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Königin Sirikit: Das letzte Juwel Thailands

Königin Sirikit ist das letzte Juwel Thailands. Nur noch die Mutter von König Rama X. erinnert an den Glanz vergessener Tage.

Königin Sirikit

Das Vermächtnis von Königin Sirikit ist bedroht. © picture-alliance/ dpa | Volker Dornberger

Thailands Monarchie ist angeschlagen

Die Monarchie Thailands steckt in der Krise. Immer lauter wird die Kritik an dem Königshaus. Der amtierende König ist bei seinem Volk unbeliebt. Die Thailänder nehmen es Rama X. übel, dass er mehr Zeit in Bayern als in seiner Heimat verbringt. Mit seinem Lebensstil eckt der 68-Jährige nicht nur bei seinen Landsleuten an.

Dramatischer ist jedoch die politische Lage. Meinungsfreiheit ist nicht gegeben. Wer König Rama X. kritisiert, kann wegen Majestätsbeleidigung bis zu 15 Jahre im Gefängnis enden. Aktivisten fordern Reformen. Der Wunsch: Der Palast soll sich aus der Politik heraushalten. Doch die Widerstände werden vom Regime unterbunden.

Königin Sirikit wurde verehrt

Die Monarchie hat ihren Glanz verloren. Königin Sirikit ist die letzte Erinnerung an bessere Zeiten. Gemeinsam mit König Bhumibol (†88) war sie ein perfektes Aushängeschild für das thailändische Königshaus. Die 88-Jährige wurde für ihre Schönheit bewundert und zierte weltweit die Titelblätter. Royals aus der ganzen Welt reisten nach Thailand, um das Königspaar zu treffen. Doch nicht nur der Glamour fehlt inzwischen, sondern auch an die Güte.

Königin Silvia Königin Sirikit

2003 besuchten Königin Silvia und König Carl Gustaf das thailändische Königspaar. Besuche von hohen ausländischen Gästen waren selbstverständlich. © picture-alliance / IBL Bildbyrå | ANP

Thailändisches Königspaar kämpfte für demokratische Werte

König Bhumibol wurde seinerzeit als Halbgott verehrt, nicht gefürchtet. Er trat im Laufe seines Lebens immer wieder für demokratische Rechte ein. Als es 1973 zu Studentenprotesten kam, griff das Militär mit voller Härte durch. Bhumibol stellte sich jedoch auf die Seite der Menschen. Er öffnete nicht nur seinen Palast für fliehende Demonstranten, sondern verbannte auch drei Feldmarschälle aus ihrem Amt. Immer wieder intervenierte der Monarch friedlich, wenn es zu Unruhen und Aufständen kam und bemühte sich um Stabilität.

Ebenso verhielt sich Königin Sirikit. Die Landesmutter besuchte besuchte sogar die Trauerfeier eines getöteten Aktivistin und sammelte Geld für verletzte Demonstranten.

Auch das Thema Majestätsbeleidigung hinterfragte Bhumibol, obwohl es auch während seiner Regentschaft zu Verhaftungen kam. „Wenn man sagt, der König darf nicht kritisiert werden, würde das bedeuten, dass der König nicht menschlich ist. (…) Wenn der König keine Fehler machen kann, ist es, als würde man auf ihn herabsehen und ihn nicht als ein menschliches Wesen behandeln. Aber der König kann Fehler machen“, sagte er 2005 in einer Rede und setzte damit ein klares Zeichen.

Königin Sirikit mit Familie

Das letzte Foto von Königin Sirikit. An ihrer Seite: Ihre Kinder Prinzessin Sirindhorn (li.), König Rama X und dessen Frau Königin Suthida. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Uncredited

Königsmutter macht sich öffentlich rar

Ob Königin Sirikit damit einverstanden ist, welchen Pfad König Rama X. betreten hat? Die gesundheitlich angeschlagene 88-Jährige hat sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Hin und wieder veröffentlicht der Palast ein Foto, das allerdings nicht mehr verrät, als dass die Königsmutter noch am Leben ist.

Es ist tragisch, doch egal mit wie viel Gold und Schmuck sich das Königshaus schmückt – Sirikit ist wohl das letzte wahre Juwel Thailands. Quellen: Tagesschau, Deutschlandfunk und Kultur, Der Standard, Frankfurter Rundschau, Reuters, CNN

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