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Prinz Andrew und ein Mantel des Schweigens

Prinz Andrew steht noch immer im Verdacht, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Während der Fall zunehmend in Vergessenheit gerät, kämpft das mutmaßliche Opfer weiter für Gerechtigkeit.

Prinz Andrew: Der Mantel des Schweigens wiegt schwer

2019 wurden die Vorwürfe gegen Prinz Andrew öffentlich. Er soll mit einer damals 17-Jährigen Sex gehabt haben. © picture alliance/AP Photo | David Parker

Virginia Giuffre erinnert an Petition

Es ist ruhig um Prinz Andrew geworden. Nach seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal hat sich der Royal vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Derzeit gibt es auch keine neue Entwicklung im Fall. Virginia Giuffre behauptet bis heute felsenfest, dass sie zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen wurde. Der Sohn von Queen Elizabeth bestreitet das.

Während man im Palast die Mobbing-Vorwürfe gegen Herzogin Meghan untersucht, zeigt man im Fall von Prinz Andrew deutlich weniger Engagement. „Die Anschuldigungen gegen ihn sind viel schlimmer als die Anschuldigungen gegen Meghan Markle“, findet auch Gloria Allred, Anwältin von 20 Frauen im Fall Epstein. Die Ermittlungen seien ein „Ablenkungsmanöver“ wirft sie dem Palast vor.

Virginia Giuffre möchte jedoch nicht, dass einfach nur Gras über die Sache wächst. Sie fordert Gerechtigkeit. Deswegen erinnerte die 37-Jährige bei Twitter noch einmal an eine Petition mit dem Namen „Untersuchen Sie Prinz Andrew auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wegen historischen Kindesmissbrauchs“. „Bitte helft mir, für Gerechtigkeit zu kämpfen und schreibt eine Nachricht, dass ganz egal, wer du bist, Sexhandel illegal ist“, schrieb die gebürtige Kalifornierin.

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Hätte Oprah Winfrey nach Prinz Andrew fragen sollen?

Im Netz erhält Virginia Giuffre viel Unterstützung. Nach dem Mord an Sarah Everard bekommt das Thema Gewalt gegen Frauen wieder mehr Aufmerksamkeit. Andere fürchten jedoch, dass die Vorwürfe gegen den Royal im Zuge der Megxit-Schlammschlacht vollkommen in Vergessenheit geraten werden.

„Der aufschlussreichste Aspekt des Oprah-Interviews war, was sie nicht fragte. Es ist Zeit für Hollywood, den Schutz von Pädophilen einzustellen“, klagte eine Twitter-Userin, was Virginia Giuffre mit einem „Yes!!!“ kommentierte. Doch Fragen werden immer weniger gestellt. In den Medien wird kaum noch in über den Fall berichtet. Worüber sollte die Presse auch schreiben? Es gibt ja keine neuen Erkenntnisse.

Kommt die Wahrheit jemals ans Licht?

Offenbar glaubt die 37-Jährige inzwischen selbst nicht mehr daran, dass der Fall aufgeklärt wird. „Es ist ein völlig hilfloses Gefühl zu wissen, dass Raubtiere wie Prinz Andrew über dem Gesetz stehen und noch viel mehr, dass sie von der Firma und dem Buckingham Palast geschützt werden. Werde ich jemals Gerechtigkeit sehen? Wahrscheinlich nicht“, schreibt sie in dem sozialen Netzwerk.

Was ist, wenn Prinz Andrew unschuldig ist?

Weder Schuld noch Unschuld von Prinz Andrew sind bisher bewiesen. Doch warum versucht man im Königshaus nicht einmal mehr, seine Unschuld zu belegen? Etwa, weil jede Verwicklung mit dem Thema dem Königshaus schadet?

Und was ist mit Prinz Andrew? Falls er unschuldig ist, muss er seit Jahren durch die Hölle gehen. Die halbe Welt hat ihn bereits als Sextäter vorverurteilt. Was ist, wenn er genau wie Herzogin Meghan Opfer des Palast-Systems ist? Sie beklagte bei Oprah Winfrey mangelnde Rückendeckung bei falschen Anschuldigungen. Das wäre auch für Prinz Andrew fatal. Im Königshaus schweigt man jedoch weiter und setzt damit in jedem Fall das falsche Zeichen.

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