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Kaiserin Elisabeth verdrehte Bay Middleton den Kopf

Kaiserin Elisabeth verdrehte einst ihrem Reitlehrer Bay Middleton den Kopf. Doch dann beendete ein tödlicher Unfall ihre Beziehung für immer.

Kaiserin Elisabeth

Kaiserin Elisabeth war eine ehrgeizige Reiterin. Bay Middleton, ein Namensvetter von Herzogin Kate, brachte sie an die Weltspitze. © picture-alliance / IMAGNO/Austrian Archives (AA) | k. A.

Bay Middleton war der Reitlehrer von Kaiserin Sisi

Wer heute den Namen Middleton hört, denkt sofort an Herzogin Kate. Vor ihrer Hochzeit mit Prinz William war dies schließlich ihr Mädchenname. Doch vor Herzogin Catherine machte bereits ein anderer Middleton in der Adelswelt von sich reden. Bay Middleton (*1846-†1892) war einst der Vertraute von Kaiserin Elisabeth. Doch wie kam es zu der Verbindung?

1876 setzte sich Kaiserin Sisi in den Kopf, an einer Parforcejagd in England teilzunehmen. Ehrgeizig wie die Frau von Kaiser Franz Joseph nun mal war, wollte sie natürlich unbedingt zu den Besten gehören. Also engagierte sie den schottischstämmigen Reitprofi Bay Middleton. Durch seine Hilfe erhoffte sich Elisabeth bessere Chancen auf den Sieg.

Elisabeth von Österreich-Ungarn wuchs über sich hinaus

Doch es dauerte, bis die Kaiserin und der Captain warm miteinander wurden. Laut Autorin Brigitte Hamann hielt der Schotte Sisi für eine arrogante Adlige, die in ihrer Freizeit nichts Besser zu tun hatte, als sich ihrem Hausfrauen-Hobby zu widmen. Doch schnell erkannte der Reitprofi das herausragende Talent seiner neuen Schülerin.

Die Kaiserin fand schneller Gefallen an ihrem Lehrer. Es beeindruckte sie, dass Bay Middleton sich nicht verstellte. Auch in ihrer Gegenwart behielt er seine manchmal etwas rauen, schottischen Manieren bei. Er half Sisi, im Sattel über sich hinauszuwachsen und sie wurde so laut der Autorin zu einer der besten Reiterinnen der Welt. Jahrelang war er ihr Gefährte bei der Jagd.

Eifersucht und Gerüchte belasteten ihre Freundschaft

Ihre tiefe Freundschaft wurde jedoch von Eifersucht überschattet. Es war jedoch nicht Kaiser Franz Joseph, der eifersüchtig auf den Reitlehrer seiner Frau war; Bay Middleton war das enge Verhältnis von Sisi mit dem Grafen Esterhazy ein Dorn im Auge. Die Männer rivalisierten um den Platz als Pferde-Master an ihrer Seite.

Und auch die Verlobte von Bay Middleton reagierte allergisch auf die Kaiserin. Nachdem der Schotte die Hochzeit immer weiter aufgeschoben hatte, stellte sie ihm schließlich ein Ultimatium. Am 25. Oktober 1882 trat der damals 36-Jährige schließlich mit Charlotte Baird vor den Traualtar. Sein Herz gehörte aber offenbar weiter Kaiserin Elisabeth.

Seine Leidenschaft wurde ihm Verhängnis

Schließlich machten am Hofe Affärengerüchte die Runde. Keine geringe als Sisis Schwester entpuppte sich als die Urheberin. Marie hatte offenbar selbst ein Auge auf den schönen Schotten geworfen. Dass er jedoch nur Augen für ihre Schwester hatte, veranlasste sie zu der Intrige.

Ihr Sohn Kronprinz Rudolf nahm die Gerüchte so ernst, dass er sich auf einem Ball sogar weigerte, mit dem schottischen Captain zu sprechen. Als Sisi von den Geschichten erfuhr, brach sie endgültig mit ihrer missgünstigen Schwester. An ihrer platonischen Beziehung mit ihrem Reitlehrer hielt sie fest.

Ihre Freundschaft endete auf tragische Weise am 9. April 1892: Bay Middleton stürzte beim Pferderennen und brach sich das Genick. Er wurde nur 46 Jahre alt. Kaiserin Elisabeth überlebte ihren Gefährten nur sechs Jahre. Am 10. September 1898 wurde sie von einem Anarchisten ermordet.
Quellen: Buch „Elisabeth, Kaiserin wider Willen“ von Brigitte Hamann, Magazine „The Field“ und „Adel Heute“.

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