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Kaiserin Elisabeth: Was wurde aus Sisis Geschwistern?

Viel ist über Kaiserin Elisabeth von Österreich geschrieben worden. Ihr Schönheitskult war legendär. Der Frau von Kaiser Franz Joseph sind Filme, Operetten und Musicals gewidmet worden, ihr Tod ging in die Geschichte ein. Doch was wurde aus Sisis sieben Geschwistern?

Vier Schwestern und fünf Brüder hatte Sisi ursprünglich. Doch zwei der fünf Brüder starben schon im Säuglingsalter. © picture alliance / Glasshouse Images | Glasshouse Images

Herzog Ludwig Wilhelm

Ludwig Wilhelm Herzog in Bayern (*1831-†1920) war das älteste Kind von Max und Ludovika in Bayern. Trotzdem verzichtete er auf sein Erstgeborenenrecht, um eine Schauspielerin heiraten zu dürfen. Er ging zur Bayerischen Armee und wurde zum General der Kavallerie ernannt. Sisis Bruder hatte eine Tochter, Marie Louise von Larisch-Wallersee, und einen Sohn. Dieser verstarb jedoch im Alter von drei Monaten. Nach dem Tod seiner Frau Henriette, heiratete Ludwig Wilhelm die Schauspielerin Antonie Barth. Die Ehe wurde 22 Jahre später geschieden. Herzog Ludwig starb an einer Herzlähmung.

1858 gebar die Schauspielerin Henriette Mendel Herzog Ludwig Wilhelm unehelich ein Kind. Ein Jahr später heiratete er die Bürgerliche. Damit verlor er sein Erstgeborenenrecht. © Gemeinfrei

Prinzessin Helene

Helene Caroline Therese Herzogin in Bayern (*1834-†1890) war die älteste Tochter von Herzog Max in Bayern und Prinzessin Ludovika. Mit 24 Jahren (und damit als „alte Jungfer“) heiratete sie den reichen Erbprinzen Maximilian Anton von Thurn und Taxis. Die Ehe war glücklich, wenn auch kurz, da ihr geliebter Mann mit nur 35 Jahren an einem Nierenleiden verstarb. Er hinterließ, neben seiner Frau, zwei Töchter und zwei Söhne. Prinzessin Helene überlebte ihre Tochter Elisabeth und ihren Sohn Erbprinz Maximilian Maria (ADELSWELT berichtete). Bis ihr zweiter Sohn Albert volljährig war, leitete sie als Familienoberhaupt der Familie Thurn und Taxis die Geschäfte. 1890 verstarb Helene an einem Unterleibsleiden. Ihre jüngere Schwester, Kaiserin Elisabeth, war die letzte, die mit ihr gesprochen hatte.

Helene, genannt Néné, war ursprünglich als Braut für Franz Joseph I. vorgesehen. Doch der verschmähte Sisis ältere Schwester. © Gemeinfrei

Herzog Carl Theodor

Herzog Carl Theodor in Bayern (*1839-†1909) trat bereits im zarten Alter von nur 14 Jahren in die Bayerische Armee ein und wurde später zum General der Kavallerie ernannt. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg studierte er Philosophie, Jura, Nationalökonomie und Medizin an der Ludwig-Maximilian-Universität. Der Bruder von Kaiserin Elisabeth gründete die private Augenklinik Herzog Carl Theodor in München und behandelte dort Augenkranke. Herzog Carl Theodor war zweimal verheiratet. In erster Ehe mit seiner Cousine Sophie von Sachsen, die ihm Tochter Amalie Maria schenkte, und in zweiter Ehe mit Infantin Marie José von Portugal. Mit ihr bekam er fünf weitere Kinder: drei Töchter und zwei Söhne.

Herzog Carl Theodor praktizierte 15 Jahre lang abwechselnd in München, am Tegernsee und in Meran als Arzt. © picture alliance / Bildagentur-online/Sunny Celeste | Bildagentur-online/Sunny Celeste

Herzogin Marie

Herzogin Marie Sophie Amalie (*1841-†1925) heiratete im Alter von 17 Jahren Kronprinz Franz, den letzten König beider Sizilien. Kaum in Sizilien angekommen, verstarb Herzogin Maries Schwiegervater. Ihr Mann war regierungsunfähig. König Franz’ Stiefmutter Maria Theresia von Habsburg übernahm die Regierungsgeschäfte. Marie war nur formal Königin. Während der italienischen Einigungskämpfe floh das Paar in die Festung Gaeta. Während ihr Gatte ins Exil fliehen wollte, entschloss sich Marie, den kämpfenden Soldaten beizustehen. Die jüngere Schwester von Kaiserin Elisabeth selbst verteidigte die Festung mit einem Gewehr in der Hand. Nach den verlorenen Kämpfen durfte das Königspaar nach Rom ins Exil reisen.

