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Diese Etiketten und Manieren müssen die Royals beherrschen

Träumte so manch eine früher vom Prinzessinnen-Leben, so wird sie jetzt wohl erleichtert aufatmen. Denn das Leben als Royal birgt einen Nachteil: unendlich viele Etiketten und Protokolle, die es zu beachten gilt.

Diese Etiketten und Manieren müssen die Royals beherrschen

Ganz wie es das Protokoll verlangt, begrüßt Theresa May die Königin mit einem Knicks. © picture alliance / empics | Dominic Lipinski

Die Begrüßung des Adels

Wer knickst vor wem und wem gebührt eine Verbeugung? Pauschal lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten. Nur so viel sei gesagt: Vor einer Königin oder einem König gilt die Knicks-Pflicht immer und auch männliche Verwandte und Besucher neigen bei einem solchen Zusammentreffen stets das Haupt. Trifft man Königin Elizabeth, hat man abzuwarten, bis man von ihr die Hand gereicht wird und auch drauf losplappern sollte man bei einer solchen Gelegenheit nicht. Die Queen spricht ihre Gäste stets zuerst an. Darauf antwortet man dann am besten mit leichtem Smalltalk, gefolgt von einem „Your Majesty“ (deutsch: „Eure Majestät“). Im Anschluss darf das Oberhaupt der britischen Königsfamilie mit „Ma’am“ angesprochen werden. Ihre engsten Verwandten dürften der Königin sogar ein Küsschen auf die Wange hauchen.
Das Protokoll sieht es darüber hinaus vor, dass auch die anderen Familienmitglieder untereinander voreinander knicksen, beziehungsweise sich voreinander verbeugen. Hier kommt es auf den Rang des Mitglieds der Königsfamilie an. Trifft Herzogin Catherine beispielsweise ohne ihren Mann William auf ihre Schwiegermutter Camilla, muss sie vor dieser knicksen. Ist Prinz William jedoch ebenfalls anwesend, muss seine Stiefmutter das Knie beugen, nicht Kate.
Die Medien mögen dem ein oder anderen Royal bereits seit langer Zeit liebevolle Spitznamen verpasst haben, doch sind die Blaublüter unter sich, nennt man sich beim Taufnamen. Aus der „Kate“ der Boulevardpresse wird im Palast deshalb wieder „Catherine“.

Die Kleidung der Royals

Das passende Outfit fängt für die Royals schon bei der Unterwäsche an – vor allem für amtierende Prinzessinnen und Herzoginnen. Das Zauberwort für diese Damen lautet: Shapewear! Empfohlen wird ein enganliegendes Unterkleid aus Baumwolle oder Nylon, weiß Etikette-Expertin Myka Meier im Gespräch mit „rtl.de“. Das Material lädt sich statisch auf und sorgt so dafür, dass die Kleider der adeligen Damen auch bei Wind an Ort und Stelle bleibt. Optimal sei dafür ein Unterkleid, das die Frauen von der Brust bis zum Knie bedeckt. An heißeren Tagen sei auch nahtlose, hautfarbene Unterwäsche in Ordnung. Ein Tipp der Queen an ihre Nachfolgerinnen, der sich bereits seit Jahrzehnten bewährt: eingenähte Gewichte im Saum der Röcke oder Kleider schützt vor unerwünschten Po-Blitzern. Wie Stewart Pavin, der Hofschneider der Queen, verraten hat, werden einfache Bleibänder, wie man sie von Gardinen kennt, eingenäht.
Sieht man eine blaublütige Dame bei einem öffentlichen Auftritt mit einem Mantel, darf man übrigens davon ausgehen, dass man das Kleid darunter nicht zu Gesicht bekommen wird. Selbst wenn sie sich in einem warmen Gebäude aufhält, muss sie das Kleidungsstück anbehalten, da das Ausziehen laut royalem Etikett als unschicklich verpönt ist. Diese schweißtreibende Regel gilt für alle Prinzessinnen und Herzoginnen. Für einen noch größeren Hitzestau unter den Gewändern dürfte die Strumpfhose sorgen, die die weiblichen königlichen Hoheiten in der Öffentlichkeit stets tragen müssen.
Die strengen Etikette- und Kleider-Regeln beginnen bei den Royals schon im Kindesalter. So sieht man beispielsweise Prinz George immer nur in Shorts. Der britische Knigge-Experte William Hanson erklärte gegenüber Gala.de: „Lange Hosen sind nur für ältere Jungs und Männer gedacht.“ Das bedeutet, man wird den ältesten Sohn von Prinz William und Herzogin Kate erst mit acht Jahren in langen Hosen sehen.

