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Märtha Louise von Norwegen wird 50: Ein Leben voller Höhen und Tiefen

Märtha Louise von Norwegen feiert heute ihren 50. Geburtstag. Aus diesem Grund blickt ADELSWELT auf das bewegte Leben der Königstochter zurück.

Märtha Louise von Norwegen feiert 50. Geburtstag - ein Porträt

Märtha Louise führte ein Leben voller Höhen und Tiefen. © picture alliance / newscom | RUNE HELLESTAD

Märtha Louise von Norwegen lehnte den Thron ab

Märtha Louise erblickte am 22. September 1971 in Oslo das Licht der Welt. Sie ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja. Ihr Name hat eine rührende Bedeutung. Die Prinzessin wurde nach ihrer Großmutter Märtha von Schweden und ihrer Ururgroßmutter Louise von Schweden-Norwegen benannt.

1973 kam ihr Bruder Haakon zur Welt. Er wird zunächst als Thronfolger gehandelt. 1990 wurde die Verfassung jedoch geändert. Seitdem dürfen auch Frauen den Thron besteigen. Märtha Louise hätte deswegen Königin von Norwegen werden können. „Als ich 15 war, war der damalige Premierminister eine Frau. Ich erinnere mich, dass sie mit Opa [König Olav V.] zu uns nach Hause kam und wir eine Diskussion darüber hatten, ob wir das ganze System ändern sollten und ich Königin sein sollte“, erinnerte sich die Norwegerin. „Sie sagten: ,Was willst du, Märtha?’ Und ich sagte: ,Ich bin 15, ich weiß nichts über diese Dinge.’“ Weil sich die Jugendliche nicht bereit dafür fühlte, so eine große Entscheidung zu fällen, wurde schließlich beschlossen, dass Haakon seinen Platz in der Thronfolge behält.

Am 19. Oktober 1971 wird Märtha Louise getauft. Sie ist der ganze Stolz ihrer Eltern Sonja und Harald.
© picture-alliance / dpa | NTB

Durch eine Therapie fand sie zu sich selbst

Prinzessin Märtha Louise hat diese Entscheidung nie bereut. Denn Märtha Louise litt lange unter den großen Erwartungen an sie. Bei öffentlichen Auftritten wurde sie stets als süßes Mädchen im Kleid herausgeputzt. Ein Umstand, der ihr zu wieder war. „Zwischen mir, der echten Märtha und der Prinzessin, mit der ich mich messen musste, klaffte ein Abgrund“, sagte sie der Zeitschrift „Marie Claire“. „Ich hasste ordentlich gekleidete Jungen mit perfekten Frisuren, Mädchen mit den richtigen Manieren – weil ich immer respektabel aussehen und mich richtig verhalten musste, was nicht ganz zu meinem Inneren passte.“

Prinzessin Märtha Louise fühlte sich in ihrer Kindheit oft im goldenen Käfig gefangen. Ihre Eltern ließen ihr viele Freiheiten, doch die Öffentlichkeit hatte hohe Erwartungen. © picture-alliance / dpa | NTB

Erst eine Psychotherapie half der Norwegerin, sie selbst zu sein. Nach dem Schulabschluss studierte die passionierte Reiterin zunächst am englischen Waterstock Equestrian Center. Danach wechselte sie für ein Studium der Literatur an die Universität von Oxford. In Oslo machte die Norwegerin schließlich eine Ausbildung zur Physiotherapeutin.

Märtha Louise, die sich selbst als hochsensibel und spirituell beschreibt, gründete 2007 eine sogenannte „Engelsschule“. Dafür musste sie viel Kritik einstecken. Denn fielen glaubten an einen faulen Zauber, der vor allem den Geldbeutel der Teilnehmer leeren sollte. Doch die Prinzessin ließ sich nicht abbringen. Bis heute ist sie fest davon überzeugt, mit Engeln kommunizieren zu können und schrieb sogar ein Buch darüber.

Hochzeit, Kinder, Scheidung

Mit ihrem Liebesleben sorgte Märtha Louise ebenfalls für Schlagzeilen. Im Dezember 2001 verlobte sie sich mit Ari Behn. Der Künstler wurde damals als Skandal-Autor verschrien. „Ari hat das System ziemlich durcheinander gewirbelt. Er hatte keine Angst und das hat mich sehr angezogen“, gab sie später an. Allen Unkenrufen zum Trotz heiratete das Paar am 24. Mai 2002 in der in der Nidaros-Kathedrale in Trondheim.

