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König Felipe: So schwierig ist sein Verhältnis zu Juan Carlos

Zwischen König Felipe und Juan Carlos von Spanien herrscht Eiszeit. Das enthüllt ein neues Buch über den ehemaligen König. 

König Felipe und Juan Carlos

König Felipe musste ein schweres Erbe antreten. Juan Carlos der Monarchie durch diverse Skandale erheblich geschadet. © picture alliance / abaca | Pool/ABACA

Juan Carlos: Buch beleuchtet sein neues Leben

Es gibt Neuigkeiten von Juan Carlos aus dem Exil. Die Journalistin Laurence Debray hat ein Buch über den ehemaligen König geschrieben. Für „Mon roy déchu“ (Dt: „Mein gefallener König“) hat die Französin persönlich mit dem Spanier gesprochen. Die Zeitschrift „Paris Match“ druckte nun die ersten Auszüge. Auf 249 Seiten geht es auch um das neue Leben des Royals.

Seit August 2020 lebt der Vater von König Felipe zurückgezogen in Abu Dhabi. Auf der Privatinsel Nurai wohnt Juan Carlos in einer rund 1000 Quadratmeter großen Villa – inklusive Pool. Dort geht der 83-Jährige jeden Tag schwimmen. 12 Kilo hat der Royal im vergangenen Jahr abgenommen. Zudem macht der ehemalige König regelmäßig Fitnessübungen. Diese sollen gegen die Schmerzen helfen. Seit der Spanier sich 2012 die Hüfte gebrochen hatte, braucht er ein künstliches Hüftgelenk. Nur mit Krücken kann er einigermaßen laufen. Leibwächter sorgen für seine Sicherheit, Angestellte für sein Wohlbefinden. Zudem hat er in Abu Dhabi viele Freunde.

Juan Carlos von Spanien bereitet sich auf seinen Tod vor

Der ehemalige König denkt schon an seine Beerdigung. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Francisco Seco

König Felipe geht zu seinem Vater auf Distanz

Im Exil liest Juan Carlos viele spanische Zeitungen. Er verfolgt genau, was in seinem Land vor sich geht. Seine Abgeschiedenheit hindert ihn nicht daran, überall über alles informiert zu sein. Spanien bleibt offensichtlich im Mittelpunkt seiner Besorgnis. Die Zukunft der Monarchie ist sein erstes Anliegen“, schreibt Laurence Debray.

Gegen das Heimweh hilft dem 83-Jährigen extra importierter Serano-Schinken. Zudem soll Juan Carlos regelmäßig Videokonferenzen mit seinen beiden Töchtern Elena und Cristina abhalten. Angeblich spricht er auch mit seiner Frau Alt-Königin Sofia. Mit König Felipe sei der Kontakt aber nahezu abgerissen. Die Beziehungen zwischen Vater und Sohn sollen sich so sehr „verschlechtert“ haben, dass Felipe seinem „Vater nicht einmal zum letzten Geburtstag gratuliert habe.“ Vielleicht ist es der Ärger darüber, wie sehr der 83-Jährige der Monarchie geschadet hat.

Rückkehr nach Spanien nicht ausgeschlossen

Ob Juan Carlos jemals nach Spanien zurückkehrt? Darauf antwortet der Royal: „Einige sind sehr froh, dass ich gegangen bin. Ich könnte jederzeit zurückkehren, es würde reichen, ein Flugzeug zu nehmen.“

Da in Spanien jedoch immer noch gegen Juan Carlos wegen Korruption und Geldwäsche ermittelt wird, wäre eine Rückkehr nicht ungefährlich.

Auch über seinen eigenen Tod macht sich Juan Carlos Gedanken. Die Trauerfeier von Prinz Philip hat ihm gefallen. „Es war großartig, wirklich sehr bewegend und elegant“ , erklärte der ehemalige König. Fast melancholisch fügte er hinzu: „Die Beerdigung meines Vaters war sehr schön. Jetzt muss ich an meine denken.“

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