Die Frisur der Blaublüter

Die royalen Damen sind dazu angehalten, bei Veranstaltungen eine schlichte Frisur zu wählen. Beliebt sind beispielsweise Dutts, Pferdeschwänze oder leichte Wellen. Abstehende oder sich kräuselnde Härchen sind verpönt, weshalb eine Angehörige des Königshauses ihr Heim niemals ohne eine ordentliche Portion Haarspray auf dem Kopf verlässt. Apropos Kopf: Je nach Anlass sollten Königinnen, Prinzessinnen oder Herzoginnen ihr Haupt mit einem Fascinator oder Hut bedecken. Tiaras oder Kronen sollten erst ab 18 Uhr getragen werden, und das auch nur zu besonderen Events und wenn die Dame verheiratet ist. Färben dürfen die Mitglieder des Königshauses erst dann, wenn sich die ersten grauen Haare zeigen. Doch auch dann gilt, dass das Haar immer in natürlich wirken muss.

Das Make-up der royalen Damen

Natürlichkeit ist auch beim Make-up von Königin Letizia, Kronprinzessin Victoria und Herzogin Kate der Schlüssel für einen abgerundeten Look. Erd- und Nude-Töne auf den Augen werden bevorzugt, auch ein schlichter Lidstrich ist erlaubt. Sonst findet man höchstens noch Concealer, eine Foundation in einer natürlichen, sich dem Hautton anpassenden Farbe, Rouge, Mascara sowie rosé- oder beerenfarbene Lippenstifte in den Beauty Bags der Royals.
Dunkle Töne oder Glitzer sind auch auf den Nägeln verpönt. So sieht man zum Beispiel die Queen oder Herzogin Camilla stets mit zarten, roséfarbenen Nagellacken oder natürlichen, kurz gefeilten und immer sauberen Fingernägeln. Die Lieblingsfarbe der Königin von England soll schon seit 1989 „Ballet Slippers“ der Marke „essie“ sein. Eigens für ihre Krönung 1953 ließ sie darüber hinaus ihre ganz persönliche Lippenstiftfarbe kreieren, die sie bis heute trägt. Doch man wird die Königin bei Events niemals zu diesem greifen sehen, denn das öffentliche Nachschminken ziemt sich für die Royals nicht.

Royals und Etiketten

Staatsbankett 2014: Queen Elizabeth prostet Präsident Tony Tan zu. Hätte er zu erst das Glas erhoben, wäre es ein Fauxpas gewesen. © picture alliance / AP Images | dominic lipinski

Die Tischmanieren im Palast

Sollte man die Chance bekommen, einmal mit Queen Elizabeth zu speisen, gilt es, die royale Etikette zu beachten. Zuallererst einmal sollte das Handy ausgeschaltet sein. Fotos von dem Event darf man keinesfalls selbst schießen. An den gedeckten Tisch setzt man sich erst dann, wenn die Königin Platz genommen hat. Im britischen Königshaus wird die Mahlzeit erst dann eingenommen, wenn die Queen zu Messer und Gabel greift. Ist die Queen satt und legt das Besteck nieder, müssen auch alle anderen Gäste aufhören zu essen. Mögen die Regeln bei Tisch auch umfangreich sein, die letzte ist die wichtigste: Man bleibt so lange auf seinem Platz, bis die Queen den Raum verlassen hat.

Das königliche Menü

Rohes Fleisch oder Schalentiere landen bei den Adeligen nur im stillen Kämmerlein auf den Tellern. Bei öffentlichen Anlässen sind sie verboten. Zu groß ist das Risiko einer Lebensmittelvergiftung. Deshalb gibt es auch nie Leitungswasser. Desweiteren kann die Queen den Geschmack und Geruch von Knoblauch und Zwiebeln nicht leiden. Beides findet man ebenso wenig auf dem royalen Speiseplan wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Serviert wird laut „bildderfrau.de“ stattdessen lieber Fisch, Geflügel, Gemüse und Salat. So gesund die Low-Carb-Speisen auch sein mögen – Königin Elizabeth liebt Schokoladenkuchen. Diesen gibt es deshalb häufig zum Nachtisch.

Die Gesprächsthemen mit der Queen

Die Frage, worüber man mit der Queen plaudern könnte, erübrigt sich, sollte man sich zufällig sehr für Pferde und Pferderennen interessieren. Und sind die Themen Politik und Religion auch tabu, so ist die Königin eben nicht nur das Oberhaupt der britischen Krone, sondern auch (Ur-)Großmutter. Und die reden ja bekanntlich liebend gern über ein Thema: ihre bezaubernden Enkel und Urenkel. Bei acht Enkeln und elf Urenkelchen sollte das Gespräch da so schnell nicht ins Stocken geraten.
Autorin: Saskia Weck
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