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Alexandra von Mecklenburg-Schwerin: Sie entkam der Feuerhölle

Alexandra von Mecklenburg-Schwerin überlebte die Feuerhölle im Schweriner Schloss. Wenige Jahre später sollte sie jedoch ein noch schlimmerer Schicksalsschlag treffen.

Alexandra von Mecklenburg-Schwerin: Sie entkam der Feuerhölle

Alexandra von Mecklenburg-Schwerin, geborene Prinzessin von Hannover und Cumberland, mit ihrem Ehemann Erbgroßherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin. © picture-alliance / Mary Evans Picture Library

Großherzogin Alexandra entkam dem Feuer

Das Leben kann so zerbrechlich sein. Wie zerbrechlich, musste Großherzogin Alexandra (*1882-†1963) gleich zweimal erfahren. Am 14. November 1913 hatte die damals 31-Jährige gemeinsam mit ihrem Gatten Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin (*1882-†1945) Gäste zum Abendessen eingeladen. Das auf einer Insel erbaute Schweriner Schloss zählte schon damals zu den imposantesten Gebäuden des Landes.

Doch die ausgelassene Stimmung wurde je unterbrochen. Gegen 21:30 Uhr brach im Elisabethsaal ein Feuer aus. Die Diener der großherzoglichen Familie bemerkten den Brand. Sie stürmten ins Zimmer, um die Gesellschaft zu warnen. „Das Schloss brennt!“, riefen sie verzweifelt. Alexandra und Friedrich Franz IV. „mussten ohne Hüte und Mäntel durch die fliegenden Funken eilen, um zu entkommen“, berichtete die „New York Times“ damals. Kurz darauf geriet der Burgseeflügel im Flammen, dann die Seite zum Schlosspark. Alle Anwesenden, inklusive der zwei bis dahin geborenen Söhne, überlebten die Feuerhölle zum Glück.

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Schweriner Schloss

Das Schweriner Schloss ist bis heute ein beliebtes Ziel bei Touristen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Legte ein rachsüchtiger Diener das Feuer?

Trotz starker Bemühungen der Feuerwehren kam es zu einem großen materiellen Schaden. Der starke Wind tat sein Übriges. Der Burgseeflügel und Goldene See Saal brannten in der Nacht bis auf die Grundmauern nieder. Auch wertvolle Kunstschätze gingen für immer verloren. Ungefähr ein Drittel des Schlosses wurden zerstört. Die „New York Times“ schätzte den Schaden damals auf etwa 735.000 Dollar.

Schon damals gab es Gerüchte, dass ein rachsüchtiger Diener, der kurz zuvor entlassen wurde, das Feuer gelegt hatte. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Kurzschluss der Elektrik. Bis heute ist unklar, was zu dem fürchterlichen Brand führte.

Großherzog Friedrich Franz IV. begann sofort mit dem Wiederaufbau. Der Neubau sollte noch prächtiger werden. Am 1. September 1915 konnte schließlich das Richtfest gefeiert werden. Heute dient das Schloss zum Teil als Museum sowie als Sitz des Landtages Mecklenburg-Vorpommern.

Der Tod ihrer Tochter sollte nicht sinnlos sein

Doch das Feuer sollte nicht der letzte Schicksalsschlag im Leben von Alexandra bleiben. Ende 1916 brachte sie ihre erste Tochter Olga zur Welt. Doch das Mädchen war bei schwacher Gesundheit. Sechs Wochen nach der Geburt starb die kleine Prinzessin. Die Großherzogin war untröstlich. Zerbrochen ist sie an dieser Tragödie jedoch nicht. Die Adlige machte es sich zum Ziel, andere Kinder zu retten. Denn der Tod ihrer geliebten Tochter sollte nicht sinnlos sein. Um die medizinische Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern zu verbessern, gründete sie die nach ihrer Tochter benannten „Olga-Stiftung“.

Kurze Zeit später wurde Alexandra von Hannover auch noch Schirmherrin vom „Alexandrawerk“. Diese Organisation setzte sich für die verbesserte Ausbildung von Säuglingsschwestern und Nachsorgehebammen ein. Damit hat Großherzogin Alexandra viel bewirkt.

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