Hochzeit Märtha Louise

Einer der glücklichsten Momente in ihrem Leben: Märtha Louise heiratet den Schriftsteller Ari Behn. © picture-alliance / dpa/dpaweb | epa Scanpix Dankworth

Drei Töchter krönen ihr Glück: Maud Angelica (*2003), Leah Isadora (*2005) und Emma Tallulah (*2008). Die Familie lebt in Lommedalen. Nach außen war das Familienglück perfekt. Doch hinter verschlossenen Türen sah es anders aus. Ari Behn litt unter schweren Depressionen. „Ich habe jeden Tag kleine Krisen. Früher oder später wird es mein Leben kosten. Ich kann für die kleinste Kleinigkeit aufs Dach gehen und mindestens einmal am Tag einen Nervenzusammenbruch haben“, erklärte Ari Behn 2009 der Zeitung „Massiv“ und fügte hinzu: „Es ist unmöglich, mit mir zu leben.“

2016 trennten sich Prinzessin Märtha Louise und ihr Mann. Ein Jahr später folgte die Scheidung. Es war die erste Scheidung im norwegischen Königshaus seit 200 Jahren.

Taufe von Emma Tallulah Behn: Das Familienglück wirkt perfekt.

Taufe von Emma Tallulah Behn: Das Familienglück wirkt perfekt. © picture-alliance/ dpa | epa Scanpix Royal Court Norway HO

Ihre neue Liebe ist umstritten

Im Mai 2019 machte die Prinzessin schließlich ihre neue Liebe offiziell. Der US-amerikanische Schamane Durek Verrett hat ihr Herz erobert. „Du spürst es, wenn du deine Zwillings-Flamme getroffen hast. Ich hatte das Glück, meine zu treffen. Durek hat mein Leben verändert, wie er es schon bei so vielen getan hat. Er hat mich erkennen lassen, dass bedingungslose Liebe tatsächlich auf diesen Planeten existiert“, schwärmt Märtha Louise überglücklich.

Doch nicht jeder gönnt ihr dieses Glück. Durek Verrett gilt wegen seiner Methoden als umstritten. Zudem behaupten Ex-Partner er sei gewalttätig gewesen. Noch dazu kommen rassistische Beleidigungen und sogar Morddrohungen. „Wir haben beide Morddrohungen erhalten, weil wir zusammen waren, und uns wurde wöchentlich gesagt, dass wir unsere Leute und Familien beschämen, weil wir zusammen sind“, berichtete die Adlige.

Durek Verrett und Märtha Louise

Die Liebe zu Durek Verrett ist umstritten. Märtha Louise liebt ihre „Zwillingsflamme“ dennoch. © picture alliance / Ritzau Scanpix | Birgitte Carol Heiberg

Ein tragischer Schicksalsschlag und ein Neubeginn

Im Sommer 2019 muss die Schwester von Kronprinz Haakon einen Rückschlag einstecken. Prinzessin Märtha Louise darf ihren Titel nicht mehr für geschäftliche Zwecke benutzen. Es hagelte immer wieder Kritik, weil die Norwegerin ihre umstrittene „The Princess and the Shaman“-Tour mit ihrem Adelstitel beworben hatte. Die schlechte Presse sorgte für Beunruhigung im Königshaus. „Es ist richtig, dass wir mitverfolgen, was gesagt und geschrieben wird. Wir wünschen uns einen Dialog mit meiner Schwester, insbesondere in der Frage der Titulierung und der Geschäftstätigkeit“, erklärte Kronprinz Haakon. Die Adlige entschuldigte sich öffentlich.

Doch der größte Schock ereilte Märtha Louise an Weihnachten 2019. Ihr Ex-Mann Ari Behn (†47) verübte Suizid. Die Adlige und ihre Töchter waren am Boden zerstört. „Wir sind so unendlich traurig und bedauern den Verlust von dir, weil du der warmherzige, lustige, kluge und gute Papa warst, den sie so sehr vermissen“, so die Prinzessin. Doch die Traurigkeit soll die schönen Erinnerungen nicht auslöschen: „Ich erinnere mich an die guten Momente, als er mit dem Kind auf dem Rücken auf den Boden malte. Als er für alle zu Abend kochte und wir nachts um 2 Uhr aßen. Als wir mit Freunden zusammen waren, war er wirklich lustig.“

Bald möchte Prinzessin Märtha Louise mit ihren Töchtern zu Durek in die USA ziehen. Es soll der Beginn eines neuen Kapitels in ihrem Leben sein. Ihren 50. Geburtstag wird die Powerfrau heute mit der Veröffentlichung ihres neuen Strickbuchs „Hést“ zelebrieren. Am Abend gibt es eine private Feier mit Freunden und Familie auf der Halbinsel Bygdø Kongsgård.

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TV-Tipp: Anlässlich des 50. Geburtstags strahlt „RTL LIVING¡ am 22. September die 6-teilige Doku-Reihe „Prinzessin Märtha: Meine Geschichte“ ab 20.15 Uhr aus.

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