Die niederländische Königsfamilie war immer wieder in Skandale verwickelt. Auch wenn die Royals nicht immer die Schuld traf, sorgten einige Fehltritte für böse Schlagzeilen.
Trotz Coronakrise – Königspaar fuhr in den Urlaub
Es ist der jüngste Skandal in der niederländischen Geschichte: Im Oktober 2020 sorgten die Oranjes für Schlagzeilen, weil sie trotz steigender Coronafälle nach Griechenland in den Urlaub geflogen waren. Das Volk war empört. Königin Maxima und König Willem-Alexander versuchten sich in Schadensbegrenzung. Sie brachen ihren Urlaub ab und entschuldigten sich per Videobotschaft.
„Mit Bedauern in meinem Herzen wende ich mich an Sie. Unsere Reise nach Griechenland hat bei vielen Niederländern starke Reaktionen hervorgerufen. Es tut weh, Ihr Vertrauen in uns getäuscht zu haben“, erklärte König Willem-Alexander mit ernster Miene.
Mit ihrer öffentlichen Entschuldigung haben König Willem-Alexander und Königin Maxima niederländische Geschichte geschrieben. „Es ist noch nie passiert, dass sich ein Mitglied der königlichen Familie auf diese Weise entschuldigt hat. Es kommt oft vor, dass die Königfamilie eine persönliche Botschaft über eine private Angelegenheit wie einen Tod oder eine Verlobung übermittelt, aber das ist etwas ganz Besonderes“, sagte Paul Bovend’Eert, Professor für Verfassungsrecht.
Königin Maxima wurde begrapscht
Hat er oder hat er nicht? Diese Frage beherrschte die niederländischen Medien tagelang. Beim Königstag 2014 entstand ein Video, das Bürgermeister Fred de Graaf dabei zeigen soll, wie er Königin Maxima über den Hintern streichelt. „Er betatscht ihren Po”, hörte man einen Augenzeugen im Hintergrund rufen. Das ganze Land war außer sich vor Wut. Der Bürgermeister von Amstelveen wies die Anschuldigung zurück: „Daran kann ich mich nicht erinnern und das würde ich sowieso nicht bewusst tun. Ich weiß sehr gut, dass sich das nicht gehört.“ Der Palast äußerte sich nicht zu dem Vorfall.
Hörte Prinzessin Beatrix heimlich ihre Nichte ab?
2003 erschütterte „Margarita-Gate“ das Königshaus. Prinzessin Margarita warf Königin Beatrix vor, sie bespitzeln zu lassen. Die Tochter von Prinzessin Ingrid hatte erklärt, sie habe bei einem Treffen mit ihrer Tante aus deren Augenzwinkern und Gemurmel in einem angrenzenden Zimmer abgeleitet, dass das Gespräch abgehört werde. Außerdem war sie der Königin und der Regierung vor, die Vergangenheit ihres Mannes Edwin de Roy van Zuydewijn auf illegale Weise durchleuchtet zu haben. Angeblich habe er sogar Abhörwanzen in seiner Wohnung entdeckt. Die Affäre schlug immer höhere Wellen. Edwin de Roy van Zuydewijn wollte die Königsfamilie sogar verklagen.
Später stellte sich heraus, dass der niederländische Geheimdienst Prinzessin Margarita und ihren Mann tatsächlich auf Anweisung von Königin Beatrix überprüft hatte. Allerdings handelte es sich dabei um eine zulässige Sicherheitsmaßnahme.
Ein Jahr später ließ sich Prinzessin Margarita scheiden und entschuldigte sich für den Skandal. Prinzessin Beatrix verzieh ihrer Patentochter. „Das Vertrauen war sehr beschädigt. Ich habe es wirklich zurückgewinnen müssen. Dass sie mir eine neue Chance gegeben hat, finde ich großartig, um nicht zu sagen … ergreifend“, erklärte Prinzessin Margarita 2016.
Die Vergangenheit von Jorge Zorreguieta
Die Hochzeit von Kronprinz Willem-Alexander mit der argentinischen Investment-Bankerin Maxima Zorreguieta sorgte 2002 für ein gewaltiges Medienecho. Doch es war nicht die Braut, die beim niederländischen Volk auf Ablehnung stieß, sondern ihr Vater. Jorge Zorreguieta hatte unter der Regierung von Diktator Jorge Rafael Videla den Posten des Landwirtschaftsministers bekleidet. Insgesamt fielen 30.000 Menschen der argentinischen Militärdiktatur zum Opfer.
Zorreguieta bestritt jedoch, von den Verbrechen des Regimes gewusst zu haben. Dennoch durfte der Argentinier weder bei der Hochzeit seiner Tochter noch bei der Krönung seines Schwiegersohnes dabei sein. Königin Maxima hielt dennoch weiter zu ihrem inzwischen verstorbenen Papa.
Friso und Mabel sorgen für Zündstoff
Als sich Prinz Friso und Mabel Wisse Smit am 30. Juni 2003 verlobten, hing der Himmel nur kurz voller Geigen. Denn die Bankierstochter wurde schnell von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als Studentin soll Mabel nämlich mit dem Drogenbaron Klaas Bruinsma liiert gewesen sein. Doch damit nicht genug: Zu ihren früheren Liebhabern soll außerdem der umstrittene bosnische Minister und Botschafter Muhamed Sacirbey gehört haben. Weil Mabel versuchte ihre Affären zu vertuschen, verweigerte das Parlament seine Zustimmung zur Ehe. Friso heiratete seine große Liebe trotzdem und gab für sie sogar seinen Titel auf.
