Herzogin Meghan und Prinzessin Sofia haben eine traurige Gemeinsamkeit. Als sie sich in einen Prinzen verliebten, wurde ihr Leben zum Albtraum. Doch jede ging anders mit der Situation um.

Herzogin Meghan hatte es von Anfang an nicht leicht

Es klingt wie der Beginn eines Märchens: Junge Frau heiratet einen Prinzen und sie leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Doch in der Realität sieht das oft anders aus. Wer in ein Königshaus einheiratet, geht oft durch die Hölle.

Für Herzogin Meghan begann der Albtraum schon vor dem Jawort. Viele lehnten die geschiedene Schauspielerin mit afroamerikanischen Wurzeln ab. Ein Vorwurf wurde immer wieder laut: Sie habe sich Prinz Harry nur geangelt, um berühmt zu werden. Vor allem die britische Presse ließ kein gutes Haar an der Kalifornierin. Einige Berichte hatten sogar rassistische Nuancen.

Prinz Harry platze der Kragen. Er veröffentlichte ein Statement, um seine Freundin zu schützen: „Prinz Harry sorgt sich um die Sicherheit von Frau Markle und fühlt sich machtlos, weil er sie nicht vor all dem beschützen konnte. Es kann nicht rechtens sein, dass Frau Markle innerhalb weniger Monate, in denen die beiden eine Beziehung führen, Opfer einer solchen Hetzjagd wird. Er weiß, dass es einige geben wird, die sagen, dass das eben der Preis ist, den er zu zahlen hat und das alles Teil des Spiels ist. Da ist er jedoch vollkommen anderer Meinung. Das hier ist kein Spiel – es ist ihr Leben und das seine.“

Wie fühlt es sich an, wenn plötzlich die ganze Welt auf dich schaut und alles, was du tust bewertest? © picture alliance / empics | Mark Large

Die Sussexes wehren sich gegen den Hass

Doch der Albtraum ging weiter. Herzogin Meghan konnte scheinbar nichts richtig machen. Ihr Selbstbewusstsein wurde als Arroganz ausgelegt, ihr Perfektionismus als Kontrollsucht, und ihr Feminismus als Vorwand, um Prinz Harry zu unterdrücken.

Doch anstatt die Verleumdungen herunterzuschlucken, wie es von ihr erwartet wurde, hat sich Meghan zur Wehr gesetzt. Als ein privater Brief an ihren Vater veröffentlicht wurde, reichte der ehemalige Fernsehstar Klage gegen die Herausgeber der „Mail on Sunday“ ein. Und sie sprach öffentlich an, wie sehr sie die Schlagzeilen verletzten.

„Ich dachte nie, dass das royale Leben leicht wäre, aber ich dachte, es wäre fair“, erklärte die Adlige im Interview mit „ITV“. „Ich habe versucht, mir meine Gefühle nicht anmerken zu lassen, wie die Briten das eben so tun. Ich habe es wirklich versucht. Aber ich denke, dass diese Einstellung jemanden innerlich kaputt machen kann“, sagte Meghan den Tränen nahe.

Doch neben Verständnis erntete sie auch Spott. Einige Menschen warfen ihr vor, „zu jammern“ und nur „Mitleid erhaschen“ zu wollen. Allgemeiner Tenor: Sie habe das Rampenlicht gesucht, nun müsse sie auch mit den Konsequenzen leben.

Endgültiger Abschied aus dem Königshaus

Prinz Harry und seine Frau zogen schließlich die Reißleine und kehrten der Königsfamilie den Rücken. Offenbar auch, weil sie sich vom Rest der Royals im Stich gelassen gefühlt haben.

Von nun an können sie selbst über ihr Leben bestimmen. Die Sussexes entscheiden, mit welchen Medien zusammenarbeiten und sind nicht mehr abhängig von öffentlichen Geldern. Sympathien hat ihnen diese Entscheidung nur bedingt eingebracht. Aber: „Ich habe schon lange zu H gesagt – so nenne ich ihn – es reicht nicht, nur etwas zu überleben, oder? Das ist nicht der Sinn des Lebens. Du musst strahlen. Du musst glücklich sein“, erklärte Herzogin Meghan in Südafrika. Und die Suche nach Glück führte sie schließlich nach Amerika.

