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Charlène von Monaco: Ihr steiniger Weg vom Flüchtlingskind zur Fürstin

Charlène von Monaco ist für viele bis heute ein Rätsel. Denn einfach lässt sich die geheimnisvolle Frau von Fürst Albert nicht entziffern. ADELSWELT versucht Licht ins Dunkle zu bringen und beleuchtet ihren steinigen Weg vom Flüchtlingskind zur Fürstin.

Fürstin Charlène

Dass Fürstin Charlène heute so kühl und unnahbar wirkt, hat möglicherweise mit ihrer Vergangenheit zu tun. Denn bereits als Kind musste sie viel durchmachen. © picture alliance / Dutch Press Photo/Cover Images | Cover Images

Fürstin Charlène: Als Kind musste sie vor dem Bürgerkrieg fliehen

Das Leben von Fürstin Charlène beginnt rund 12.000 Kilometer entfernt von Monaco. Geboren wurde sie am 25. Januar 1978 als Charlene Lynette Wittstock in Rhodesien, dem späteren Simbabwe. Ihr Vater Michael hat seinen eigenen kleinen Betrieb, ihre Mutter Lynette arbeitet zeitweise als Schwimmlehrerin. Das Paar bekommt noch zwei weitere Kinder: Gareth (*1982) und Sean (*1983).

Ihre Kindheit wird von Schicksalsschlägen überschattet. „Mein Cousin ist ertrunken als er fünf war“, erzählte sie „Radio Vatikan“. Sie selbst hätte als Kind fast dasselbe Schicksal ereilt. Es wird nicht ihr einziger Kampf um Leben und Tod bleiben. In ihrer Heimat Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, herrschte ein blutiger Bürgerkrieg. Ein Freund der Familie wurde eiskalt erschossen. Als sie zwölf Jahre alt war, floh Charlene mit ihrer Familie schließlich nach Südafrika. Zwar waren sie dort in Sicherheit, doch von Armut geplagt. „Am Anfang war es so, dass wir keinen Strom hatten, weil wir die Rechnung nicht zahlen konnten. Mein Vater hatte zwei Jobs. Meine Kleidung wurde gebraucht gekauft und danach von meinen Cousins getragen”, vertraute Charlène dem Magazin „Paris Match” an. „Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man kilometerweit im Regen nach der Schule nach Hause geht.”

Charlene Wittstock als Schwimmerin

Als Schwimmerin macht sich Charlene Wittstock einen Namen. © picture alliance / abaca | –

Der Sport führt Charlene und Fürst Albert zusammen

Diese Erfahrungen haben sie zu einer Kämpferin gemacht. Als Jugendliche entdeckte Charlene Wittstock dann ihre Leidenschaft fürs Schwimmen. 1996 der erste Erfolg: Sie gewinnt die südafrikanischen Schwimmmeisterschaften. Danach schwamm sie weiter auf der Erfolgswelle. 1999 folgt ihr größter Triumph: Sie gewann drei Goldmedaillen bei den All Africa Games. Im Jahr 2000 führte sie der internationale Wettbewerb „Mare Nostrum“ schließlich nach Monaco. Dabei fiel sie auch Albert von Monaco auf. Der damalige Erbprinz lud sie noch am selben Abend zum Essen ein. „Wir fühlten uns von Anfang an zueinander hingezogen“, erklärte der Monegasse später.

Ein Paar wurden die beiden dennoch nicht sofort. Charlene war nämlich noch mit einem schwedischen Leistungsschwimmer liiert. Und Albert hatte ebenfalls Bekanntschaften, die ihm zwei uneheliche Kinder einbrachten: Jazmin Grace (*1992) und Alexandre (*2003). 2005 wurde das erste Mal über ein Verhältnis zwischen Albert und Charlene Wittstock spekuliert. 2006 begleitete die Sportlerin den Fürsten schließlich zur Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele nach Athen. Viele deuteten diesen gemeinsamen Auftritt schon als Liebes-Outing, doch ein offizielles Statement blieb aus. Im Mai 2007 verlegte die Schwimmerin ihren Wohnsitz nach Monaco. Die folgenden Jahre begleitete Charlene den Fürsten immer häufiger zu offiziellen Anlässen.

