Die Familiengeschichte von Prinz Philip beginnt mit einem Skandal. Denn eigentlich hätten seine Ur-Großeltern niemals heiraten dürfen.

Prinz Philip
Prinz Philip ist der Ur-Enkel von Alexander und Julie von Battenberg. Sie waren die Begründer des Hauses Battenberg. © picture alliance / empics

Die Geschichte des Hauses Battenberg ist skandalös

Prinz Philip ist wohl der berühmteste Vertreter des Hauses Battenberg. Wenn auch der Prinzgemahl seinen Namen 1947 in Mountbatten änderte, bleibt seine Familiengeschichte dieselbe.

Die ersten Aufzeichnungen des Hauses Battenberg finden sich im 12. Jahrhundert. Es ist jedoch nicht das Adelsgeschlecht, von dem Prinz Philip abstammt. Das zweite Haus Battenberg beginnt erst 1851 – durch eine verbotene Liebe.

Alexander von Hessen
Alexander von Hessen wollte aus Liebe heiraten, nicht weil andere es verlangten.
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Prinz Alexander verliebte sich in das Mündel des Zaren

Es ist das Jahr 1851: Prinz Alexander, Sohn von Großherzog Ludwig II. von Hessen und Rhein, ist 28 Jahre alt und damit längst im heiratsfähigen Alter. Eine Braut ist auch schon gefunden: Aus dynastischen Gründen soll der junge Prinz Katharina, die Nichte des Zaren heiraten. Doch in seinem Herzen liebt er nur eine Frau: Julie Gräfin Hauke.

Die Hofdame seiner Schwester Marie ist die Tochter des gefallenen Kriegsministers General Hauke und seiner verstorbenen Frau Sophie. Nach dem Tod ihrer Eltern holte der russische Zar die damals fünfjährige nach St. Petersburg, wo sie als Mündel aufwuchs.

Zarin Marie
Alexander von Hessen war der Bruder von Zarin Marie. Sie war mit Zar Alexander II. von Russland verheiratet. ©Gemeinfrei

„Man heiratet für sich und nicht für die anderen“

Trotz Julies guter Beziehungen zum russischen Hof kam eine Hochzeit mit Prinz Alexander nicht infrage. Schließlich stand sie im Rang weit unter dem Sohn des Großherzogs. Ihre Affäre war Zar Alexander II. ein Dorn im Auge. Schließlich wollte er seinen deutschen Schwager lieber mit seiner Nichte verheiraten. Dass sich Alexander von Hessen sträubte, sorgte für enorme Spannungen.

Dem Adligen widerstrebte es jedoch, seine Geliebte aufzugeben. Allen Widerständen zum Trotz machte er der schwangeren Julie Hauke sogar einen Antrag. „Ich finde, man heiratet für sich und nicht für die anderen“, hatte er seiner Schwester in einem Brief geschrieben. Schließlich heiratete Alexander von Hessen seine Julie am 28. Oktober 1851.

Julie von Hauke
Julie von Hauke, auch als Julia Hauke bekannt, wurde durch ihre Hochzeit zur Gräfin von Battenberg. Sie begründete das zweite Haus Battenberg. © dpa

Nach der Hochzeit verlor Prinz Alexander seine Stellung

Die morganatische Ehe sorgte für einen riesigen Skandal. Nicht nur der Zar war empört, auch der älteste Bruder des Bräutigams war außer sich. Ludwig III. sprach von einer „unverzeihlichen Torheit“. Die Konsequenzen folgten auf dem Fuße: Alexander wurde degradiert und musste seine russische Offizierskarriere aufgeben.

Um zumindest nach außen das Gesicht zu wahren, wurde Julie zur Gräfin von Battenberg ernannt. Auch Alexander nahm diesen Nachnamen an. Damit wurden sie zu den Begründern des zweiten Hauses Battenberg.

Das Geburtsdatum ihrer Tochter wurde gefälscht

Am 15. Februar 1852 kam schließlich ihre gemeinsame Tochter Marie Karoline zur Welt. Die Geburt wurde jedoch noch Monate geheimgehalten. Niemand sollte wissen, dass die Braut bei der Hochzeit schon schwanger war. Daher galt lange Zeit der 15. Juli 1852 als der offizielle Geburtstag der kleinen Marie. Es folgten vier weitere Söhne, die allesamt den Namen von Battenberg trugen.

Ihre Ehe wurde in der Gesellschaft weiter kritisch betrachtet. Doch das änderte nichts an ihren Gefühlen. Um sicherzustellen, dass sie nicht mittellos enden würde, ließ er einen Ehevertrag aufsetzen. Dadurch war seine Frau finanziell abgesichert. Wenige Wochen später starb Alexander von Battenberg in dem Wissen, dass für seine Julie gesorgt war.

Ihre Hochzeit war zwar ein Skandal, ihre Liebe jedoch ihr größtes Glück. Das wird sicher auch Prinz Philip anerkennen. Denn ohne diese nicht standesgemäße Verbindung hätte es ihn niemals gegeben.