Prinz Harry ist nicht der einzige Royal, der einem Königshaus den Rücken kehrte. Auch andere Blaublüter folgten ihrem Herzen und verzichteten aus Liebe auf ihre königlichen Privilegien.

Seit dem 1. April 2020 sind Meghan und Harry keine hochrangigen Mitglieder der Königsfamilie mehr. Sie behalten zwar den Titel „Königliche Hoheit“, dürfen ihn aber nicht mehr nutzen.
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Prinz Philip: Aus Liebe gab er seinen Titel auf

Was viele vergessen: Auch Prinz Philip hat aus Liebe einige Opfer gebracht. Um 1947 Elizabeth heirateten zu können, gab er seinen Titel Prinz von Griechenland und Dänemark auf, konvertierte zur Church of England und nahm die britische Staatsbürgerschaft an. Sein Opfer hat sich ausgezahlt: Inzwischen sind Queen Elizabeth und Prinz Philip über 70 Jahre verheiratet.

König Edward VIII: Für seine Wallis verzichtete er auf den Thron

Nach nur 326 Tagen auf dem Thron dankte König Edward VIII. 1936 auch schon wieder ab. Der Grund: Er durfte seine Geliebte Wallis Simpson nicht heiraten. Die US-Amerikanerin war nämlich schon zweimal geschieden und damit keine standesgemäße Wahl für das Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Das Paar heiratete schließlich am 3. Juni 1937 auf Schloss Candé in Frankreich und blieb bis zu seinem Tod zusammen. Kinder hatten Edward und Wallis jedoch keine.

Prinz Friso: Die Vergangenheit seiner Braut sorgte für einen Skandal

Die Beziehung von Prinz Friso zu Mabel Wisse Smit löste einen riesigen Skandal aus. Grund dafür war die Vergangenheit der Blondine. Sie soll sowohl mit dem Drogenboss Klaas Bruinsma und dem umstrittenen bosnischen Minister Botschafter Muhamed Sacirbey liiert gewesen sein. Weil Mabel und Friso darüber schwiegen, verweigerten Parlament und Regierung ihre Zustimmung zur Hochzeit. Friso heiratete seine große Liebe dennoch. Dadurch verlor der Sohn von Königin Beatrix seine Zugehörigkeit zum niederländischen Königshaus, seinen Platz in der Thronfolge und seinen Titel Prinz der Niederlande.

Prinzessin Patricia von Connaught und Strathearn: Ihre Familie missbilligte die Hochzeit

Für damalige Verhältnisse war Prinzessin Patricia eine späte Braut. Sie war fast 33 Jahre alt, als sie am 27. Februar 1919 den Commander Alexander Ramsay heiratete. Trotz vielversprechender Heiratskandidaten aus Europas Königshäusern entschied sie sich für einen Bürgerlichen. Ihre Familie missbilligte die Verbindung. Nach ihrer Hochzeit gab Prinzessin Patricia ihren Titel Prinzessin von Großbritannien und Irland sowie die Anrede Ihre Königliche Hoheit freiwillig auf.

Prinzessin Patricia war eine Enkeltochter von Königin Victoria.
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Prinz Carl Johan Bernadotte: Er heiratete eine geschiedene Frau

Prinz Carl Johan Bernadotte sorgte 1946 für einen Skandal. Er heiratete nämlich die bürgerliche und noch dazu geschiedene Kerstin Wijkmark. Die Hochzeit führte zum Bruch mit der schwedischen Königsfamilie. Der Prinz verlor seinen Platz in der Thronfolge und seinen Titel als Herzog von Dalarna. Das Paar adoptierte zwei Kinder und lebte zusammen, bis Kerstin 1987 starb.

Prinzessin Nori: Sie heiratete einen Bürgerlichen

Die Gesetze am japanischen Kaiserhof sind streng. Wenn eine Prinzessin einen Bürgerlichen heiratet, muss sie die Kaiserfamilie verlassen. Trotzdem entschied sich Prinzessin Nori für die Liebe. Am 15. November 2005 heiratete die Tochter von Kaiser Akihito den Städteplaner Kuroda Yoshiki und gab ihren Titel auf. Heute heißt sie Sayako Kuroda.

Prinzessin Ubolratana Rajakanya: König Bhumibol war gegen ihre Ehe

Die älteste Tochter von König Bhumibol und Königin Sirikit zog in den 1970er Jahren in die USA, um dort Biochemie zu studieren. Dort lernte sie den US-Amerikaner Peter Jensen kennen. Ihre Eltern waren streng gegen die Beziehung. Prinzessin Ubolratana heiratete ihren Peter trotzdem. Am 25. Juli 1972 läuteten die Hochzeitsglocken. Daraufhin entzog König Bhumibol seiner Tochter ihren Titel und ihre Zugehörigkeit zum thailändischen Königshaus. 1998 ließ sich das Paar scheiden und Ubolratana kehrte in ihre Heimat zurück. Angeblich wollte sie ihren Titel zurück, doch König Bhumibol lehnte ab.

Karl II. von Rumänien: Liebe gegen alle Widerstände

Im Liebesleben von Karl II. ging es turbulent zu. Am 31. August 1918 heiratete der damalige Kronprinz heimlich die Offizierstochter Ioana „Zizi“ Lambrino. Weil die Braut nicht standesgemäß war, wurde der Königssohn mit 75 Tagen Hausarrest bestraft. Schließlich wurde die Ehe gegen den Willen des Paares am 8. Januar 1919 vom Obersten Gerichtshof annulliert. Karl traf sich trotzdem weiter mit Zizi. Am 8. Januar 1920, ironischerweise am Jahrestag ihrer Scheidung, wurde ihr Sohn Carol geboren.

Zizi musste Rumänien verlassen. Das Paar verlor sich aus den Augen. Karl wurde am 10. März 1921 schließlich mit Prinzessin Elena von Griechenland verheiratet. Doch er liebte seine Frau nicht. Weil Karl eine Affäre mit der geschiedenen Magda Lupescu anfing, und immer wieder für Skandale sorgte, wurde er 1926 schließlich von der Thronfolge ausgeschlossen. Er flüchtete mit Magda nach Paris ins Exil.

1928 wurde seine Ehe mit Elena geschieden. Weil Karl versprach, seine Beziehung zu Magda zu beenden, wurde er am 8. Juni 1930 zum König von Rumänien ernannt. Doch in Wahrheit ging die Beziehung weiter – und hielt länger als sein Thron. 1940 dankte der König nach einer schweren politischen Krise ab und ging wieder ins Exil.

Am 3. Juli 1947 heiratete Karl schließlich seine Geliebte Magda Lupescu in Rio de Janerio. Ioana starb am 11. März 1953 im Alter von 53 Jahren in Paris. Karl überlebte sie keine vier Wochen. Er starb am 4. April 1953 im Alter von 59 Jahren. 1996 hob ein rumänisches Gericht die Annullierung der ersten Ehe auf.