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Queen Elizabeth: Wurde ihr Großvater König George ermordet?

Queen Elizabeth erfuhr erst 50 Jahre nach dem Tod ihres Großvaters, wie George V. wirklich starb. Sein Leibarzt hatte ihm einen tödlichen Giftcocktail verabreicht.

Queen Elizabeth II mit ihrem Großvater König George

Mai 1935: Elizabeth mit ihren Großeltern König George und Königin Mary. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | –

Großvater von Queen Elizabeth litt unter Lungenproblemen

König George V. war 70 Jahre alt, als er im Jahr 1936 starb. Offiziell war der Großvater von Queen Elizabeth an einer Bronchitis gestorben. Doch nur wenige wissen: Der Monarch starb nicht auf natürliche Weise. Einige Menschen bewerten seinen Tod sogar als Mord.

Es war der 20. Januar 1936. King George V. war zu dem Zeitpunkt schon eine ganze Weile krank. Der Kettenraucher litt unter schweren Problemen der Atemwege. 1928 musste sein rechter Lungenflügel sogar wegen einer Infektion entfernt werden. Auch ein Kuraufenthalt brachte nur kurzfristige Besserung. Mitte Januar ging es dem König immer schlechter. Er konnte das Bett nicht mehr verlassen. Die Bronchien des 70-Jährigen versagten. Das Ende des Königs war nahe. George V. befand sich bereits in einem komatösen Zustand. Doch seinem Arzt Lord Dawson ging es offenbar nicht schnell genug.

König George wurde von seinem Leibarzt ermordet

Knapp 26 Jahre saß King George V. auf dem Thron bevor er starb. © picture-alliance / akg-images | akg-images

Sein Leibarzt wollte den Tod des Königs für die Zeitungen beschleunigen

Um dem Tod des Königs zu beschleunigen, spritze er ihm Morphium und Kokain in die Halsschlagader. Es ging Lord Bertrand Dawson aber nicht nur darum, seinem Patienten ein schmerzloses Ende zu bereiten. Er wollte sichergehen, dass es die Verkündung seines Todes in die Morgenzeitungen schafft und nicht in die „weniger geeigneten Abendzeitschriften“. Kurz vor der Injektion rief der Arzt noch seine Frau in London an. Sie sollte der Zeitung „The Times“ raten, die Titelseite freizuhalten. Eine Stunde später war der Monarch tot. „Ein friedliches Ende um Mitternacht“, titelte die Zeitung schließlich am nächsten Tag.

War es Mord oder Sterbehilfe?

Wie es wirklich zu dem Tod des Königs kam, war Jahrzehnte ein Geheimnis. 1950 veröffentlichte Francis Watson ein Buch über Lord Dawson. Der Biograf hatte Einsicht in die Tagebücher des Arztes. Doch das entscheidende Detail hielt er zurück. „Lady Dawson wollte es nicht in dem Buch und ich stimmte bereitwillig zu. Ich hielt es nicht für angemessen“, erklärte Watson später. 1989 machte er die wahren Todesumstände des Königs schließlich doch öffentlich.

Starb der Großvater von Queen Elizabeth durch Sterbehilfe? Oder war es am Ende sogar Mord? Diese Frage wurde lange in den Medien diskutiert. Eine Patientenverfügung gab es damals nicht. In England ist Sterbehilfe bis heute illegal. „Meiner Meinung nach wurde der König von Dawson ermordet“, sagte Kenneth Rose, ein Biograf von George V. Und Adelsexpertin Ingrid Stewart sagte über Lord Dawson: „Die Leute sagen tatsächlich, er habe den König getötet, es ist heutzutage eine sehr kontroverse Debatte, das medizinische Team hatte sicherlich mehr Macht als heute.“

Queen Elizabeth wollte sich damals nicht äußern. Es muss jedoch aufwühlend gewesen sein, zu erfahren, wie ihr Großvater wirklich starb.

Auch interessant: Albert I. von Belgien: Sein Tod in den Bergen gab Jahrzehnte Rätsel auf. Quellen: The Guardian, The New York Times, Daily Mail

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