In den Folgejahren bereiste Marie gemeinsam mit ihrer Schwester Mathilde Europa und sorgte für zahlreiche Skandale. So schwamm sie nackt im Meer und rauchte Zigarillos in der Öffentlichkeit. In Rom wurde sie mit einem unehelichen Kind schwanger. Sie gab ihre Tochter, Daisy, zu Pflegeeltern, blieb jedoch bis zum Tod des Mädchens mit ihr in Kontakt. Sie und König Franz bekamen ebenfalls eine Tochter, die jedoch bereits nach wenigen Monaten verstarb. Das Paar zog nach Frankreich. Bei einer Reitjagd in England verwarf sich Marie aus Neid mit ihrer Schwester Sisi.

Die Hochzeit zwischen Franz von Neapel-Sizilien und Herzogin Marie fand am 8. Januar 1859 in der Allerheiligen-Hofkirche in Abwesenheit des Bräutigams statt.© Gemeinfrei

Herzogin Mathilde

Herzogin Mathilde Ludovika (*1843-†1925) heiratete im Alter von 17 Jahren den Grafen Ludwig von Trani. Er war der jüngere Bruder des Königs beider Sizilien, dem Mann ihrer älteren Schwester Marie. Dadurch konnten die beiden Schwestern in den ersten Ehejahren viel Zeit miteinander verbringen. Ihre Ehe war durch ihren untreuen, alkoholabhängigen Mann schwierig. Das Paar hatte eine Tochter, Maria Theresia. Mathilde trennte sich von Graf Ludwig und war fast durchgängig auf Reisen, bei denen sie von ihren Schwestern Marie und Kaiserin Elisabeth begleitet wurde. Ihr Mann starb 1886. Während des Ersten Weltkrieges lebte die Witwe in der Schweiz und später wieder gemeinsam mit ihrer Schwester Marie in München. Sie starb 1925 als letztes der Herzogskinder.

Herzogin Mathilde Ludovika, Prinzessin von Bourbon-Sizilien, wurde 81 Jahre alt. © Gemeinfrei

Herzogin Sophie

Sophie Charlotte Auguste (*1847-†1897) liebte die Musik Richard Wagners und die Natur. Sie soll eine schöne Singstimme gehabt und gut Klavier gespielt haben. Ebenso schön wie ihre Schwestern, und als Schwägerin des österreichischen Kaisers, mangelte es Sophie nicht an Ehebewerbern. 1867 verlobte sie sich mit König Ludwig II., der jahrelang ein enger Vertrauter gewesen war. Doch die Verlobung wurde schon bald wieder gelöst. Sophie verliebte sich noch während der Zeit ihrer Verlobung in den Bürgerlichen Edgar Hanfstaengl. Der Handelskaufmann und Sisis kleine Schwester gingen eine heimliche Liaison miteinander ein.

Die jüngere Schwester von Kaiserin Elisabeth heiratete 1868 schließlich Herzog Ferdinand von Alençon. Das Paar lebte in England. Die ersten Ehejahre verliefen harmonisch und so brachte die royale Schönheit bereits 1869 eine Tochter zur Welt. 1972 folgte ein Sohn. Kurz nach der Geburt des kleinen Philippe Emanuel zog die Familie nach Frankreich. Sophie wurde anschließend kränklich und verliebte sich in ihren behandelnden Arzt Dr. Franz Joseph Sebastian Glaser. Für ihn wollte sich die Herzogin von ihrem Mann scheiden lassen, wie “sueddeutsche.de” berichtet. Der Herzog von Alençon ließ seine Frau daraufhin in eine Nervenheilanstalt einweisen. Nach ihrem Aufenthalt im Sanatorium Maria Grün verwarf Sophie ihre Scheidungspläne. Weil sie sich weigerte, das brennende Gebäude zu verlassen, starb Herzogin Sophie bei einem Brand in Paris.

Herzogin Sophie d’Alençon versuchte so viele Frauen und Kinder wie möglich aus dem Feuer in der Bazar de la Charité zu retten. Dafür bezahlte sie mit dem Leben. © Gemeinfrei

Maximilian Emanuel in Bayern

Der jüngste Sproß von Herzog Max und Prinzessin Ludovika war Max Emanuel, genannt Mapperl (*1849-†1893). Kaiserin Elisabeths kleiner Bruder ging früh zum Militär und kam bei zahlreichen Gefechten zum Einsatz. Er stieg bis zum Generalleutnant auf. 1875 heiratete Max Amalie von Sachsen-Coburg und Gotha. Mit ihr hatte er drei Söhne. Max starb im Alter von 43 Jahren an Magenblutungen.

Herzog Max Emanuel war der jüngste Sproß aus der Linie der Herzöge in Bayern des Hauses Wittelsbach. Sisis kleiner Bruder wurde nur 43 Jahre alt. © Gemeinfrei

Autorin: Saskia Weck

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