Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia lesen ihren Landsleute vor. Außerdem danken die Schwestern den Helden der Coronakrise. Warum dieser Auftritt der Königstöchter so wichtig war.

Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia lesen während einer Marathonlesung aus „Don Quijote“ vor.
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Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia lesen aus „Don Quijote“

Vorlesestunde im spanischen Königshaus: Gemeinsam mit anderen Prominenten haben Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia an einer Marathonlesung teilgenommen. Seit 1997 veranstaltet die Madrider Gesellschaft der Schönen Künste anlässlich des Todestages des Quijote-Autors Miguel de Cervantes eine 48-stündige Lesung, um sein Werk zu würdigen.

Am Donnerstagabend waren dann auch die Töchter von König Felipe und Königin Letizia an der Reihe und lasen vor. Zuerst trug Prinzessin Leonor ein paar Absätze vor, bevor sie das Buch an ihre jüngere Schwester weitergab. Es war das erste Mal, dass Prinzessin Sofia öffentlich gesprochen hat. Beide Mädchen erfüllten diese Aufgabe souverän. Aufregung war den Königstöchtern überhaupt nicht anzumerken.

Spanische Königstöchter danken den Helden der Coronakrise

Außerdem richteten Prinzessin Leonor und Prinzessin Sofia sogar noch persönliche Worte an ihre Landsleute. „Wir waren wie Millionen von Kindern mehr als einen Monat zu Hause und konnten wegen der Pandemie nicht zur Schule gehen“, erklärte die 14-Jährige in einer Videobotschaft. „Es ist nicht notwendig, älter zu sein, um die enormen Schwierigkeiten zu erkennen, die wir in Spanien und in anderen Ländern haben“, erklärte dann ihre zwei Jahre jüngere Schwester und fügte hinzu: „Viele Kinder haben ihre Großeltern und ältere Verwandte verloren und erleben eine schlimme Zeit.“

Doch dank der Anstrengungen der Helden dieser Krise sei es inzwischen gelungen, das Coronavirus einzudämmen. „Und aus diesem Grund möchten wir uns auch bei allen Menschen bedanken, die auf so viele Arten helfen und für andere sorgen. Wir senden Ihnen eine Umarmung mit all meiner Liebe“, bedankte sich die künftige Königin. Die Spanier sind begeistert.

Prinzessin Leonor eifert Queen Elizabeth nach

Mit dieser Ansprache eifern die Prinzessinnen Queen Elizabeth nach. Während des Zweiten Weltkriegs richtete sich die damals 14-Jährige per Radio an andere Kinder und sprach ihnen Mut zu. Damit zeigte sie ihren Landsleuten schon früh, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Bis heute ist ihre Rede unvergessen.

Dass nun auch Leonor und Sofia das Wort ergreifen, um ihre Landsleute in der Krise zu unterstützen, ist absolut vorbildlich – und nötig. Denn das spanische Königshaus ist nach diversen Skandalen längst nicht mehr so beliebt wie einst. Viele Spanier fordern offen die Absetzung der Monarchie. Wie gut, dass Letizia und Felipe nun ihre Töchter helfen lassen. Denn das Königshaus kann gute Schlagzeilen gut gebrauchen.