Prinzessin Sofia wurde mit Dreck beworfen

Prinzessin Sofia musste ganz ähnliche Erfahrungen wie Herzogin Meghan machen. Auch sie wurde von vielen Menschen aufgrund ihrer Vergangenheit verurteilt. Mit Anfang 20 arbeitete sie als Bikini-Model. Bilder zeigen sie offenherzig mit Schlange um den Körper gewickelt. Außerdem wirkte sie in der Reality-Show „Paradise Hotel“ mit.

So jemand sollte ins schwedische Königshaus einheiraten? Und die Schwiegertochter von König Carl Gustaf werden? Schweden war entsetzt. Die Presse überschlug sich regelrecht mit neuen Details aus Sofias Vergangenheit. Auch in den sozialen Medien wurde die gelernte Yoga-Lehrerin durch den Dreck gezogen. Den wertvollen Menschen hinter den Schlagzeilen wollten oder konnten nur die Wenigsten erkennen.

Prinzessin Sofia musste Ähnliches durchmachen wie Herzogin Meghan. Auf sie schaute jedoch lediglich Europa und nicht die ganze Welt. © picture alliance / IBL Schweden | Patrik Österberg

Sie brauchte professionelle Hilfe

Im Gegensatz zu Herzogin Meghan entschied sich Prinzessin Sofia dafür, den Hass einfach auszuhalten. Die Frau von Prinz Carl Philip hat sich öffentlich nie zur Wehr gesetzt. Erst nach Jahren offenbarte die Schwedin, wie sehr sie gelitten hat.

„Dass es eine solche Hass-Welle geben würde, gegen mich und gegen uns als Paar, das war ein Schock“, gestand die zweifache Mutter 2018. „Ich habe mich selbst infrage gestellt“, erinnerte sich Sofia. Dazu kam der hohe Druck. Denn die junge Frau fürchtete, die Erwartungen nicht erfüllen zu können. Doch in der Öffentlichkeit musste sie weiter lächeln. „Das war für mich sehr anstrengend. Vor einigen Jahren war ich nicht sicher, ob ich das schaffen würde, so öffentlich zu sein. Jetzt ist es viel besser“, verriet die Brünette in der TV-Doku „Aaret med Kungafamiljen“.

Im September 2020 offenbarte Prinzessin Sofia, dass sie sogar professionelle Hilfe brauchte, um mit ihrem öffentlichen Leben klarzukommen. „Ich nahm Hilfe in Anspruch und fing an, mit jemandem, einem Fachmann, zu sprechen, um die Gedanken zu sortieren und die Gedanken darauf zu richten, was wirklich etwas bedeutet. Weil man sonst gut darin ist, Kritik auf sich selbst zu richten und sich selbst zu zerstören“, gestand die Schwägerin von Kronprinzessin Victoria in der Doku „Princess Sofia – Project Playground“.

Die Frau von Prinz Carl Philip wird immer beliebter

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Prinzessin Sofia bekommt mehr Anerkennung aus ihrer Heimat. Nicht zuletzt Dank ihrem großartigem Engagement. Die Schwedin setzt sich gegen Mobbing und für benachteiligte Kinder ein. Außerdem arbeitet die zweifache Mutter als Pflegekraft im Krankenhaus. Im Mai 2020 honorierte die britische Ausgabe der „Vogue“ ihren Einsatz. Das Modemagazin nannte sie als eine von fünf herausragenden Frauen.

Das schwedische Königshaus zu verlassen kann sie sich nicht vorstellen. „Ich denke, ich habe eine fantastische Balance gefunden und sehe jetzt wirklich das Positive. Wenn man die stürmischsten Jahre und die ganze Zeit durchgemacht hat, sehe ich, dass es einen so großen Vorteil gibt, dass wir die Möglichkeit haben, in beiden Welten zu sein.“

Sie haben ihren eigenen Weg gewählt

Da stellt sich die Frage: Hätte Herzogin Meghan einfach länger durchhalten müssen? Hätte sie das britische Volk irgendwann komplett erobern können? Wären die negativen Schlagzeilen dann verstummt? Vielleicht. Doch wer möchte sein Glück schon von einem „vielleicht“ abhängig machen?

Herzogin Meghan und Prinzessin Sofia haben beide viel durchgemacht. Am Ende haben sie sich aber nicht brechen lassen und sind heute stärker als je zuvor. Und dafür habe beide Respekt verdient.

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