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König Felipe: Der Skandal ist vorprogrammiert

Als erster europäischer Royal unterstützt König Felipe die Fußballnationalmannschaft seines Landes in Katar. Doch sein Besuch bei der WM ist umstritten. Der Skandal ist vorprogrammiert.

König Felipe ist zur umstrittenen Fußball-WM nach Katar gereist.

Der Skandal ist vorprogrammiert: König Felipe ist zur umstrittenen Fußball-WM nach Katar gereist. © Toni Galan/Getty Images

König Felipe reist zu Skandal-WM nach Katar

„Das Runde muss ins Eckige”, heißt es wieder bei der diesjährigen Fußball-WM in Katar. Die Freude am Fußball geht angesichts der Skandale um das Turnier jedoch schnell verloren. Die Vergabe der Weltmeisterschaft an das Emirat am Persischen Golf hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Das Land ist international besonders für Menschenrechtsverletzungen bekannt. So sollen bei den Baumaßnahmen in Vorbereitung auf den Fußballwettbewerb tausende Gastarbeiter aufgrund von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen gestorben sein. Darüber hinaus soll das autoritäre Regime in Katar beispielsweise homosexuelle Handlungen mit Gefängnis oder Stockhieben bestrafen.

In Europa stellte sich daher die Frage, wie die Regierungen mit dem Turnier umgehen sollen. In vielen Ländern ‒ auch in Deutschland ‒ gab es Aufrufe, die WM zu boykottieren. Auch königliche Staatsoberhäupter müssen daher entscheiden, ob sie ihre Fußballnationalmannschaften in Katar unterstützen. König Felipe ist nun vorangegangen und hat „La Roja” bei ihrem ersten Gruppenspiel gegen Costa Rica im Stadion bejubelt. Der Skandal ist vorprogrammiert.

König Felipe ist zur Skandal-WM nach Katar gereist.

König Felipe erscheint im Stadion in Doha ausgerechnet mit FIFA-Präsident Gianni Infantino. Damit dürfte der König sich keinen Gefallen tun. © Juan Luis Diaz/Quality Sport Images/Getty Images

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König Felipe: Damit tut er sich keinen Gefallen

Ob König Felipe sich mit seinem Besuch in dem autoritär regierten Wüstenstaat einen Gefallen tut, ist fraglich. Zwar sind die Spanier traditionell ein fußballbegeistertes Volk, die Skandale um die WM überschatten jedoch die Freude am Sport. Am Mittwoch (23. November) bejubelte der Monarch in Begleitung des Präsidenten des spanischen Fußballverbandes, Luis Rubiales, die spanischen Fußballer bei ihrem fulminanten 7:0-Sieg gegen Costa Rica. Neben König Felipe saß außerdem FIFA-Präsident Gianni Infantino, der erst vor wenigen Tagen mit äußerst kontroversen Aussagen auf sich aufmerksam machte. Dass König Felipe, der sich gemeinsam mit seiner Frau Letizia ansonsten für Menschenrechte stark macht, ausgerechnet mit dem umstrittenen FIFA-Präsidenten bei der skandalumworbenen Weltmeisterschaft auftaucht, dürfte dem König einen ordentlichen Image-Schaden einhandeln.

Welche Royals reisen nach Katar?

Ob andere europäische Royals ebenfalls nach Katar reisen werden, ist bisher nicht bekannt. König Felipe ist der erste hochrangige Royal, der zu dem skandalumwobenen Turnier in den Golfstaat gereist ist. In vielen europäischen Ländern wird zum Boykott der WM aufgerufen. Wie die königlichen Staatsoberhäupter und andere Regierungen damit umgehen, wird sich im Laufe des Wettbewerbs zeigen. Aus Deutschland reiste Bundesinnenministerin Nancy Faeser zum Eröffnungsspiel gegen Japan.

Ob König Felipe sich mit seinem Auftritt in Katar einen Gefallen getan hat, wird sich zeigen. Angesichts der Menschenrechtsverletzungen in dem Wüstenstaat dürfte der Skandal jedoch vorprogrammiert sein.

 

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