In „The Crown“ wird ein mutmaßlicher Selbstmordversuch von Prinzessin Margaret gezeigt. Wollte die Schwester von Queen Elizabeth etwa wirklich sterben?

 Wollte Prinzessin Margaret wirklich sterben, weil ihre Ehe am Ende war?  © picture-alliance / United Archives/TopFoto
Wollte Prinzessin Margaret wirklich sterben, weil ihre Ehe am Ende war? © picture-alliance / United Archives/TopFoto

„The Crown“ deutet Selbstmordversuch an

Es sind erschütternde Szenen: In der dritten Staffel von „The Crown“* stirbt Prinzessin Margaret fast an einer Überdosis Tabletten. Aus Liebeskummer schluckt die zweifache Mutter mehrere Packungen des Schlafmittels Nitrazepam. Ihre Ehe mit Antony Armstrong-Jones ist am Ende, die Affäre mit ihrem Liebhaber turbulent. In letzter Sekunde konnte die Prinzessin zum Glück gerettet werden.

Völlig aufgelöst besucht Queen Elizabeth ihre Schwester danach am Krankenbett. „War es dein Ernst?“, fragt die Königin, dargestellt von Olivia Colman. „Ich weiß es nicht. Möglicherweise“, antwortet Prinzessin Margaret, alias Helena Bonham Carter.

Daraufhin versucht die Königin, ihrer Schwester klar zu machen, wie viel sie ihr bedeutet. „Von allen Menschen um mich herum bis du der vertrauteste und wichtigste für mich. Und sollte dein Handeln dazu gedient haben, mir nur für eine Minute vorzustellen, wie mein Leben ohne dich wäre, hattest du Erfolg. Es wäre unerträglich für mich“, sagt die Monarchin unter Tränen. „Dann müssen wir beide weitermachen“, antwortet eine scheinbar geläuterte Margaret.

 Helena Bonham Carter spielt Prinzessin Margaret in der preisgekrönten Netflix-Produktion.  © Sophie Mutevelian
Helena Bonham Carter spielt Prinzessin Margaret in der preisgekrönten Netflix-Produktion. © Sophie Mutevelian

Wollte Prinzessin Margaret wirklich sterben?

Aber wollte sich Prinzessin Margaret wirklich das Leben nehmen oder ist die Geschichte reine Fiktion? Der britische Palast hat einen Selbstmordversuch nie offiziell bestätigt. Freunde der Adligen erzählten „The Telegraph“ jedoch, dass Prinzessin Margaret tatsächlich einmal zu viele Tabletten genommen hatte. „Als ihr Kummer am stärksten war und sie nicht schlafen konnte, nahm sie eine Handvoll Mogadon-Tabletten und besorgte Mitarbeiter stellten fest, dass sie sie nicht wecken konnten“, schrieb die Zeitung.

„Ich war so erschöpft von allem, dass ich nur schlafen wollte … und das tat ich bis zum nächsten Nachmittag“, soll die Königstochter nach dem Vorfall erklärt haben. Ihre Freunde bestritten aber, dass es sich um einen Selbstmordversuch handelte.

Prinzessin Margaret soll zeitlebens mit Depressionen gekämpft haben. 1974 hatte sie angeblich sogar einen Nervenzusammenbruch. Wie „The Guardian“ berichtet, wurde sie deswegen von dem Psychiater Mark Collins behandelt. Immer im Schatten ihrer Schwester zu stehen, nagte an Prinzessin Margaret.

Schwestern im Schatten der Krone

In Königshäusern gibt es eine traurige Häufung von königlichen Schwestern, die ihrem Leben selbst ein Ende machten. Inés Zorreguieta starb im Juni 2018 nach einem langen Kampf gegen Depressionen, Essstörungen und einer Persönlichkeitsstörung. Königin Maxima war am Boden zerstört.

Während Königin Sonja von Norwegen (damals noch Prinzessin) 1970 schwanger von allen Titelblättern strahlte, wählte auch ihre Schwester Gry Haraldsen den Freitod. Die 46-Jährige litt ebenfalls unter schweren Depressionen. Königin Sonja traf der Verlust ihrer Schwester so schwer, dass sie zwei Monate später eine Fehlgeburt hatte. Die Frau von König Harald quält sich bis heute mit Schuldgefühlen. „Wie alle anderen in der Familie habe ich mich auch gefragt, ob ich mehr für Gry hätte tun können. Und die Antwort war immer dieselbe: Ja, es gibt immer mehr, was du hättest tun können“, offenbarte die Norwegerin in ihrer Biografie.

Auch die damals schwangere Kronprinzessin Letizia musste 2007 auf tragische Weise Abschied nehmen. Ihre jüngere Schwester Erika Ortiz Rocasolano (†31) litt ebenfalls unter starken Depressionen und setzte ihrem Leben mit Tabletten ein Ende. Sie hinterließ ihre damals erst sechsjährige Tochter Clara.

Bei Prinzessin Margaret kann man von einem Selbstmord auf Raten sprechen. Ihren Kummer betäubte sie jahrelang mit Zigaretten, Drogen und Alkohol. Dieses ausschweifende Leben forderte seinen Tribut. Mit 71 Jahren starb die Schwester der Queen an einem zweiten Schlaganfall.

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