Verlobung Monaco

Fürst Albert ist bei der Verlobung 52 Jahre alt, Charlene Wittstock 20 Jahre jünger. © picture alliance / dpa | Amedeo M. Turello/pool Monaco Pa

Ihr neues Leben als Fürstin hat seine Tücken

Am 23. Juni 2010 machte das Fürstenhaus schließlich die Verlobung von Fürst Albert mit Charlene Wittstock bekannt. Am 1. Juli 2011 folgte die standesamtliche Hochzeit, ein Tag später das kirchliche Jawort. Die Braut trug ein atemberaubendes Kleid von Armani. Dass die damals 33-Jährige bei der Hochzeit weint, deuten Beobachter als ein schlechtes Omen. Sie interpretieren ihre Tränen nicht als Zeichen der Rührung, sondern als Zeichen der Verzweiflung. Damals kommt sogar das Gerücht auf, sie habe vor der Hochzeit nach Südafrika fliehen wollen.

Tatsächlich tut sich die neue Fürstin von Monaco schwer mit ihrer Rolle. Plötzlich sind alle Augen auf sie gerichtet. Zudem muss sie als Landesmutter Verantwortung für ein ganzes Volk übernehmen und repräsentieren. Für Charlène (französische Aussprache), wie ihr Name seit der Hochzeit lautet, gleicht es einem Sprung ins kalte Wasser. „Sie ist plötzlich in diese Liebe hineingefallen, deren Ausmaße und Preis sie damals nicht abschätzen konnte”, offenbarte ihre Freundin Franzi van Almsick in „Bild“. „Auf das Leben als Fürstin mit seinen Regeln und Bedingungen war sie nicht vorbereitet. Sie wusste gar nicht, was sie für diese Liebe aufgeben muss.“

Immer wieder wirkt sie bei offiziellen Anlässen wie versteinert, verhält sich distanziert. Ihre gute Freundin versteht, dass Charlène mit ihrem Leben in Monaco Schwierigkeiten hat. „Man muss sich nur mal vorstellen: Sie ist Südafrikanerin. Sie kommt aus einem Land mit Weite, Größe und Freiheit. Und dann kommt sie ins enge Monaco, und da ist erst einmal Schluss mit Weite. Und vor allem mit Freiheit“, so Franzi van Almsick. Zum Vergleich: Monaco ist mit seinen zwei Quadratkilometern gerade einmal so groß wie der Berliner Tiergarten. Allerdings ist in dem sogenannten Zwergenstaat fast jedes Fleckchen bebaut. Südafrika dagegen ist flächenmäßig mehr als dreimal so groß wie Deutschland.

Charlene und Albert Hochzeit

Die Hochzeit wird zum Medienereignis. Doch viele Menschen zweifeln an der Echtheit des ungleichen Paares. © picture alliance / dpa | Francois Mori / Pool

Der Druck ist riesig – die ganze Welt wartet auf einen Thronerben

Das Leben im Scheinwerferlicht wird nach der Hochzeit noch schwieriger. Denn nicht nur Monaco, fast die ganze Welt, wartet auf Nachwuchs. Denn Fürst Albert hat mit seinen 53 Jahren immer noch keinen rechtmäßigen Erben. Die Klatschblätter sind voll von Spekulationen über ihre Ehe. Es lässt sich annehmen, dass dies eine harte Bewährungsprobe für das Paar war. Die Nachricht vom 30. Mai 2014 war dann wie eine Erlösung: Der Palast gab bekannt, dass Fürstin Charlène  schwanger ist. Drei Jahre nach der Hochzeit ist endlich ein Baby unterwegs. Dass es sich dabei um Zwillinge handelte, hielt die Fürstenfamilie jedoch bis Oktober geheim.

Am 10. Dezember 2014 wurde das Glück des Fürstenpaares dann perfekt. Ihre Zwillinge Gabriella und Jacques wurden geboren. Ganz Monaco ist im Freudentaumel. Plötzlich erfuhr Fürstin Charlène auch eine neue Form der Anerkennung. Als Mutter des Erbprinzen veränderte sich ihre Stellung zunächst positiv.

