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Alexandra von Griechenland: Ihre dramatische Lebensgeschichte

Alexandra von Griechenland hatte ein tragisches Leben. Sie verlor ihren Vater auf dramatische Weise und wuchs im Exil auf. Als ihre Ehe mit König Peter immer unglücklicher wurde, wollte die letzte Königin von Jugoslawien nur noch sterben.

1943: Alexandra von Griechenland

1943: Alexandra von Griechenland ein Jahr vor ihrer Hochzeit. © Gemeinfrei

Ihr Vater stirbt unter tragischen Umständen

Schon vor ihrer Geburt trifft Alexandra ein trauriger Schicksalsschlag. Ihr Vater König Alexander stirbt an den Folgen eines Affenbisses. Als sie am 25. März 1921 das Licht der Welt erblickt, ist ihr Vater bereits fünf Monate tot. Aspasia muss ihre einzige Tochter allein großziehen. Doch die Stabilität, die Mutter und Kind jetzt bräuchten, finden sie nicht. Der Tod des jungen Königs löst eine schwere politische Krise im Land aus.

Weil es eine morganatische Ehe war – Aspasia war nicht blaublütig – hatte Alexandra zunächst keinerlei Ansprüche. Erst 1922 wird die Ehe rückwirkend anerkannt und das kleine Mädchen zur Königlichen Hoheit und Prinzessin von Griechenland und Dänemark ernannt. Dennoch wird die Königstochter nie als vollwertiges Mitglied der griechischen Königsfamilie akzeptiert.

Prinzessin Alexandra wächst im Exil auf

Als die Monarchie 1924 in Griechenland abgeschafft wird, es ist Alexandras dritter Geburtstag, flieht die kleine Familie ins Exil. Mutter und Tochter leben zunächst in Italien, dann geht es weiter nach Großbritannien. Nach 12 Jahren im Ausland kehren Aspasia und Alexandra schließlich nach Griechenland zurück. Doch durch den Zweiten Weltkrieg müssen sie ihre Heimat erneut verlassen. 1941 lassen sich Aspasia und Alexandra in London nieder.

Auf ihre Hochzeit mit König Peter musste sie warten

1942 verliebt sich Prinzessin Alexandra in ihren Cousin dritten Grades. König Peter II. von Jugoslawien (*1923-†1970) lebt ebenfalls im Londoner Exil. Beide teilen ein ähnliches Schicksal. Auch er hat seinen Vater auf tragische Weise verloren. Als Peter elf Jahre alt ist, kommt Alexander I. durch ein Attentat ums Leben.

Doch auf die Hochzeit muss das Paar warten. Denn Königin Maria von Jugoslawien hält es für unangemessen, dass ihr Sohn während der Besetzung heiratet. Zwei Jahre müssen sie auf ihren Großen Tag warten.

Hochzeit

Ein Hochzeitsfoto des Brautpaares mit König George VI. (links) und Georg II. von Griechenland. © Gemeinfrei

Am 20. März 1944 ist es dann so weit: Alexandra und Peter heiraten in der jugoslawischen Botschaft in London. Die griechische Prinzessin wird mit dem Jawort zur Königin von Jugoslawien. Unter den royalen Gästen sind auch die spätere Queen Elizabeth und Königin Wilhelmina der Niederlande. Die Königstochter ist zu dem Zeitpunkt 22 Jahre alt. Im Juli 1945 bringt Alexandra ihr einziges Kind zur Welt: Kronprinz Alexander.

Alexandra von Griechenland mit ihrer Familie

1948: Alexandra und Peter versuchen mit Sohn Alexander einen Neubeginn in New York.
© picture-alliance / United Archives/TopFoto | 91050/United_Archives/TopFoto

Aus Liebeskummer versucht sie sich das Leben zu nehmen

Alexandras Zeit als Königin dauert nur kurz. Im November 1945 muss Peter den Thron aufgeben, dankt aber niemals offiziell ab. Jugoslawien wird zur föderativen Volksrepublik. Für die junge Mutter beginnt erneut eine turbulente Zeit ohne Heimat. Frankreich, Monaco, Schweiz und schließlich New York –  die Familie ist rastlos und bankrott. Alexandra muss sogar eine wertvolle Smaragdkette verkaufen, um die Schulden zu begleichen.

