Als Prinz Charles in Trauer war, reagierte Prinz Philip ziemlich gefühllos. Dabei stand er der verstorbenen Person selbst sehr nahe.

Prinz Charles und Prinz Philip
Als ein geliebtes Familienmitglied starb, war Prinz Charles am Boden zerstört. Prinz Philip erwartete dagegen, Haltung zu bewahren. © picture alliance / AP Photo | TIM GRAHAM

Prinz Charles trauerte um Lord Mountbatten

Sie sind wie Tag und Nacht. Prinz Charles und Prinz Philip könnten nicht unterschiedlicher sein. „Er ist ein Romantiker, ich dagegen bin eher pragmatisch. Das heißt, wir betrachten Dinge unterschiedlich. Und weil ich nicht die Sichtweise eines Romantikers teile, bin ich gefühlskalt“, sagte der Prinzgemahl einmal laut dem Biografen Gyles Brandreth.

Selbst die Trauer konnte Vater und Sohn nicht vereinen. Als Lord Mountbatten 1979 durch einen Bombenanschlag starb, war Prinz Charles am Boden zerstört. Sein Großonkel war für ihn ein wichtiger Mentor und wie er 2015 beschrieb „der Großvater, den er nie hatte.“

Die Biografin Ingrid Seward behauptete in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Prince Philip Revealed“, dass der Thronfolger „so traurig war, dass er kaum sprechen oder gar essen könne“.

Prinz Philip empfand die Trauer seines Sohnes als „wenig männlich“

Auch Prinz Philip stand seinem Onkel nahe, zeigte jedoch keine Gefühle. Von seinem Sohn erwartete er dasselbe. „Verärgert über die weniger männliche Haltung seines Sohnes“ wurde Prinz Philip wütend, behauptet Ingrid Seward. Der Mann von Queen Elizabeth soll sich sogar lustig über seinen Sohn gemacht haben. „Als Charles schließlich wieder auftauchte und sich setzte, fing Prinz Philip an, seinen Sohn zu verspotten, so sehr, dass Prinz Charles aufstand und den Raum verließ.“

Eine ziemlich gefühllose Reaktion. Möglicherweise wurde die Wut auf seinen Sohn zum Ventil für seinen eigenen Kummer. Denn der Prinzgemahl hatte Probleme, seine Trauer zu zeigen. Stattdessen versuchte er, „Charles Rückgrat zu versteifen“, berichtet die Autorin.

Heute ist das Verhältnis von Prinz Philip und Prinz Charles besser. Zwar gibt es immer noch eine gewisse Distanz zwischen Vater und Sohn, doch der Thronfolger hat gelernt, die Einstellung seines Vaters zu akzeptieren – ganz pragmatisch.