„Sie sind das Wichtigste in meinem Leben. Sie haben dieses unglaubliche Glück, sich sicher fühlen zu können“, sagte Charlène über ihre Zwillinge Gabriella (li.) und Jacques. © picture alliance / AP Images | Lionel Cironneau

Die Fürstin spricht über ihren Kummer

Doch das Glück von Fürstin Charlène bekam wieder Risse. Oft wirkte die Frau von Fürst Albert traurig, scheint von außen betrachtet mit ihrer Rolle zu hadern. Anfang 2020 sprach die Monegassin über ihren Kummer. Im Interview mit dem südafrikanischen Magazin „Huisgenoot“ erklärte sie, dass es „manchmal schwer zu lächeln“ sei nach einem „unglaublich schmerzvollen Jahr“. 2019 musste nämlich ihr geliebter Vater Michael Wittstock in Südafrika operiert werden. Der damals 73-Jährige musste sich einem Eingriff am Rücken unterziehen. Jeder kann sich vorstellen, was für ein Wechselbad der Gefühle dies für Angehörige bedeuten muss.

Außerdem offenbarte Fürstin Charlène ein trauriges Geheimnis: Innerhalb von kurzer Zeit verlor sie zwei gute Freunde. „Sie starben innerhalb von 10 Tagen. Es war unglaublich schmerzhaft“, sagte die Blondine. Das erklärt natürlich, warum der gebürtigen Südafrikanerin manchmal nicht zum Lachen zumute war. „Die Leute sagen schnell: ,Oh, warum lächelt sie denn nicht auf Fotos?’ Nun, weil es manchmal schwierig ist, zu lächeln“, verriet die frühere Schwimmerin. „Die Leute wissen nicht, was im Hintergrund los ist.“

Zudem quälte die Frau von Fürst Albert Heimweh. „Ich habe ein Privileg dieses Leben führen zu können, aber ich vermisse meine Familie und Freunde in Südafrika und deswegen bin ich oft traurig, weil ich nicht bei ihnen sein kann“, sagte sie dem Magazin.

Für Aufsehen sorgten auch ihre immer kürzer werdenden Haare. Ende 2020 hatte sich die gebürtige Südafrikanerin sogar die Haare abrasiert und überraschte mit einem Sidecut.

Fürstin Charlène

„Dieser Haarschnitt ist meine Entscheidung“, erklärte die Zwillings-Mutter gegenüber „Point de Vue“ und fügte hinzu: „Ich wollte das schon lange, weil ich den Stil mag, das ist alles.“ © picture alliance / abaca | Pool/ABACA

Gesundheitliche Probleme und alte Gerüchte

2021 folgte der nächste Schicksalsschlag: Ihr guter Freund König Goodwill Zwelithin stirbt. Die zweifache Mutter ist am Boden zerstört. Zusätzlich plagen Fürstin Charlène auch noch gesundheitliche Probleme. Bereits vor ihrer Reise nach Südafrika musste sich die 43-Jährige eine Straffung der Nasennebenhöhlen und einer Knochentransplantation unterziehen. Die Operation war nötig, weil sie ein Zahnimplantat brauchte, jedoch nicht genug Platz im Kiefer hatte. Später bemerkte die Zwillings-Mama dann eine Infektion. Ihre Ohren hatten sich stark entzündet und waren „unglaublich wund“. Deswegen waren mehrere Operationen nötig. Weil ihr Ohrendruck daraufhin nicht richtig funktionierte, konnte sie nicht zurück nach Monaco fliegen. Inzwischen sitzt die Blondine seit mehreren Monaten in Südafrika fest.

Aus diesem Grund verbrachte das Fürstenpaar seinen 10. Hochzeitstag auch getrennt. Mit einer Ehekrise habe ihre Abwesenheit jedoch nichts zu tun. Das betont Fürstin Charlène immer wieder. „Ich vermisse meinen Mann, meine Kinder und meine Hunde“, erklärte die ehemalige Leistungsschwimmerin. „Albert ist mein Fels und meine Stärke.“ Und auch wenn viele Menschen Probleme haben, die Fürstin zu verstehen, ihr Albert weiß genau, wie es in ihrem Herzen aussieht.

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