Königin Maxima sorgt mit einem Kleidungsstück für Wirbel
Ganz Nürnberg war am 14. April 2016 im Ausnahmezustand. Schließlich beglückten Königin Maxima und König Willem-Alexander die bayrische Stadt mit ihrem Besuch. Viele Schaulustige kamen zusammen, um die niederländischen Royals aus der Nähe zu sehen.
Doch kurze Zeit später sorgte Maximas Outfit für großen Wirbel. Einige Menschen glaubten nämlich, Hakenkreuz-ähnliche Symbole auf ihrem grauen Mantel erkannt zu haben. Die Empörung im Netz war groß. Schließlich war Nürnberg Schauplatz der NSDAP-Reichsparteitage und NS-Kriegsverbrecherprozesse.
Doch Königin Maxima hat sich bei der Wahl dieses Kleidungsstückes sicher nichts Böses gedacht. Sie trug den Mantel auch schon zuvor bei einem Besuch in Dänemark. Außerdem ähnelt das Ornament nur mit viel Fantasie dem Nazi-Symbol. Die Haken sind zu kurz und weisen zudem in die falsche Richtung.
Modeschöpfer Claes Iversen nahm seine Kreation in Schutz: „Ich hatte nie vor, einen Mantel zu machen, dessen Symbole denen der Nazis ähneln. Die Symbole und Ornamente auf dem Mantel sind klassisch geometrische Elemente und von mir so auf dem Mantel angeordnet worden. Ich wollte damit unkonventionell sein.“ Trotzdem hat Königin Maxima das Kleidungsstück seither nicht mehr getragen.
Königin Juliana vertraute Wunderheilerin
1956 kam es im niederländischen Königshaus zu einem gewaltigen Erdbeben. Das Magazin „Der Spiegel“ enthüllte den massiven Einfluss einer Wunderheilerin auf Königin Juliana. Greet Hofmans war ursprünglich an den Hof gekommen, um ihre nahezu blinde Tochter Prinzessin Christina zu behandeln. Doch schnell wurde sie zur engsten Beraterin der Monarchin. Der „weibliche Rasputin“ sorgte nicht nur für eine politische Krise, sondern auch fast für die Scheidung von Beatrix’ Eltern. Angeblich war es dann Prinz Bernhard selbst, der die Informationen über Greet Hofmans an die Presse gab und so dafür sorgte, dass sie aus dem Palast verschwinden musste.
Prinz Bernhard kassierte Schmiergeld
Prinz Bernhard sorgte selbst aber auch für einen großen Skandal. 1976 wurden Anschuldigungen laut, dass er in seiner Funktion als Generalinspekteur der niederländischen Armee von dem US-Flugzeugbauer Lockheed Bestechungsgelder angenommen haben soll.
Angeblich bekam er 1,1 Millionen US-Dollar, weil er für den Kauf der Lockheed F-104 bei den Königlichen Luftstreitkräften sorgte. Der Vater von Prinzessin Beatrix stritt alle Vorwürfe ab. Ministerpräsident Joop den Uyl ließ gebürtigen Deutschen die Wahl: Entweder sollte er alle öffentlichen Ämter aufgeben oder sich einem Gerichtsprozess stellen. Der Mann von Königin Juliana trat schließlich von seinen Posten zurück. Nach dem Tod von Prinz Bernhard wurde seine Schuld zweifelsfrei belegt.
Steuer-Skandal in Argentinien
Anfang 2019 geriet Royal-Liebling Königin Maxima ins Kreuzfeuer. Der Vorwurf: Die gebürtige Argentinierin soll in ihrem Heimatland Steuern hinterzogen haben. Wie die Webseite „El Cohete a la Luna“ behauptete, hatte die Ehefrau von König Willem-Alexander dem Finanzamt angeblich nicht den korrekten Wert ihrer Ländereien mitgeteilt. Vor zehn Jahren hatte Königin Maxima an der Grenze zu Chile etwa 3000 Hektar Land gekauft. Der Wert ist inzwischen gestiegen, weil weitere Häuser auf dem Grundstück gebaut wurden. Doch angeblich hatte sie vergessen, dies auch den Behörden mitzuteilen. Dadurch soll sich die dreifache Mutter steuerliche Vorteile erschlichen haben.
Das niederländische Königshaus wies die Vorwürfe entschieden zurück: „Königin Maxima respektiert die Steuergesetze und -bestimmungen in Argentinien. Dies wird auch von den zuständigen Behörden in Argentinien bestätigt.“ Inzwischen ist längst Gras über die Sache gewachsen und der Skandal vergessen.
Prinz Bernhard und seine wilden Affären
Kurz vor seinem Tod legte Prinz Bernhard eine Lebensbeichte ab. Das Zeitungsinterview durfte aber erst zwei Wochen nach seinem Ableben veröffentlicht werden. Schließlich kam heraus, dass der Vater von Prinzessin Beatrix noch zwei weitere Töchter hatte. Alexia Grinda-Lejeune (*1967) ist die Tochter seiner Geliebten Hélène Grinda, Alicia de Bielefeld (*1952) stammt aus einem Verhältnis mit einer Amerikanerin.
Königin Juliana soll von ihrer Existenz gewusst haben. „Meine Frau sagte, dass es besonders liebe Kinder waren“, sagte er der Tageszeitung „Volkskrant“ vor seinem Tod. Wie das momentane Verhältnis von Prinzessin Beatrix zu ihren Halbschwestern aussieht, ist nicht bekannt.