Ein neues Buch über Prinz Harry und Herzogin Meghan spaltet die Gemüter. Warum „Finding Freedom“ keine gute Idee ist.

Herzogin Meghan und Prinz Harry wollen in dem neuen Buch mit Gerüchten aufräumen. Doch schaden sie sich am Ende damit nur selbst?
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Prinz Harry und Herzogin Meghan wirken an Enthüllungsbuch mit

Nun ist es offiziell: Es wird tatsächlich ein neues Buch über Prinz Harry und Herzogin Meghan geben. Im Internet lässt sich das Werk „Finding Freedom: Harry and Meghan and the Making of a Modern Royal Family“, was am 11. August 2020 erscheinen soll, bereits vorbestellen. Verfasst wurde es von den Journalisten Omid Scobie und Carolyn Durand.

Der Klappentext liest sich wie die Ankündigung eines Enthüllungsbuches: „Zum ersten Mal geht Finding Freedom über die Schlagzeilen hinaus und enthüllt unbekannte Details von Harry und Meghans Zusammenleben, um die vielen Gerüchte und Missverständnisse‘ zu zerstreuen, die das Paar auf beiden Seiten des Teiches plagen.“

Und weiter heißt es: „Mit einzigartigem Zugang und geschrieben mit der Beteiligung derjenigen, die dem Paar am nächsten stehen, ist Finding Freedom ein ehrliches, nahes und entwaffnendes Porträt eines selbstbewussten, einflussreichen und vorausschauenden Paares, das keine Angst hat, mit der Tradition zu brechen, das entschlossen ist, einen neuen Weg weg vom Rampenlicht zu schaffen und ein humanitäres Erbe aufzubauen, das einen tief greifenden Unterschied in der Welt bewirken wird.“

Bedeutet: Herzogin Meghan und Prinz Harry haben das Buch nicht nur abgesegnet, sondern auch die Kontakte zu Gesprächspartnern vermittelt.

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Positive Argumente für „Finding Freedom“

In den Instastories habe ich die LeserInnen von ADELSWELT gefragt, was sie von dem Buch halten. „Ich finde es toll, ihre Sicht zu hören“, schreibt zum Beispiel eine Nutzerin. Und mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da. Viele Adelsfans finden es spannend, aus erster Hand zu erfahren, wie Herzogin Meghan und Prinz Harry die Zeit in der Königsfamilie erlebt haben und mit Gerüchten aufzuräumen.

Denn eins ist offensichtlich: Wir kennen nur einen Teil der Wahrheit und die Berichterstattung gegenüber den Sussexes war nicht immer fair. Es muss zermürbend sein, ständig Lügen über sich selbst in der Presse zu lesen. Mit Sicherheit ist es auch besser für die Psyche, endlich einmal auszusprechen, was sich über Jahre angestaut hat. Anstatt sich ohnmächtig seinem Schicksal zu ergeben, nimmt das Paar die Zügel selbst in die Hand – das muss befreiend sein.

Was gegen das Buch spricht

Doch es spricht auch vieles gegen das Buch. Zum einen ist „Finding Freedom“ nicht von einem neutralen Beobachter verfasst. Gerade weil Omid Scobie und Carolyn Durand zu den Bewunderern der Sussexes gehören, fehlt ihnen möglicherweise die Objektivität. In dem Werk wird (vermutlich) nur eine Seite der Medaille beleuchtet – doch was ist mit der Sicht der Königsfamilie? Queen Elizabeth und Co werden sich wohl kaum zu den Enthüllungen äußern. Und auch wenn die Sussexes mit Gerüchten aufräumen wollen, werden neue Gerüchte entstehen. Denn selbst die vermeintliche Wahrheit liefert Gesprächsstoff für Spekulationen.

Warum haben sie diesem Buch zugestimmt, wenn sie doch eigentlich weniger im Rampenlicht stehen wollen?„Ich dachte, sie sind zurückgetreten, um von der Presse ungestört zu sein …“, schreibt eine Leserin. „Wenn sie in Freiheit leben wollen, dann müssen sie sich auch mehr zurückziehen“, findet eine andere Instagram-Nutzerin.

Riskieren sie ihre Glaubwürdigkeit?

Viele ADELSWELT-Leser/innen fürchten zudem, das Buch könnte der britischen Königsfamilie schaden. „Ich glaube nicht, dass sich das Buch positiv auf die Royal Family auswirken wird“, meint eine Nutzerin. Tatsächlich könnten Dinge, enthüllt werden, die dem Ansehen der Monarchie schaden. Fraglich ist auch, wie sich das Werk auf das Verhältnis innerhalb der Familie auswirkt. Viele Menschen empfinden das Verhalten von Meghan und Harry ohnehin schon als illoyal. Dass sie nun noch einen drauf setzen, schadet auch ihrem eigenen Image. „Schon teilweise respektlos gegenüber seiner Familie“, schreibt eine Leserin.

Doch es gibt noch weitere Argumente, die gegen das Buch sprechen. Zum einen ist der Zeitpunkt unglücklich gewählt. Warum schon ein halbes Jahr nach dem Megxit? Warum ziehen sich Harry und Meghan nicht erst einmal ein oder zwei Jahre komplett aus der Öffentlichkeit zurück? Wieso brechen sie immer alles übers Knie? Auch in zwei Jahren würde man sicher noch interessiert an dem Buch sein. Dann hätten die Sussexes aber mit etwas Abstand mehr Zeit gehabt, die ganze Sache zu überdenken.

Auch der Titel ist unglücklich gewählt. Das Erschaffen einer modernen Königsfamilie? Herzogin Meghan war nicht einmal zwei Jahre aktives Mitglied des Königshauses. Zudem beruht eine Monarchie auf Tradition und darf nur in ganz kleinen Schritten geändert werden – gerade deswegen ist sie doch über Jahrhunderte erfolgreich.

Meghan und Harry wollen die Welt verändern, ein humanitäres Erbe hinterlassen. Vielleicht wären sie besser beraten, wenn sie ihre Energie ausschließlich darauf konzentrieren …

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