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Royals von Luxemburg: Die schlimmsten Skandale

Die Royals von Luxemburg sind nicht unbedingt für große Skandale bekannt. Doch auch in der Geschichte der großherzoglichen Familie finden sich einige Krisen und Eklats. ADELSWELT verrät mehr.

Royals von Luxemburg: Die schlimmsten Skandale

Das Großherzogpaar von Luxemburg (r.) war bereits in einige Skandale verwickelt. Können ihre Nachfolge Stéphanie und Guillaume es besser machen? Die beiden Royals gelten bisher als unbescholten. © picture alliance / Royal Press Europe | Albert Nieboer

Großherzogin Maria Teresa lästert über ihre Schwiegermutter

Aller Anfang ist schwer. Als die gebürtige Kubanerin Maria Teresa 1981 den Thronfolger Henri heiratete, fand sie sich nur schwer am Hof zurecht. Die vielen neuen Regeln und Sitten machten ihr das Leben schwer. Aber nicht nur das. Die studierte Politikwissenschaftlerin geriet auch mit ihrer Schwiegermutter immer wieder aneinander. Joséphine-Charlotte (*1927-†2005) war nämlich gar kein Fan ihrer Schwiegertochter. Diese war nämlich nur eine „einfache Bürgerliche“. Auch mit den Jahren wurde das Verhältnis nicht besser.

Im Juni 2002, anderthalb Jahre nach dem Thronwechsel, sorgte Großherzogin Maria Teresa dann für einen Skandal. Bei einem Treffen mit Chefredakteuren im Palais lästerte sie über ihre Schwiegermutter. Die Luxemburgerin erzählte den Journalisten, dass Joséphine-Charlotte ihr das Leben zur Hölle machen würde. Die Chefredakteure bekamen nicht nur große Ohren, sondern freuten sich über tolle Schlagzeilen.

Royals Luxemburg

Schwiegermutter oder Schwiegermonster? Maria Teresa soll unter Joséphine-Charlotte gelitten haben. © picture-alliance / dpa | Meier

Ein Zeuge belastet Prinz Jean

In der Zeit zwischen 1984 und 1986 sorgte eine Serie von Bombenanschlägen in Luxemburg für Angst und Schrecken. Zu insgesamt 18 Anschlägen kam es bei der sogenannten „Bombenlegeraffäre“. Bis heute ist nicht klar, wer die Täter sind. 2005 wurde jedoch Prinz Jean mit den Anschlägen in Verbindung gebracht. Angeblich will ein Zeuge den Bruder von Großherzog Henri erkannt haben. Der Royal konnte für den Tatzeitpunkt allerdings ein Alibi präsentieren. Die Verschwörungstheorien wollten jedoch bis heute nicht verstummen.

Prinz Jean litt sehr unter den Vorwürfen. „Ich hoffe, dass schnellstmöglich Licht in diese Angelegenheit kommt, damit mein Name nicht länger mit dieser schrecklichen Affäre verbunden wird und dass die Justiz schnellstmöglich die wahren Verantwortlichen findet“, sagte er 2014 laut „Deutschlandfunk“.

Unerwarteter Kindersegen bei den luxemburgischen Royals

Unverhofft kommt oft. Das gilt manchmal auch für den royalen Nachwuchs. 1986 wurde Prinz Jean Vater. Doch es gab ein Problem: Der Bruder von Großherzog Henri war nicht verheiratet. Ein Skandal! Die Eltern waren gegen eine Hochzeit mit der Bürgerlichen. Für die Liebe verzichtete der Royal schließlich auf seine Thronfolgerrechte. Ein Jahr nach der Geburt von Marie-Gabrielle kam es schließlich zum Jawort. Am 27. Mai 1987 heiratete Prinz Jean die Kindsmutter Hélène Suzanna Vestur. Das Glück hielt nicht. Die Ehe mit der Bürgerlichen ging 2004 in die Brüche.

