Georg Friedrich Prinz von Preußen zieht Klagen zurück

Georg Friedrich Prinz von Preußen beendet seinen jahrelangen Rechtsstreit mit dem deutschen Staat. Es ging um die Frage, ob das Haus Hohenzollern Immobilien und Kunstgegenstände nach der Enteignung 1945 zurückfordern kann.

Georg Friedrich Prinz von Preußen zieht Klagen zurück
„Für die Zuordnung von 4.000 dieser mehr als 10.000 Objekte ist das Handeln meines 1951 verstorbenen Urgroßvaters relevant“, erklärte Georg Friedrich Prinz von Preußen. © picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress

Georg Friedrich Prinz von Preußen zieht Entschädigungsklagen zurück

Nach über acht Jahren ist Schluss. Georg Friedrich Prinz von Preußen zieht seine Klagen zurück. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. hatte zuvor die Rückgabe von zahlreichen Kunstobjekten und eine Entschädigung von 1,2 Millionen Euro gefordert. Der Grund: 1945 wurde die Adelsfamilie von den sowjetischen Besatzern enteignet. Dem Haus Hohenzollern wurde vorgeworfen, mit den Nazis kooperiert zu haben. Doch laut Gesetz ist der Staat zu keinem Ausgleich verpflichtet, wenn dem NS-System „erheblichen Vorschub geleistet“ wurde. Deswegen musste geklärt werden, ob das Adelsgeschlecht den Nationalsozialismus unterstützte. Die Frage hatte jahrelang zu einer öffentlichen Debatte geführt.

Doch nun hat der Chef des Hauses seine Forderungen überraschend zurückgezogen. „Es ist meine persönliche Entscheidung, die ich auch unabhängig von Erfolgschancen getroffen habe“, erklärte Georg Friedrich Prinz von Preußen gegenüber der Zeitung „WELT“. „Ich bin an dem Punkt angelangt, dass es nicht richtig sein kann, diese Frage vor Gericht auszutragen.“

Hohenzollern-Chef: „Kronprinz Wilhelm hat mit den Nationalsozialisten sympathisiert“

Georg Friedrich Prinz von Preußen glaubt nicht, dass sich seine Vorfahren aktiv schuldig gemacht haben. „Auch wenn ich selbst weder Historiker noch Jurist bin, lässt sich aus meiner Sicht nicht nachweisen, dass mein Urgroßvater dem Regime erheblichen Vorschub geleistet hat, selbst wenn er dies vielleicht gewollt hätte“, erklärte Georg Friedrich von Preußen „Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Kronprinz Wilhelm zeitweise mit den Nationalsozialisten sympathisiert hatte.“

Zudem distanzierte sich der Prinz öffentlich von einem solchen Gedankengut. „Wer sich dem Rechtsextremismus anbiedert, kann nicht traditionsstiftend für das Haus sein“, betonte der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstag. Nun möchte der 46-Jährige „den Weg freimachen für eine unbelastete Debatte zur Rolle meiner Familie im 20. Jahrhundert machen“, wie er der „WELT“ sagte.
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