Prinzessin Diana und Sarah Ferguson wurden von der Presse zu Rivalinnen erklärt. Doch wie war das Verhältnis der Schwägerinnen wirklich?

1982: Am Rande eines Polospiels unterhalten sich Sarah Ferguson und Prinzessin Diana. © imago

Ihre Mütter waren Schulfreundinnen

Prinzessin Diana und Sarah Ferguson waren Schwägerinnen – aber waren sie auch Freundinnen? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig mit einem „Ja“ beantworten. Denn die Beziehung zwischen den beiden Frauen war kompliziert.

Diana und Fergie lernten sich bereits in ihrer Jugend kennen. Ihre Mütter waren nämlich zusammen zur Schule gegangen. Die Zwei verband viel. Sie waren Cousinen vierten Grades, Scheidungskinder und noch dazu im gleichen Alter. Richtig nah kamen sich die Zwei jedoch erst 1980. Sie trafen sich jede Woche zum Mittagessen und tauschten ihre Sorgen aus. „Sie war zwei Jahre jünger als ich, und ich bemühte mich, sie wie eine jüngere Schwester zu unterstützen und zu beschützen – so wie ich es heute noch als beste Freundin tue“, schrieb die Herzogin 1996 in ihrer Biografie.

Fergie und Diana waren wie Komplizinnen

Die Prinzessin verkuppelte ihre Freundin schließlich mit ihrem Schwager Prinz Andrew. Endlich hatte sie im Palast eine Vertraute, die genau wusste, was hinter der Fassade los war.

Gemeinsam hatten sie jede Menge Spaß, Regeln und Protokoll zu brechen. An ihren Junggesellinnenabschied erinnert sich Sarah bis heute gerne. Diana war natürlich mit von der Partie. „Gemeinsam mit ein paar Eingeschworenen zogen wir graue Perücken an, sowie authentische Polizistinnen-Uniformen. Die dunklen Strümpfe und Schnürschuhe fehlten dabei nicht. Nachdem wir uns vor dem Palast versammelt hatten, gaben wir vor, eine unserer Freundinnen (aufgrund ihre fabelhaften Beine) zu verhaften. Sie spielte eine promiskuitive Dame“, offenbarte die Rothaarige in ihrer Biografie.

Die echte Polizei fand dieses Schauspiel aber gar nicht lustig und verhaftete die übermütigen Frauen. „Diana und ich hatten nicht die Absicht, uns zu widersetzen. Wir fanden es unglaublich lustig“, berichtete die Ex-Frau von Prinz Andrew. Es dauerte, bis die Beamten merkten, wen sie da gerade verhaftet hatten und ließen die beiden peinlich berührt frei. Die Prinzessin von Wales war eifersüchtig auf ihre beliebte Schwägerin. © dpa – Fotoreport

Plötzlich gab es Eifersüchteleien

Am 23. Juli 1986 heiratete die ausgebildete Sekretärin Prinz Andrew. Doch es dauerte nicht lange, bis sich das Verhältnis von Prinzessin Diana und Herzogin Sarah änderte. Die unsichere Adlige fühlte sich vom lebenslustigen Neuzugang der Königsfamilie eingeschüchtert.

„Plötzlich sagten alle: ,Ist Fergie nicht wundervoll, so erfrischend – Gott sei Dank ist sie viel umgänglicher als Diana.‘ Das verunsicherte mich fürchterlich. Ich dachte, vielleicht sollte ich mehr so sein wie Fergie“, wird die Mutter von William und Harry in dem Buch „Diana – Her True Story“ zitiert.

Die Blondine wurde immer eifersüchtiger auf ihre Schwägerin. Fergie umwarb „alle in der Familie und machte es gut. Sie hat mich wie Dreck aussehen lassen.“ Prinz Charles goss damals offenbar noch zusätzlich Öl ins Feuer. „Ich wünschte, du wärst wie Fergie – lustig“, soll er zu seiner Frau gesagt haben.

„Wir haben uns natürlich gestritten“

Und auch die Herzogin gibt zu, dass zwischen den beiden Schwägerinnen nicht immer alles eitel Sonnenschein war. „Dadurch, dass wir wie Schwestern waren und noch dazu beste Freundinnen, haben wir natürlich auch gestritten“, erklärte sie 2007 im Magazin „Harper’s Bazaar“.

Doch nicht nur die Rivalität trieb die beiden Frauen auseinander. Diana fühlte sich mit ihrer kaputten Ehe alleingelassen, konnte nicht wie erhofft auf ihre Freundin bauen. „Ich verstand das nicht – sie genoss einfach den Augenblick, und ich kämpfte ums Überleben“, sagte sie laut dem Enthüllungswerk von Andrew Morton.

Fergies Biografie verärgerte Diana

1992 trennten sich Prinzessin Diana und Sarah Ferguson von ihren Männern. Plötzlich waren sie Leidensgenossinnen und näherten sich wieder an. „Wir haben die Telefonkabel bis in die Nacht hinein glühen lassen und Geheimnisse und Witze ausgetauscht, die sonst niemand verstehen würde“, erinnerte sich die Ex-Frau von Prinz Andrew in ihrer Biografie.

Als sich die Freundinnen 1996 scheiden ließen, machten sie sogar gemeinsam mit ihren Kindern Urlaub. Doch im selben Jahr kam es zum endgültigen Bruch. Nachdem Sarahs Biografie erschienen war, war Diana so verärgert, dass sie kein Wort mehr mit ihrer ehemaligen Schwägerin wechselte. Wenn die Prinzessin jemanden aus ihrem Leben strich, war sie konsequent.

Prinzessin Diana starb vor der Versöhnung

Kurz vor ihrem Unfall wollte sich Diana aber offenbar wieder versöhnen. „Tatsächlich rief sie am Tag vor ihrem Tod eine Freundin an und sagte: ,Wo ist diese Rothaarige? Ich möchte mit ihr sprechen“, enthüllte Fergie.

Doch zu der Versöhnung sollte es nicht mehr kommen. Diana starb am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris. „Ich vermisse sie jeden Tag“, sagt Sarah Ferguson. In ihrem Zuhause in der Royal Lodge hat sie viele Bilder ihrer Freundin aufgestellt. Es sind Erinnerungen an gemeinsame Zeiten, die Fergie für immer in ihrem Herzen tragen wird.

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