Herzogin Meghan und Prinz Harry schießen zurück. Das Paar richtete einen offenen Brief an die Boulevardpresse und wehrt sich erneut gegen falsche Berichterstattung. Dass die Sussexes das gerade jetzt tun, hat einen besonderen Grund.

 Prinz Harry und Herzogin Meghan haben bereits mehrere Klagen gegen die britische Boulevardpresse eingereicht.  © picture alliance/RoyalPress Europe
Prinz Harry und Herzogin Meghan haben bereits mehrere Klagen gegen die britische Boulevardpresse eingereicht. © picture alliance/RoyalPress Europe

Herzogin Meghan und Prinz Harry wehren sich gegen die Boulevardpresse

Sie haben die Nase voll! Prinz Harry und Herzogin Meghan haben sich nun in einem Brief an die Verantwortlichen der britischen Boulevardpresse gewandt. Dabei handelt es sich um die vier Zeitungen und dazugehörigen Webseiten von „The Sun“, „The Daily Mirror“, „Daily Mail“ und „The Daily Express“. In dem Schreiben, das von ihrem PR-Vertreter verfasst wurde, wehrt sich das Paar gegen „verzerrte, falsche oder invasive“ Artikel.

„Da sich der Herzog und die Herzogin von Sussex nun im nächsten Kapitel ihres Lebens niederlassen und keine öffentlich finanzierte Unterstützung mehr erhalten, schreiben wir, um eine neue Richtlinie für die Medienarbeit festzulegen, die sich speziell auf Ihre Organisation bezieht“, heißt es in dem Brief. „Der Herzog und die Herzogin von Sussex glauben, dass eine freie Presse ein Eckpfeiler jeder Demokratie ist – insbesondere in Krisenzeiten. Im besten Fall beleuchtet diese freie Presse dunkle Orte, erzählt Geschichten, die sonst nicht erzählt würden, setzt sich für das Richtige ein, fordert die Macht heraus und hält diejenigen zur Rechenschaft, die das System missbrauchen.“

Sussexes wollen nicht für „Click-Bait“ herhalten

Doch das ist offenbar geschehen. Nicht ohne Folgen für Prinz Harry und seine Familie. „Der Herzog und die Herzogin von Sussex haben beobachtet, wie Menschen, die sie kennen – und auch völlig Fremde – ihr Leben ohne guten Grund völlig auseinander gerissen haben, abgesehen von der Tatsache, dass heftiger Klatsch die Werbeeinnahmen steigert“, heißt es in dem Schreiben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Sussexes der Presse nun einen Maulkorb verpassen wollen. Es geht ihnen nur darum, dass die Artikel über sie nicht auf Lügen basieren. „Es geht nicht darum, öffentliche Gespräche zu beenden oder Berichte zu zensieren. Die Medien haben das Recht, über den Herzog und die Herzogin von Sussex zu berichten und tatsächlich eine Meinung dazu zu haben, ob gut oder schlecht. Aber sie darf nicht auf einer Lüge beruhen“, schreibt ihr PR-Vertreter. Sie wollen durchaus weiter mit Journalisten zusammenarbeiten, aber „was sie nicht tun werden, ist sich als Währung für Click-Bait und Verzerrungen anzubieten.“

Eine wirkliche Neuerung ist das allerdings nicht. Die Sussexes hatten bereits früher angekündigt, nicht mehr mit Pressevertretern der sogenannten „Royal Rota“ zusammenzuarbeiten. Medienhäuser, die dem „Royal Rota“–System angehören, haben oft exklusive Rechte, was die Berichterstattung über die britische Königsfamilie angeht.

Die Ankündigung passiert dennoch nicht ohne Grund. Am Freitag soll laut „The Guardian“ die erste Anhörung in der Klage um Meghans privaten Brief an ihren Vater stattfinden.