Emanuele Filiberto sorgt in Italien für Staunen. Er kündigte nun die Rückkehr der Königsfamilie an. Meint der Thronprätendent das wirklich ernst oder steckt dahinter eine Werbemasche?

 Emanuele Filiberto ist seit 2003 mit der italienischen Schauspielerin Clotilde Courau verheiratet. 2009 nahm er an der italienischen Version von „Let’s Dance“ teil.  © picture alliance/dpa
Emanuele Filiberto ist seit 2003 mit der italienischen Schauspielerin Clotilde Courau verheiratet. 2009 nahm er an der italienischen Version von „Let’s Dance“ teil. © picture alliance/dpa

Wird Italien wieder ein Königreich?

Die Königsfamilie kehrt nach Italien zurück – das kündigte Emanuele Filiberto nun in einer TV-Ansprache an. Darin erklärte der Thronprätendent: „Guten Abend an alle Italiener. Ich habe die Pflicht, die Rückkehr der königlichen Familie offiziell anzukündigen. Es ist Zeit, den Frieden, das Vertrauen und die Eleganz wiederherzustellen, die wir heute mehr denn je brauchen. Geleitet von einem ausgeprägten Pflichtbewusstsein hat sich die königliche Familie zum Ziel gesetzt, die Bürger zu schützen, damit sie wieder optimistisch in die Zukunft blicken können.“

In Italien sorgt diese Ankündigung für Verwirrung. Kehrt die Monarchie also wirklich nach Italien zurück? Möglicherweise handelt es sich dabei um eine versteckte Reklame für eine Netflix-Produktion. Mit dem kurzen Clip könnte die dritte Staffel von „The Crown“ am 17. November angekündigt werden. Denn als Hashtag nutzte Emanuele Filiberto das italienische Wort #adv , also Werbung.

Update vom 16. November 2019

Inzwischen hat Netflix Italia bestätigt, dass es sich dabei nur um Werbung für die Serie „The Crown“ handelt und noch einen zweiten Werbefilm veröffentlicht.

Darum scheiterte die Monarchie in Italien

Italien war von 1861 bis 1946 ein Königreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied sich jedoch die Mehrheit der Italiener per Volksentscheid für eine Republik. König Umberto II. und seine Familie mussten das Land gegen ihren Willen verlassen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1983 betrachtete er sich jedoch weiterhin als legitimer König.

Erst 2007 durften die Mitglieder des Hauses Savoyen wieder nach Italien zurückkehren. Seither kämpft vor allem sein Sohn Viktor Emanuel für die Wiedereinführung der Monarchie. Gemeinsam mit seinem Sohn Emanuele verklagte er Italien auf Schadenersatz in Höhe von 260 Millionen Euro und die Rückerstattung sämtlicher Vermögenswerte. Der Staat lehnte die Forderung nicht nur ab, sondern erwog sogar Gegenklage. Die Adelsfamilie unterstützte nämlich das faschistischen Regime.

Viktor Emanuel ist kein unbeschriebenes Blatt

Falls die Monarchie in Italien wieder eingeführt werden würde, wäre Emanuele Filiberto aus dem Haus Savoyen der rechtmäßige Thronfolger. Er ist der Enkel des letzten italienischen Königs Umberto II. Vor ihm stünde aber noch sein 82-jähriger Vater Viktor Emanuel in der Thronfolge.

Ob Italien wirklich einen König wie Viktor Emanuel wollen würde? Er selbst sorgte nämlich immer wieder für Kontroversen. 2006 wurde gegen ihn wegen Korruption, Fälschung und Ausbeutung von Prostituierten ermittelt. 1978 erschoss er angeblich aus Versehen den deutschen Studenten Dirk Hammer. Beatrice Casiraghi, Schwiegertochter von Prinzessin Caroline von Monaco, deckte den Fall später auf.