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Kaiser Franz Joseph: Lag ein Fluch auf seinem Glück?

Kaiser Franz Joseph soll verflucht gewesen sein. So zeigt es die neue RTL-Serie „Sisi“. Doch was ist wirklich dran an der Geschichte?

Neue Serie: Sisi und Kaiser Franz Joseph

In der Neuauflage von „Sisi“ zeigen Dominique Devenport und Jannik Schümann auch die dunklen Seiten des Kaiserpaares. © RTL / Story House Pictures / René Arnold

Streamingdienst von RTL zeigt neue „Sisi“-Serie

Große Kostüme, atemberaubende Kulissen und viel nackte Haut – die neue RTL-+Event-Serie „Sisi“ sorgt für Furore. Dominique Devenport und Jannik Schümann ziehen das Publikum als neues Kaiserpaar in ihren Bann. Schon bei der ersten Szene wird klar: Diese Erzählung hat wenig mit der unschuldigen Romy-Schneider-Version gemeinsam. Menschliche Abgründe werden eben so wenig ausgespart wie körperliches Verlangen.

Vorsicht, Spoiler!

Eine wichtige Schlüsselszene der ersten Folge betrifft Franz Joseph. In Ungarn verurteilt der Kaiser einen Widerstandskämpfer zum Tode. Auch das herzzerreißende Gnadengesuch von dessen Ehefrau kann den Herrscher nicht erweichen. Unter Tränen verflucht die junge Ungarin daraufhin den Kaiser und alle Menschen, die er liebt. Auch wenn der Österreicher die Verwünschung zunächst nicht ernst nimmt, holen ihn die Flashbacks immer wieder ein.

Lag ein Fluch auf Kaiser Franz Joseph?

Doch was ist dran an dieser Geschichte? Tatsächlich soll sich diese Szene so ähnlich zugetragen haben. 1849 wurde der Revolutions-Regierungschef Lajos Batthyany zum Tode verurteilt. Nachdem das Gnadengesuch zurückgewiesen wurde, belegte seine Frau den erst 19-jährigen Kaiser angeblich mit einem Fluch. „Himmel und Hölle sollen sein Glück vernichten, sein Geschlecht soll vom Angesicht der Erde verschwinden und er selbst soll heimgesucht werden in den Personen derer, die er liebt. Sein Leben sei der Zerstörung geweiht und seine Kinder sollen elend zugrunde gehen“, soll Gräfin Julia voller Gram geschworen haben. In anderen Überlieferungen war es die Mutter von Batthyany. Borbála Skerlecz de Lomnicza soll das Schicksal der Habsburger für immer mit einem Fluch belegt haben.

Die Darstellung in „Sisi“ scheint also durchaus einen wahren Kern zu haben, wenn auch die zeitliche Einordnung nicht passt. In der Serie wird der Fluch kurz vor der Verlobung mit Elisabeth ausgesprochen. Zu dem Zeitpunkt war der Kaiser allerdings schon 28 Jahre alt.

Neue Serie Sisi

Mit 18 Jahren wurde Franz Joseph zum Kaiser. Ein Jahr später soll ihn der Fluch getroffen haben. © picture alliance / IMAGNO/Austrian Archives | IMAGNO/Austrian Archives

Die vielen Tragödien der Habsburger

Tatsächlich ereilten den Kaiser im Laufe seines Lebens einige Schicksalsschläge. Seine Tochter Sophie starb 1857 mit zwei Jahren an den Folgen der Ruhr. Ein Kriegsgericht verurteilte seinen Bruder Ferdinand Maximilan 1867 in Mexiko zum Tode. Sein Sohn und Thronfolger Kronprinz Rudolf tötete 1889 zunächst seine Geliebte und dann sich selbst. Und 1898 ermordete ein Anarchist dann auch noch seine Ehefrau Kaiserin Elisabeth. Doch damit hatte die Unglücksserie noch kein Ende. 1914 wurde dann auch noch sein Neffe und neuer Thronfolger Franz Ferdinand bei einem Attentat in Sarajevo ermordet, was zum Ersten Weltkrieg führte. Zwei Jahre später starb Kaiser Franz Joseph, was das Ende der Monarchie einläutete. 1918 unterschrieb Kaiser Karl eine Verzichtserklärung und die Herrschaft der Habsburger war Geschichte. Auch interessant: Kaiserin Elisabeth: Wurde Sisi von ihrer Mutter verflucht?

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