, kann ich nicht beschreiben, wie schmerzhaft es war. Denn im heutigen digitalen Zeitalter werden Pressefabriken weltweit als Wahrheit umfunktioniert. Die Berichterstattung eines Tages ist nicht mehr nur das Pommes-Papier von morgen.

Bisher konnten wir die fortwährenden Falschdarstellungen nicht korrigieren, was diesen ausgewählten Medien bekannt war und daher täglich und manchmal stündlich ausgenutzt wurde.

Aus diesem Grund ergreifen wir rechtliche Schritte, ein Prozess, der seit vielen Monaten in Arbeit ist. Die positive Berichterstattung der vergangenen Woche aus denselben Veröffentlichungen macht die Doppelmoral dieser speziellen Presse deutlich, die sie in den letzten neun Monaten fast täglich verunglimpft hat. Sie konnten auf ihre Kosten Lüge für Lüge erschaffen, nur weil sie im Mutterschaftsurlaub nicht sichtbar war. Sie ist dieselbe Frau, die sie vor einem Jahr an unserem Hochzeitstag war, genau wie Sie sie auf dieser Afrika-Tour gesehen haben.

Für diese ausgewählten Medien ist dies ein Spiel, das wir von Anfang an nicht spielen wollten. Ich war zu lange ein stiller Zeuge ihres privaten Leidens. Sich zurückzuhalten und nichts zu tun, widerspricht allem, woran wir glauben.

Diese besondere rechtliche Maßnahme hängt von einem Vorfall in einem langen und verstörenden Verhaltensmuster der britischen Boulevardmedien ab. Der Inhalt eines privaten Briefes wurde rechtswidrig in absichtlich destruktiver Weise veröffentlicht, um Sie, den Leser, zu manipulieren und die spaltende Agenda der betreffenden Mediengruppe zu fördern. Zusätzlich zu ihrer rechtswidrigen Veröffentlichung dieses privaten Dokuments haben sie Sie absichtlich in die Irre geführt, indem sie ausgewählte Absätze, bestimmte Sätze und sogar einzelne Wörter strategisch weggelassen haben, um die Lügen zu verschleiern, die sie über ein Jahr lang aufrechterhalten hatten.

Es kommt ein Punkt, an dem das Einzige, was zu tun ist, ist, sich diesem Verhalten zu widersetzen, weil es Menschen zerstört und Leben zerstört. Einfach ausgedrückt ist es Mobbing, das die Menschen erschreckt und zum Schweigen bringt. Wir alle wissen, dass dies auf keiner Ebene akzeptabel ist. Wir werden und können nicht an eine Welt glauben, in der es keine Verantwortlichkeit dafür gibt. Obwohl diese Aktion möglicherweise nicht die sichere ist, ist sie die Richtige. Weil meine tiefste Angst darin besteht, dass sich die Geschichte wiederholt. Ich habe gesehen, was passiert, wenn jemand, den ich liebe, so oft als Ware eingestuft wird, dass er nicht mehr als echte Person behandelt oder gesehen wird. Ich habe meine Mutter verloren und jetzt sehe ich, wie meine Frau denselben Mächten zum Opfer fällt. Wir danken Ihnen, der Öffentlichkeit, für Ihre fortgesetzte Unterstützung. Wir schätzen das seht. Auch wenn es nicht so scheint, brauchen wir es wirklich.“

Erlöse aus der Klage sollen gespendet werden

Bei der Klage von Herzogin Meghan geht es konkret gegen den Missbrauchs privater Informationen, Verletzung des Urheberrechts und Verstoßes gegen das Data Protection Act 2018. Vertreten werden sie von der Anwaltskanzlei Schillings vor dem englischen High Court.

„Wir haben am Sonntag ein Gerichtsverfahren gegen die Mail und ihre Muttergesellschaft Associated Newspapers wegen der aufdringlichen und rechtswidrigen Veröffentlichung eines privaten Briefes der Herzogin von Sussex eingeleitet, der Teil einer Kampagne dieser Mediengruppe zur Veröffentlichung falscher und illegaler Informationen ist absichtlich abfällige Geschichten über sie und ihren Ehemann zu verbreiten. Angesichts der Weigerung von Associated Newspapers, dieses Problem zufriedenstellend zu lösen, haben wir ein Verfahren eingeleitet, um diese Verletzung der Privatsphäre, die Verletzung des Urheberrechts und die oben genannte Medienagenda zu beheben“, heißt es vom juristischen der Kanzlei.

Die Anwaltskosten werden aus dem privaten Vermögen von Harry und seiner Frau gedeckt. Sollte das Gerichtsurteil zu Gunsten der Sussexes ausfallen, wollen sie den Erlös an eine gemeinnützige Organisation zur Bekämpfung von Mobbing spenden.