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Prinzessin Joséphine Charlotte: Bei der Hochzeit weinte sie bittere Tränen

Prinzessin Joséphine Charlotte war eine der unglücklichsten Bräute der Adelsgeschichte. Vor dem Altar weinte sie bittere Tränen und brach nach der Trauung sogar zusammen. ADELSWELT verrät, warum ihre Hochzeit mit Jean von Luxemburg so dramatisch war.

Prinzessin Joséphine Charlotte: Bei der Hochzeit weinte sie bittere Tränen

Mit gesenktem Blick verließ die Braut die Kirche. Für die Prinzessin war es kein glücklicher Tag. © picture-alliance / United Archives/TopFoto | 91050/United_Archives/TopFoto

Die traurige Hochzeit von Prinzessin Charlotte Joséphine und Erbgroßherzog Luxemburg

Royale Hochzeiten haben etwas Märchenhaftes. Atemberaubende Kleider, edler Schmuck und ein strahlendes Brautpaar – aus diesem Stoff werden Träume gemacht. Doch nicht jede Hochzeit ist so märchenhaft. Für Prinzessin Joséphine Charlotte wurde ihr großer Tag zum Albtraum.

Am 9. April 1953 fand ihre Hochzeit mit dem damaligen Erbgroßherzog Jean von Luxemburg statt. Die gebürtige Belgierin war jedoch keine glückliche Braut. Denn es soll sich um eine arrangierte Ehe zum Wohle der Monarchie gehandelt haben. Beide waren zwar befreundet, doch angeblich in Bürgerliche verliebt. Doch das sollte und wollte niemand wissen. Schließlich war es die erste große Hochzeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Menschen wollten von einem Märchen träumen.

Ein Familienstreit belastete die Nerven der Braut

Im Vorfeld der Hochzeit kam es zu einem Machtkampf im Palast, der die Braut zusätzlich trübte. Prinzessin Joséphine Charlotte hatte ihre Mutter Königin Astrid (*1905-†1935) mit sieben Jahren durch einen Autounfall verloren. 1941 heiratete ihr Vater König Leopold III. die bürgerliche Mary Lilian Baels. Doch die neue Prinzessin wurde vom Volk verachtet. Denn sie soll mit den Nazis sympathisiert haben.

Bei der königlichen Hochzeit wollte Prinzessin Lilian den Platz der Brautmutter einnehmen. Als Frau des Königs wollte sie neben ihrem Gatten in die Kirche einziehen und verwies auf die protokollarische Rangordnung. Die Mutter von König Leopold war jedoch dagegen. Sie wollte unbedingt verhindern, dass die unbeliebte Prinzessin eine zu prominente Rolle bei der Hochzeit einnimmt. Die Braut saß zwischen den Stühlen. Denn sie stand sowohl ihrer Stiefmutter als ihrer Großmutter nah. Der Streit belastete die Belgierin sehr. Am Ende hatte Prinzessin Lilian das Nachsehen und betrat die Kirche an achter Stelle.

Königliche Hochzeit

Die Braut trug ein Hochzeitskleid aus weißer Seide mit hohem Kragen. Ihre Schleppe war über vier Meter lang. © picture-alliance / dpa | dpa

Die Braut weinte am Altar bittere Tränen

Fast 140.000 Menschen hatten sich am Hochzeitstag vor der Kathedral Notre-Dame versammelt. Alle wollten einen Blick auf das glückliche Paar werfen. Doch die Braut konnte ihnen kein Lächeln schenken. Blass und mit gesenktem Blick schritt die Joséphine Charlotte zum Altar. Die Königstochter war ein wahres Nervenbündel. Sie zitterte am ganzen Leib. Dann passierte ihr auch noch ein Fehler. Die damals 25-Jährige stellte sich vor den Altar auf die falsche Seite. Eigentlich hätte sie links vom Bräutigam stehen sollen. Daraufhin tauschten die Familien hastig die Seiten.

Jean von Luxemburg bemerkte das Verhalten seiner Zukünftigen. Besorgt erkundigte er sich mehrfach nach ihrem Befinden. Doch nichts konnte die Prinzessin trösten. Als sie beim Eheversprechen auch noch durcheinander kam, fing sie bitterlich an zu weinen. Doch es kam noch schlimmer: Nach der Zeremonie brach die Braut zusammen. Ob es die Nerven waren oder es einen anderen Grund gab, ist bis heute nicht bekannt. Die geplante Hochzeitsreise wurde jedoch abgesagt. Statt eine Mittelmeer-Kreuzfahrt zu machen, verbrachte das Paar die Flitterwochen in einem Luxemburger Schloss.

Eine glückliche Ehe mit vielen Kindern

Die Ehe von Jean und Charlotte Joséphine soll trotz des schwierigen Starts glücklich gewesen sein. Das Paar bekam fünf Kinder: Marie-Astrid (*1954), Henri (*1955), die Zwillinge Jean und Margaretha (*1957) sowie Guillaume (*1963). 1961 bestieg Jean den Thron. An seiner Seite wurde die geborene Prinzessin zur Großherzogin. Joséphine Charlotte starb am 10. Januar 2005 im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Lungentumors. Jean von Luxemburg lebte bis zum Jahr 2019. Der frühere Großherzog erreichte das 98. Lebensalter.

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