Im Herbst 2005 kam es zum nächsten Skandal am erzkatholischen Hof. Der Palast gab bekannt, dass Prinz Louis und seine Freundin Tessy ein Baby erwarten. Diese Neuigkeit stieß vor allem den konservativen Luxemburgern übel auf. Schließlich war das Paar nicht verheiratet und noch blutjung. Prinz Louis war damals gerade 19, seine Freundin nur wenig älter. Die Hochzeit folgte erst nach der Geburt. 2006 gaben sich Prinz Louis und die Tochter eines Dachdeckers das Jawort. Für sie verzichtete der Sohn von Großherzog Henri sogar auf seinen Platz in der Thronfolge.

Hochzeit Royals

Tessy und Louis von Luxemburg bekamen ihren Sohn Prinz Gabriel vor der Hochzeit. © picture-alliance/ dpa | RoyalPress Nieboer

Die Scheidung von Prinz Louis und Tessy

Das Glück von Prinz Louis und Prinzessin Tessy hielt allerdings nicht. Im Januar 2017 machte der Hof die Trennung der zweifachen Eltern bekannt. Die Scheidung wurde zum Nervenkrieg. Als Grund gab die damals 33-Jährige „unangemessene Verhalten“ ihres Ehemanns an. Die festgelegten Unterhaltszahlungen sorgten ebenfalls für viele Schlagzeilen. „Etwas ist gestorben“, erklärte die frühere Prinzessin im Interview mit RTL Luxemburg. Sie habe 16 Kilogramm abgenommen, weil sie kaum essen und schlafen konnte. Aber auch die ihr verschriebenen Anti-Depressiva hätten nicht geholfen. „Ich war innerlich zerbrochen“, gestand sie dem TV-Sender. Heute ist Tessy Antony De Nassau wieder glücklich verheiratet.

König Baudouin: Rücktritt für einen Tag

Legalisierte Abtreibung – ja oder nein? Darüber diskutierte Luxemburg im Jahr 1990, als ein neues Gesetz auf dem Weg gebracht werden wollte. König Baudouin wollte der Legalisierung aus Gewissensgründen nicht zustimmen. Also wurde er am 4. April auf eigenen Wunsch für regierungsunfähig erklärt. Am selben Tag setzte die Regierung das Abtreibungsgesetz durch. Am nächsten Tag nahm der König sein Amt wieder auf.

Großherzog Henri verweigert seine Unterschrift

2008 sorgte Großherzog Henri europaweit für Schlagzeilen. Der Royal weigerte sich nämlich, ein Euthanasie-Gesetz zu unterschreiben. Aufgrund seiner persönlichen Überzeugungen sehe er sich außer Stande, das Gesetz zur Sterbehilfe und zur Tötung auf Verlangen zu billigen. Für seine Entscheidung erhielt Großherzog sowohl Zuspruch als auch Kritik. Schließlich wurde die Verfassung dahingehend geändert, dass der Staatschef die Gesetzte künftig nur noch erlassen, aber nicht mehr billigen muss. Seit 2009 ist das Gesetz in Kraft.

Skandale Luxemburg

Hat Großherzogin Maria Teresa ihre Mitarbeiter schlecht behandelt? © picture alliance/dpa/BELGA | Hand Out Luxembourg’s Grand Duca

Böse Vorwürfe gegen Großherzogin Maria Teresa

Diese Schlagzeilen sorgten für ein regelrechtes Erdbeben am Hof. Großherzogin Maria Teresa wurde vorgeworfen, eine launenhafte und schwierige Chefin zu sein. Deswegen sei es am Hof immer wieder zu Kündigungen und Entlassungen gekommen. Sogar von Mobbing war die Rede. „Lëtzebuerger Land“ berichtete zudem von körperlicher Gewalt am Hof, nannte aber keine Namen.

Die Vorwürfe nagten am Ruf der Royals. Der Sonderbeauftragte Jeannot Waringo untersuchte die Vorwürfe schließlich. Der sogenannte „Waringo“-Bericht stellte fest, dass es in den Jahren 2014 bis 2019 zu 51 Kündigungen und Entlassungen kam. Bei einer Anzahl von 110 Mitarbeitern ist das eine große Anzahl. Großherzog Henri stellte sich während dieser Zeit schützend vor seine Frau. Inzwischen arbeitet man an einer Modernisierung des Hofes. Auch interessant: Die dänischen Royals und die größten Skandale

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