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Queen Elizabeth: Ist sie in Wahrheit eine Deutsche?

Queen Elizabeth II. ist für viele Menschen die Personifizierung des Englischen. Daher dürfte es überraschen, dass sie in Wahrheit deutsche Wurzeln hat. ADELSWELT verrät die Hintergründe!

Queen Elizabeth II. im Jahr 2011. © picture alliance / Photoshot | –

Die Familiengeschichte von Queen Elizabeth beginnt in deutschen Fürstentümern

Zugegeben, die Familiengeschichte des britischen Königshauses ist kompliziert. Wie aber eingefleischte Fans der britischen Royals wissen, hat die Familie von Queen Elizabeth II. deutsche Wurzeln. Genauer gesagt stammt das Haus Windsor, so der offizielle Name des Königshauses, von den deutschen Häusern Hannover und Sachsen-Coburg-Gotha ab. Mit König George I. – geboren 1660 als Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg  – begann die Herrschaft des Hauses Hannover in Großbritannien.

George war nach dem Tod seines Vaters Ernst August 1698 zunächst Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, auch bekannt als Kurfürstentum Hannover. Durch seine Mutter Sophia von Hannover war George auch ein Enkel von Elizabeth Stuart, der Tochter von König James VI. und I. von Schottland, England und Irland. Mit dem Tod Königin Annes von Großbritannien, einer Cousine seiner Mutter und letzter Monarchin aus dem Hause Stuart, bestieg Georg Ludwig von Hannover als George I. den britischen Thron. So begann die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover.

Aus Hannover wurde Sachsen-Coburg-Gotha

Die Linie der Hannoveraner in England setzte sich fort bis zur Regentschaft seiner Ur-Ur-Ur-Enkelin, Königin Victoria. Die erst 18-jährige  Ur-Ur-Oma von Queen Elizabeth folgte ihrem Onkel William IV. 1837 auf den britischen Thron. Da in Hannover allerdings das Salische Gesetz galt, was Frauen gänzlich von der Thronfolge ausschloss, ging die hannoveranische Krone nicht an Victoria über, sondern an ihren Onkel, Prinz Ernest Augustus. Königin Victoria wurde somit zur ersten britischen Monarchin seit 1714, die nicht gleichzeitig auch Königin von Hannover war. Die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover zerbrach.

Das Salische Gesetz hatte aber nicht nur Folgen für die Personalunion mit Hannover, sondern auch für das britische Königshaus. Denn Victoria konnte ihren Titel als weibliches Mitglied des Hauses Hannover nicht an ihre Nachkommen weitergeben. Das heißt, ihre neun Kinder waren keine Mitglieder des Hauses Hannover, sondern gehörten dem Haus ihres Vaters an. Queen Victoria heiratete 1840 ihren Cousin ersten Grades, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Als Victoria schließlich 1901 starb, bestieg ihr ältester Sohn als König Edward VII. den britischen Thron und war der erste britische Monarch aus dem deutschen Hause Sachsen-Coburg-Gotha.

Queen Victoria und Prinz Albert im Jahr 1854. Mit ihnen beginnt die Geschichte des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha in Großbritannien. © picture alliance/United Archives | 91050/United_Archives/TopFoto

Queen Elizabeth gehört dem Haus Sachsen-Coburg-Gotha an

Das Adelsgeschlecht Sachsen-Coburg-Gotha regiert übrigens bis heute in Großbritannien. Queen Elizabeth II. ist selbst Mitglied dieses Hauses. Allerdings ist das Haus in England heute unter einem anderen Namen bekannt: Windsor! Das hat einen praktischen Grund: Nach dem Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 störten sich die Briten zunehmend am deutschen Namen ihres Königshauses, wie royalcentral.uk weiß. Vor allem, weil den meisten Briten wohl die Verwandtschaft ihrer Königsfamilie mit der deutschen Kaiserfamilie bekannt war – der damalige König George V. war ein Cousin ersten Grades von Kaiser Wilhelm II. So entschied sich George V. 1917, den Namen seines Königshauses etwas „britischer“ zu gestalten. Als Vorlage für den Namen wählte er sein geliebtes Schloss Windsor – jenes Schloss, das wir heute noch als Residenz der Queen und Austragungsort zahlreicher Royal-Hochzeiten kennen.

Die britische Königsfamilie hat also tatsächlich deutsche Vorfahren! Queen Elizabeth selber identifiziert sich aber wohl mehr mit ihren britischen Wurzeln – ihre Mutter beispielsweise, geboren als Elizabeth Bowes-Lyon, entstammte einer schottischen Grafenfamilie. Dennoch ist die deutsche Herkunft der britischen Royals nicht zu leugnen und die Geschichte des Hauses Windsor wird sie immer daran erinnern.

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