Und auch die Ehe mit Peter wird immer schwieriger. Der ehemalige König findet sich im normalen Leben nicht zurecht. Er verfällt dem Alkohol und betrügt Alexandra mit jüngeren Frauen. Der Kummer frisst die gebürtige Griechin fast auf. Sie wird immer dünner und labiler. Doch psychische Probleme sind zu der Zeit noch ein Tabu. Schließlich begeht sie ihren ersten Suizidversuch.

Alexandra von Griechenland: Ihre dramatische Lebensgeschichte

Eine glückliche Familie – allerdings nur vor der Kamera. © picture-alliance / United Archives/TopFoto | 91050/United_Archives/TopFoto

Eine Ehe am Abgrund: Fehlgeburt und Gewalt

Trotzdem versucht Alexandra ihren Mann zu halten. Sie liebt ihn, auch wenn diese Liebe sie krank macht. Um Peter an sich zu binden, setzt sie sogar ihren Sohn Alexander als Druckmittel ein. Sie selbst vernachlässigt den Jungen während dieser Zeit. Der kleine Prinz muss viele hässlichen Szenen zwischen seinen Eltern miterleben. Es kommt wiederholt zu Gewaltausbrüchen.

1952 erleidet Alexandra eine Fehlgeburt. Im selben Jahr kehrt die Familie nach Frankreich zurück. Doch die Ehe steckt immer noch in einer schweren Krise. Finanzielle Probleme belasten das Paar zusätzlich. Ein Jahr später begeht die Griechin einen erneuten Suizidversuch. Wieder wird sie gerettet. Auch Peter ist inzwischen psychisch am Ende. Er will sich endlich scheiden lassen. Doch die Familie überzeugt ihn, seiner Ehe noch eine Chance zu geben.

Kronprinz Alexander von Serbien mit seinen Eltern

Die Ehe von Peter und seiner Frau war ein auf und ab. © picture-alliance / United Archives/TopFoto | 91050/United_Archives/TopFoto

Prinz Alexander rettet ihr das Leben

Alexandra und Peter versöhnen sich. Sie gehen sogar ein zweites Mal auf Hochzeitsreise. Doch das Glück findet bei den Heimatlosen kein Zuhause. Die 42-Jährige ist schwer depressiv. 1963 nimmt sie eine Überdosis Schlaftabletten. Ihr 18-jähriger Sohn findet sie leblos im Schlafzimmer. Die Lage ist ernst, aber wieder kann Alexandra gerettet werden. Auch internationale Medien berichten über den Suizidversuch. Danach wird die depressive Prinzessin permanent überwacht. Wieder kommt es zur Versöhnung mit Peter, wieder zerbricht die Liebe. Der ehemalige König zieht schließlich dauerhaft in die USA, wo er 1970 durch eine gescheiterte Lebertransplantation stirbt. Alexandra ist zu schwach, um an der Trauerfeier teilzunehmen.

Anfang der 1990er-Jahre erkrankt die Prinzessin selbst schwer. Am 30. Januar 1993 erliegt Alexandra schließlich ihrer Krebserkrankung. Ihr Sohn Alexander ist heute der Thronprätendent von Serbien. „Ich liebe und schätze die Erinnerung an meine Eltern. Leider waren sie manchmal keine glücklichen Menschen, manchmal auch kein glückliches Paar“, sagte der Royal 2020. „Sie waren jedoch meine Mutter und mein Vater, und ich werde sie immer in guter Erinnerung behalten. Sie lebten in einer schwierigen Zeit, einer tragischen Zeit, und wurden Opfer dieser Zeiten.“

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